PfadnavigationHomePolitikAuslandVorwürfe wegen Nebeneinkünften„Ich war noch nie wütender“ – Nigel Farage kritisiert Medien und legt Mandat niederStand: 16:43 UhrLesedauer: 3 MinutenNigel Farage, Vorsitzender der Partei Reform UK, erklärt seinen Rücktritt als Abgeordneter im britischen UnterhausQuelle: Getty Images/Dan KitwoodNigel Farage, Vorsitzender von Reform UK, tritt von seinem Amt als Abgeordneter zurück – um es in einer Nachwahl wiederzugewinnen. Hintergrund sind Vorwürfe wegen Nebeneinkünften und Spenden.Der Chef der britischen Rechtspopulisten, Nigel Farage, legt sein Parlamentsmandat nieder – und will in einer Nachwahl erneut antreten. Das sagte der Vorsitzende der Partei Reform UK, die derzeit in Großbritannien die Umfragen anführt, bei einer Pressekonferenz in London. Der einstige Brexit-Vorkämpfer Farage war zuvor wegen umstrittener Spenden und Zuwendungen in die Schlagzeilen geraten.„Ich war in meinem Leben noch nie wütender“, sagte Farage in einer emotionalen Ansprache, in der er den Medien eine Kampagne gegen sich und seine Familie vorwarf. Seine Sicherheit und die seiner Angehörigen würden aufs Spiel gesetzt, so Farage. Die Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises Clacton in der Grafschaft Essex sollten nun über sein Handeln urteilen, sagte er. „Ich werde kämpfen, um zu gewinnen.“Abgeordnete in Großbritannien müssen ihre Nebeneinkünfte und Spenden offenlegen – auch für den Zeitraum von bis zu einem Jahr vor ihrer Wahl. Das hatte Farage in den vergangenen Wochen immer wieder Nachfragen durch Journalisten eingebracht.Lesen Sie auchAm Wochenende berichtete die „Sunday Times“, Nigel Farage habe Unterstützungsleistungen seines langjährigen Verbündeten George Cottrell nicht ordnungsgemäß offengelegt. Nach Angaben der Zeitung soll der wegen Betrugs verurteilte Cottrell Farage im Jahr vor dessen Wahl ins Unterhaus unter anderem Sicherheitsdienste und Personal finanziert oder organisiert haben. Farage weist die Vorwürfe zurück und betont, er habe alle geltenden Vorschriften eingehalten.Wie der „Guardian“ zudem enthüllte, erhielt der 62-Jährige kurz vor seiner Wahl zum Abgeordneten ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (umgerechnet 5,86 Millionen Euro), das er nicht als Spende deklariert hatte. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um ein rein persönliches Geschenk ohne Bedingungen. Der Vorgang wird inzwischen vom Beauftragten für parlamentarische Standards untersucht. Im schlimmsten Fall drohte Farage ein vorübergehender Ausschluss aus dem Unterhaus – und eine Nachwahl mit ungewissem Ausgang. Dem kam er nun zuvor.Reform UK ist stärkste Partei in UmfragenFarage dürfte gute Chancen auf ein Comeback haben. Seine Partei Reform UK dominiert seit mehr als einem Jahr die Umfragen vor der Regierungspartei Labour und den oppositionellen Konservativen. Der Erfolg seiner Partei wird vor allem Farage persönlich zugeschrieben. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales im Mai gewann die Partei Hunderte Mandate in weiten Teilen des Landes und stürzte so die Labour-Partei und Noch-Premierminister Keir Starmer in die Krise.Lesen Sie auchDer Vorsprung auf die anderen Parteien lässt sogar einen Einzug Farages in den Regierungssitz 10 Downing Street nach der nächsten Parlamentswahl als durchaus möglich erscheinen.Lesen Sie auchFür den auch als „Mr. Brexit“ bekannten Politiker ist es nicht der erste taktische Rücktritt. Schon kurz nach dem aus seiner Sicht erfolgreichen Brexit-Referendum 2016 trat Farage als Chef der Ukip-Partei ab – nur um später an der Spitze der neu gegründeten Brexit-Partei wieder ins Rampenlicht zurückzukehren. Die Partei wurde später in Reform UK umbenannt. Auch deren Vorsitz legte Farage nach dem erfolgten EU-Austritt im Frühjahr 2021 nieder. Kurz vor der Parlamentswahl im Juli 2024 kehrte er dann an die Parteispitze zurück.dpa/lfb
Nigel Farage legt sein Mandat als Abgeordneter nieder – und will wieder antreten - WELT
Nigel Farage, Vorsitzender von Reform UK, tritt von seinem Amt als Abgeordneter zurück – um es in einer Nachwahl wiederzugewinnen. Hintergrund sind Vorwürfe wegen Nebeneinkünften und Spenden.











