PfadnavigationHomePanoramaHaftbefehl erlassen„Mädchenfänger“-Skandal in Nürnberg – Syrer sollen 15- und 18-Jährige missbraucht habenStand: 13:24 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Daniel Karmann/dpaEine Gruppe von Drogendealern soll gezielt junge Mädchen am Nürnberger Hauptbahnhof abhängig gemacht haben, um sie sexuell auszubeuten. Zwei neue Fälle wurden nun bekannt und führten zu weiteren Festnahmen.Im Fall der „Mädchenfänger“ vom Nürnberger Hauptbahnhof gibt es weitere Festnahmen. Nach Angaben der Polizei wurden zwei weitere Syrer in Gewahrsam genommen. Damit befinden sich inzwischen insgesamt zehn Tatverdächtige in Gewahrsam, heißt es nach einer Mitteilung der Polizei. Sie sollen zu einer Gruppe Männern gehören, die gezielt junge Frauen mit Drogen gefügig gemacht und sexuell missbraucht hat. Dem 21 Jahre alten Tatverdächtigen wird vorgeworfen, zwei junge Frauen im Alter von 15 und 18 Jahren in einer Wohnung in der Nürnberger Südstadt vergewaltigt zu haben. Ein 40-Jähriger soll den Mädchen Drogen verabreicht haben. Auch die „Bild“-Zeitung hatte berichtet. Die 18-Jährige habe durch das Geschehene Verletzungen erlitten, welche in einem Krankenhaus medizinisch versorgt werden mussten, so die Polizei. Beide Mädchen werden zudem psychologisch betreut. Die Festnahmen stehen demnach auch im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Sonderkommission „EKO Kajal“ des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Diese untersucht seit Monaten Vorwürfe gegen mehrere Männer aus dem Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs, die als Drogendealer tätig sind. Zuerst hatten die „Nürnberger Nachrichten“ über die „Mädchenfänger vom Hauptbahnhof“ berichtet.Lesen Sie auchNach bisherigen Erkenntnissen soll die Gruppe gezielt Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren angesprochen, mit Geschenken und Drogen an sich gebunden und gefügig gemacht haben. Anschließend wurden die Mädchen sexuell missbraucht. Das Vorgehen der Täter ist auch unter dem Begriff „grooming“ bekannt.Lesen Sie auchAuch WELT hatte bereits über den Fall berichtet. Ein Zeuge hatte WELT gegenüber die Vorgänge am Nürnberger Hauptbahnhof geschildert und auch erzählt, was eine Bekannte ihm berichtete: „Sie hat mir von einer 12- oder 13-jährigen Freundin erzählt, die zu ihr meinte, ich zitiere: Sie wurde rumgereicht wie ein Spielzeug.“ Der Hauptbahnhof gilt nach Angaben der Nürnberger Polizei seit Längerem als Treffpunkt der Drogen- und Trinkerszene. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen dort gezielt nach potenziellen Opfern suchten und die Kontakte von dort aus weiter ausbauten.Die Ermittler gehen davon aus, dass einige der Mädchen durch die verabreichten Drogen in Abhängigkeiten geraten seien. In der Folge sollen sie unter anderem zu sexuellen Handlungen sowie zu Tätigkeiten im Drogenmilieu gedrängt worden sein. Nach Angaben der Polizei besteht zudem der Verdacht weiterer sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen. Die Zahl der möglichen Opfer ist bislang unklar.Lesen Sie auchNach Angaben der Ermittler stehen inzwischen mehr als ein Dutzend Personen im Fokus. Drei Verdächtige sitzen nach Angaben der Polizei bereits in Untersuchungshaft, weitere Tatverdächtige werden gesucht. Die Ermittlungen dauern an.Der Fall Nürnberg weist Parallelen zu den „grooming gangs“ in Großbritannien auf. Dabei haben hauptsächlich muslimisch-pakistanische Gangs gezielt vulnerable Mädchen und junge Frauen aus schwierigen Verhältnissen in Abhängigkeit gebracht. Behörden – sowohl Jugendämter als auch die Polizei – sollen aus Sorge vor einem Rassismusvorwurf untätig geblieben sein, obwohl es Hinweise auf Verbrechen gegeben haben soll. Die Aufarbeitung der Fälle dauert weiter an und hat eine breite Debatte über die Migrationspolitik ausgelöst. Denn aktuelle Untersuchungsberichte sprechen von bis zu 1400 Opfern allein in einer Gemeinde. Der neue „Rape Gang Inquiry Report“ des früheren Reform-UK-Abgeordneten Rupert Lowe kommt aufgrund von Hochrechnungen sogar zu einer Gesamtzahl von insgesamt mindestens 250.000 Opfern. Gleichzeitig kam es nur vereinzelt zu Verurteilungen.kami