Rudi Völler geht nicht vorzeitig in Rente. Der 66-Jährige macht beim Deutschen Fußball-Bund als Sportdirektor weiter. Er will auch nach dem WM-Flop in Amerika und der inzwischen auch aus seiner Sicht „richtigen“ Trennung von Julian Nagelsmann seinen bis zur EM 2028 laufenden Vertrag erfüllen. In einem Team mit dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp will der ehemalige Teamchef aktiv zum Wiederaufbau der Nationalelf beitragen. Diese Entscheidung verkündete Völler nach einem Telefonat mit Klopp sowie Gesprächen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. „Das Gesamtpaket hat den Ausschlag gegeben, dass ich weitermache“, sagte Völler am DFB-Campus. Er berichtete auch von einem Anruf von Oliver Mintzlaff, dem Geschäftsführer bei Red Bull. „Das hat mich sehr gefreut.“ Auch dieser habe ihn zum Weitermachen ermuntert, eine Zusammenarbeit mit Klopp werde „super“, sagte Mintzlaff schon mal voraus. Mintzlaff spielt eine Schlüsselrolle bei der möglichen Verpflichtung von Klopp durch den DFB, weil der Bundestrainer-Wunschkandidat vertraglich noch bis 2029 als „Head of Global Soccer“ an den österreichischen Getränkekonzern gebunden ist. „Jeder versucht, Lösungen zu finden“, folgerte Völler aus den Gesprächen mit verschiedenen Entscheidern im Verband und außerhalb.Mit Klopp gab es am vergangenen Samstag „ein längeres Gespräch“, sagte Völler. Das Signal an den Sportdirektor aus New York war klar. „Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es am Ende auch funktionieren kann und wird“, sagte Völler zu einer möglichen Zusammenarbeit mit Klopp. Völlers Aufgabenprofil dürfte weitgehend dem bisherigen ähneln. Er sieht sich weiterhin als erster Unterstützer des Bundestrainers. „Alle Augen werden zunächst auf Jürgen gehen“, sagte er. Das sei ihm recht. Wenn es Klopp aber mal zu viel werde, „dann werde ich da sein und ihm unter die Arme greifen.“ (dpa)Wie schlägt sich Ägypten im WM-Achtelfinale gegen Argentinien? Für das Team wird es dabei auch auf Mohamed Salah ankommen: Wie sollten sich der DFB und die UEFA nach dem FIFA-Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun verhalten? Christopher Meltzer findet, sie müssten die Absetzung des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino fordern.Der frühere WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose hat seinem Nachfolger Lionel Messi auch am Telefon seine Glückwünsche übermittelt. „Messi ist ein brutales Phänomen. Der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni war mein Mitspieler bei Lazio Rom, wir stehen noch regelmäßig in Kontakt. Er hat ein Telefonat von Messi und mir arrangiert, nachdem er meinen WM-Torrekord eingestellt hat. Das war schon sehr bewegend“, erklärte der Trainer des 1. FC Nürnberg bei einem WM-Talk des Zweitligavereins am vergangenen Donnerstag.„Messi und ich sind uns natürlich immer mal wieder auf dem Platz begegnet, das war immer schön und respektvoll. Das Telefonat jetzt war aber das erste Mal, dass wir abseits davon etwas länger miteinander gesprochen haben. Er hat gesagt, er schickt mir ein unterschriebenes Trikot“, sagte der 48 Jahre alte Klose laut Klubmitteilung weiter. Der 39 Jahre alte Messi, der vor dem Achtelfinale gegen Ägypten auf 20 WM-Tore kommt, hatte Klose bei der Vorrundenpartie gegen Österreich mit seinem 17. WM-Tor als Rekordtorschütze abgelöst. Bis zum Beginn des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko hatte 2014er-Weltmeister Klose den WM-Torrekord mit 16 Treffern gehalten. Inzwischen ist auch Frankreichs Kylian Mbappé mit 19 Toren vorbeigezogen. (dpa)FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat den brasilianischen WM-Schiedsrichter Raphael Claus nach der öffentlichen Kritik von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen. „Er ist ein erfahrener und hoch angesehener Schiedsrichter, und wir haben volles Vertrauen in ihn als zuverlässigen Unparteiischen“, zitierte die Nachrichtenagentur AP den Italiener.Der Brasilianer war nach seiner Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun unter öffentlichen Druck geraten. Claus hatte Balogun beim 2:0-Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegowina die Rote Karte gezeigt. Der