Kylian Mbappé wird von einer paraguayischen Politikerin rassistisch beleidigt – Macron lobt seine ReaktionFrankreichs Fussballverband will juristisch gegen die Senatorin Celeste Amarilla de Boccia vorgehen. Es ist nicht der erste rassistische Vorfall an der WM.07.07.2026, 18.56 Uhr4 LeseminutenKylian Mbappé nach dem Schlusspfiff im Spiel gegen Paraguay.Martin Meissner / AP(woe./sda/dpa) Die Erleichterung in Frankreich ist gross, als der Fussballstar Kylian Mbappé am vergangenen Samstag im WM-Achtelfinal gegen Paraguay trifft. In der 70. Minute versenkt er den Elfmeter. Die Stimmung auf dem Platz ist schon seit Beginn angespannt, danach wird die Partie noch hitziger, die Spieler noch gereizter. Immer wieder gehen die Paraguayer hart gegen Mbappé vor, dieser reagiert mit derselben Härte. Als Paraguays Torhüter Orlando Gill ihm nach dem Schlusspfiff die Hand reichen will, zieht Mbappé jubelnd an ihm vorbei.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Diese Geste kommt in Paraguay schlecht an. Viele Paraguayer lassen ihrem Ärger auf der Plattform X freien Lauf. Unter ihnen die Senatorin Celeste Amarilla de Boccia. In einem Beitrag am frühen Sonntagmorgen nennt sie Mbappé einen «Trottel», der nicht einmal schreiben gelernt habe. «Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansenlaute.»Die Politikerin bezeichnet Mbappé unter anderem als einen «kolonisierten Kameruner», der den harten Franzosen spiele, «voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich».Die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia an einer Pressekonferenz am 7. Juli.Jorge Saenz / AP«Ein weiteres Tor für Mbappé»De Boccias rassistische Äusserungen verbreiten sich schnell, am Montag bemüht sich die paraguayische Politik um Schadensbegrenzung. Als erster hochrangiger Politiker distanziert sich der Kongresspräsident Basilio «Bachi» Núñez von Amarillas Äusserungen. Darauf entschuldigen sich der Vizepräsident Pedro Alliana und die oppositionelle Abgeordnete Johanna Ortega im Namen des Parlaments beim französischen Volk. Schliesslich rückt auch die Regierung über das Aussenministerium offiziell von der Senatorin ab.Wenig später reagiert Kylian Mbappé selbst auf die Beleidigungen. «Sie sind eine verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes», schreibt er auf X. Wegen de Boccias Ahnungslosigkeit und ihres schamlosen Rassismus vergesse die Welt bereits den historischen Weg und den Einsatz der paraguayischen Spieler bei dieser WM. Stattdessen schaue sie auf eine inkompetente Dame, die das denkbar schlechteste Bild ihres Landes abgebe. Er werde Menschen wie Celeste Amarilla de Boccia «niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten».Madame Celeste Amarilla, Vous êtes une femme méprisable et indigne de sa fonction. Vous ne représentez pas le Paraguay, ce pays qui a transpiré la passion et l’honneur tout au long de la compétition. Par votre inconscience et votre racisme décomplexé, le monde entier a déjà… pic.twitter.com/EnYmgQXvPL— Kylian Mbappé (@KMbappe) July 6, 2026