Ein donnernder Lkw, das knatternde Motorrad, die Tonnen, die über den Hof gezogen werden: Großstädter kennen das alles, doch was wir als lästige Geräuschkulisse in der Nacht abtun, ist für den Körper offenbar mehr als nur Nervensache.
Problematisch ab 55 Dezibel
Eine aktuelle Studie der Universitätsmedizin Mainz zeigt: Schon eine einzige Nacht mit mäßigem Straßenverkehrslärm bei vergleichsweise niedriger Belastung erhöht die Herzfrequenz, geht mit Veränderungen in den Proteinen einher, die an sogenannten Immun- und Stresssignalwegen beteiligt sind, und kann die Gefäßfunktion sowie die Schlafqualität beeinträchtigen. Mit anderen Worten: Lärm bei Nacht macht uns krank, auch wenn wir schlafen.
Besonders brisant ist, dass die gemessenen Effekte bereits bei einer durchschnittlichen Lautstärke von 41 bis 44 Dezibel auftraten – ein Pegel, der vielerorts selbst in Wohngebieten nachts erreicht oder überschritten wird. Zum Vergleich: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind rund 2,6 Millionen Menschen in Deutschland nachts Straßenverkehrslärm von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt. Experten halten nächtliche Lärmbelastungen oberhalb dieser Schwelle für gesundheitlich problematisch.
Die Mainzer Kardiologen fordern deshalb konsequente Maßnahmen – von Tempo 30 innerorts bis zu mehr Grünflächen als natürlichem Schallschutz.