Amerikaner traf seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic in einem Zweikampf hart, Claus schaute sich die Szene noch einmal an und entschied auf Rot. US-Präsident Trump hatte bei einem Statement im Weißen Haus am Montag den Platzverweis kritisiert. Außerdem hatte er gesagt, dass der 46-jährige Brasilianer „etwas verdächtig“ sei, „wenn man sich seine Vergangenheit ansieht“, Trump hatte das aber nicht näher ausgeführt.Durch den Platzverweis wäre Balogun in der Achtelfinal-Partie gegen Belgien eigentlich gesperrt gewesen. Die FIFA hob die Sperre aber noch auf. Trump hatte zuvor nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung der Sperre gebeten, was für große Kritik gesorgt hatte. Balogun stand in der Startelf, die USA verlor trotzdem 1:4 (1:2). (sid)Wer spielt heute gegen wen? Und wo werden die WM-Spiele übertragen? Alle Infos im Überblick: Die USA scheiden nach einer Niederlage gegen Belgien im WM-Achtelfinale aus. Begleitet wurde die Partie von den Diskussionen um Trump, Infantino und den US-Stürmer Balogun. Christian Kamp war vor Ort: Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Europäische Fußball-Union (UEFA) ist der „Fall Balogun“ trotz der „Unschulds-Beteuerungen“ des Weltverbands FIFA um Präsident Gianni Infantino längst nicht ausgestanden. „Wir haben die Reaktion der FIFA zur Kenntnis genommen“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der für die UEFA im FIFA-Council sitzt, auf Anfrage des Sport-Informationsdienstes (sid): „Ich bin mir mit der UEFA einig, dass dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf, zunächst aber unter den europäischen Fußballverbänden weiter besprochen werden muss.“Die UEFA hatte scharf wie selten zuvor das Gebaren der FIFA kritisiert und von der Überschreitung einer „roten Linie“ gesprochen. Infantino hatte daraufhin beteuert, dass weder er noch US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen hätten. Das Gremium selbst untermauerte dies und beteuerte seine Unabhängigkeit.US-Stürmer Folarin Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegowina (2:0) im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen. Vor der Aussetzung der Sperre durch die Disziplinarkommission hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falles gebeten. (sid)Mittlerweile hat sich Staatspräsident Emmanuel Macron eingeschaltet, der französische Fußballverband kündigt juristische Schritte an: Ein Rassismus-Eklat um Kylian Mbappé und eine Politikerin aus Paraguay sorgt bei der WM für Wirbel. Der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn hat mit Ironie auf den „Fall Balogun“ reagiert. „Da wir gerade die Fußball-Geschichte umschreiben, hätte ich noch einen kleinen Vorschlag: Kann die FIFA bitte die Gelbe Karte für Michael Ballack im WM-Halbfinale 2002 annullieren?“, schrieb der 57-Jährige in den Sozialen Netzwerken.Ballack hatte 2002 gegen Südkorea (1:0) seine zweite Gelbe Karte der Endrunde gesehen und war daher für das Endspiel gegen Brasilien gesperrt. Auch aufgrund dieses Falls entschied die FIFA später, Gelbe Karten nach dem Viertelfinale zu löschen.Kahn hatte noch eine zweite Idee. „Wo wir schon dabei sind, könnten wir vielleicht auch das Finale gegen Brasilien wiederholen“, schrieb der ehemalige Bayern-Profi. Deutschland hatte das Endspiel 0:2 verloren. Das erste Gegentor durch Ronaldo fiel nach einem Patzer von Kahn, der zuvor ein überragendes Turnier gespielt hatte. Kahn reagierte nun auf die umstrittene Aufhebung der Sperre von US-Nationalspieler Folarin Balogun nach dessen Roter Karte bei der WM. (sid)Die Schweizer Nationalmannschaft muss im WM-Achtelfinale gegen Kolumbien offenbar auf Shootingstar Johan Manzambi verzichten. Der 20-Jährige vom SC Freiburg zog sich nach Medienberichten im Abschlusstraining eine Knieverletzung zu und soll in der Partie am Dienstag (22.