Die Bundeswehr schöpft einen Rahmenvertrag mit dem Waffenhersteller Heckler & Koch vollständig aus: Die deutschen Streitkräfte haben 250.000 neue Sturmgewehre bestellt, wie Vorstandschef Jens Bodo Koch anlässlich der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens mit Sitz in Oberndorf im Schwarzwald mitteilte. „Die Modernisierung der Bundeswehr ist eine gesamtstaatliche Aufgabe.“Die Auslieferung des neuen Gewehrs, das das bisherige Standardgewehr G36 ersetzen soll, hat bereits im vergangenen Jahr begonnen. Über welchen Lieferzeitraum das Geschäft sich nun erstreckt, ist nicht bekannt. Eigentlich hatte die Bundeswehr einst nur rund 120.000 Sturmgewehre haben wollen und dafür einen Lieferzeitraum von sieben Jahren vorgesehen. Als Folge des Ukrainekriegs wurde der alte Rahmenvertrag aber aufgestockt.Koch berichtete zugleich von Fortschritten in der Erschließung eines neuen Geschäftsfeldes, den Einstieg in die Drohnenabwehr: „Das System verbindet moderne Sensorik, intelligente Zielerfassung und unsere bewährte 40-Millimeter-Granatmaschinenwaffe zu einer leistungsfähigen Lösung unbemannter Flugsysteme im Nah- und Nächstbereich.“ Feuertests der Granatmaschinenwaffe hätten eine Trefferwahrscheinlichkeit von 100 Prozent ergeben. Das Waffensystem ist in der Schlussphase der Erprobung. Zur geplanten Markteinführung wurden keine Angaben gemacht.Strafzahlung von 3,7 Millionen EuroGerade in der Drohnenabwehr komme es darauf an, Bedrohungen zuverlässig und zugleich „wirtschaftlich sinnvoll bekämpfen zu können“, sagte Koch. Der Mittelständler arbeitet bei dem Waffensystem mit einer slowenischen Firma und einem in München ansässigen KI-Spezialisten zusammen. Die Waffe lässt mit ihren Schüssen eine Metallwolke entstehen, in die die Drohne hineinfliegt und zerstört wird.Unterdessen schloss das börsennotierte Unternehmen kurz vor dem Aktionärstreffen das Kapitel über unzulässige Waffenexporte nach Mexiko endgültig ab. Im Mai wurde eine Strafzahlung in voller Höhe von 3,7 Millionen Euro an die Staatskasse überwiesen, wie ein Sprecher im Vorfeld mitteilte. Das Unternehmen wollte den Betrag wohl senken. „Wir hatten auf dem Rechtsweg prüfen lassen, ob die durch HK entrichteten Steuern, die auch auf die Gewinne aus dem Mexikogeschäft entrichtet wurden, ebenfalls noch in voller Höhe gezahlt werden mussten oder ob diese Steuern, die auf den abgeschöpften Gewinn gezahlt wurden, HK zurückerhält.“Der Waffenhersteller hatte von 2006 bis 2009 mehr als 4200 Sturmgewehre vom Typ G36 samt Zubehör unzulässig an Mexiko verkauft. Der Gewinn wurde damals abgeschöpft. Letzte Detailfragen hatte der BGH erst 2024 geklärt.
250.000 neue Sturmgewehre für die Bundeswehr
Der Waffenhersteller darf sich über weitere Aufträge freuen. Der Einstieg in die Drohnenabwehr rückt näher.