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) nicht einsatzbereit sein.Manzambi ist mit drei Treffern aktuell bester Schweizer Torschütze im Turnier und bereitete zudem zwei weitere Treffer vor. Er verletzte sich nun offenbar bei einer Spielform ohne Fremdeinwirkung am Knie und musste das Training abbrechen. Eine anschließende MRT-Untersuchung schloss laut dem Schweizer Medium Blick immerhin eine schwere Verletzung aus. Ob der Mittelfeldspieler, sollte die Schweiz weiterkommen, im weiteren Turnierverlauf noch einmal zum Einsatz kommen kann, ist offen.Die Personalsorgen der Schweizer gehen damit über die bereits angeschlagenen Michel Aebischer und Luca Jaquez hinaus. Auch Rubén Vargas und Djibril Sow mussten das Abschlusstraining vorzeitig beenden. „Es wäre ein riesiger Verlust, wenn sie morgen nicht auf dem Platz stehen könnten“, sagte Nationaltrainer Murat Yakin mit Blick auf die möglichen Ausfälle von Manzambi, Vargas und Sow. (sid)Lukaku und Co. hatten schon während des Spiels auf dem Platz mit einer kleinen Showeinlage den Takt vorgegeben. Nach dem 4:1 in der Nachspielzeit führten sie beim Torjubel einen Tanz auf, der dem berühmten „Trump-Dance“ ähnelte und deshalb durchaus als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. In den sozialen Medien verbreitete sich der Clip, teils mit Musik unterlegt, auf zahlreichen Kanälen. Zudem griffen etliche Internet-Memes den belgischen Sieg humorvoll auf.Nach dem Achtelfinale gab es aber auch versöhnliche Töne. Balogun unterhielt sich mit Belgiens Trainer Rudi Garcia über die Ausnahmesituation, die es in den 30 Stunden vor Anpfiff für beide Seiten zu bewältigen gab. „Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn“, sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen.Balogun hatte beim 2:0-Erfolg des US-Teams im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Hercegowina die Rote Karte gesehen. Doch nachdem Trump bei Infantino angerufen hatte, annullierte der Fußball-Weltverband die Sperre, ohne dafür eine echte inhaltliche Begründung zu nennen. So durfte der Stürmer gegen Belgien spielen. (dpa) Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm hat sich bei der Neuausrichtung des deutschen Fußballs vor allem für „Klarheit“ ausgesprochen. Dies würde alle erfolgreichen Nationen „auszeichnen. Frankreich, Spanien oder Argentinien wissen genau, wie sie spielen wollen. Diese Identität fehlt uns im Moment. Wir wissen nicht mehr genau, wofür unser Fußball stehen soll“, sagte Lahm bei „Gschmeidig – Der mehr als Fußball Podcast“.Früher habe man in Deutschland „diese Klarheit gehabt – bei den Positionen, bei den Führungsspielern und in unserer Spielidee. Genau darauf sollten wir uns wieder konzentrieren. So kompliziert ist das eigentlich gar nicht.“Jürgen Klopp gilt nach dem deutschen WM-Desaster als Wunschlösung für die Nachfolge von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Klopp, so Lahm, „bringt ohne Frage eine außergewöhnliche Erfahrung mit. Wichtiger ist aber, dass der Verband zuerst ehrlich analysiert, warum wir über einen so langen Zeitraum unsere Ziele verfehlt haben. Das ist kein Zufall. Deutschland hat hervorragende Voraussetzungen. Deshalb müssen wir herausfinden, woran es wirklich liegt. Erst danach sollte entschieden werden, wer mit seiner Idee am besten zu unserem Fußball passt“, sagte der frühere Bayern-Star. (dpa)Portugal ist ausgeschieden nach dem 0:1 gegen Spanien im Achtelfinale der Fußball-WM. Zurück bleibt die Frage, ob die Portugiesen ihr Potential nicht gänzlich ausgeschöpft haben in all den Jahren der vermeintlich goldenen Generation, trotz eines Ronaldo. Oder eher wegen Ronaldo? Die Schweiz bangt vor dem WM-Achtelfinale um den Einsatz des bisher so starken Johan Manzambi. Der 20-Jährige vom SC Freiburg musste das Training einen Tag vor der Partie an diesem Dienstag (22.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) gegen Kolumbien ebenso wie Djibril Sow und Ruben Vargas abbrechen.„Klar wäre es schmerzhaft, wenn die Spieler, die das Training abgebrochen haben, nicht dabei sein könnten“, betonte Trainer Murat Yakin. Der Schweizer Nationalcoach sprach von einem „großen Verlust“, wenn die drei nicht auf dem Platz stehen könnten. Mit Blick auf Manzambi sagte der angespannt wirkende Yakin: „Seine Leistungen sind hervorragend, er ist ein Teamplayer, ein kompletter Fußballer.“ Sie würden alles dafür tun, dass er gegen Kolumbien auf dem Platz stehen könne. Doch es nütze ihnen nichts, angeschlagene Spieler zu bringen. (dpa)Mehr ladenTickarooLive Blog Software