Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesPrien will Elterngeld offenbar auf zwölf Monate reduzieren - und nur drei verpflichtende „Vätermonate“Klingbeil verteidigt neue SchuldenHaushaltsentwurf 2027: Mehr Ausgaben für Verteidigung, Kürzungen beim KlimaschutzMerz erläutert Trump die deutschen VerteidigungsausgabenCDU-Arbeitnehmerflügel gegen erschwerte Krankmeldungen Regierung plant Milliarden-Einsparung bei HeizungsförderungDie Förderung von Wärmepumpen und anderen klimafreundlichen Heizungen soll nach Plänen der Bundesregierung in den nächsten Jahren deutlich sinken. Dies geht aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Zuvor hatten die Deutschen Presse-Agentur und die Nachrichtenagentur ​Reuters berichtet. Bis 2030 sollen dadurch 2,1 Milliarden ​Euro eingespart werden. Die Regierung plant die maximal förderfähigen Kosten von derzeit 30 000 ⁠Euro abzusenken und das schrittweise Auslaufen des Klimageschwindigkeitsbonus. Zugleich sollen die Boni stärker nach Einkommen gestaffelt und Familien mit einem neuen Kinderzuschlag gezielt entlastet werden. Der Ausschuss soll sich am Mittwoch ‌damit befassen. Den Plänen zufolge soll der Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 30 000 Euro von 30 auf 40 Prozent steigen. ​Für Einkommen zwischen ​30 000 und 40 000 bleibt es beim geltenden Bonus ​von 30 Prozent. Für Einkommen zwischen 40 000 und 50 000 Euro soll ein neuer Bonus von zehn Prozent eingeführt werden, der mit anderen Förderbestandteilen kombiniert werden kann. Familien sollen zudem durch einen ‌Kinderzuschlag begünstigt werden, bei dem bei mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt einmalig 10 000 Euro vom anzusetzenden Einkommen abgezogen werden. Demgegenüber ‌stehen Kürzungen wie die schrittweise ‌Absenkung des Klimageschwindigkeitsbonus. Zudem sollen die förderfähigen Kosten für eine neue Heizung ​sofort um 2000 Euro und danach alle sechs Monate um weitere 750 Euro sinken. Die Maßnahmen sollen ​die Finanzplanung bis 2030 spürbar entlasten. Allein aus der schrittweisen Abschaffung ‌des Klimageschwindigkeitsbonus und der Absenkung der förderfähigen Kosten ergeben sich Einsparungen von zusammen 5,5 Milliarden Euro. Dem stehen Mehrausgaben für die Neugestaltung des Einkommensbonus und den Kinderzuschlag von zusammen knapp vier Milliarden Euro gegenüber. Weitere Einsparungen ergeben sich unter anderem durch die Streichung eines Effizienzbonus für Wärmepumpen und des ⁠Emissionsminderungszuschlags für Biomasseanlagen. Zudem wird mit Rückflüssen aus dem europäischen Klima-Sozialfonds ‌in Höhe von ‌600 Millionen Euro gerechnet, wodurch die Entlastung auf 2,7 Milliarden Euro steigt. Gasheizung oder Wärmepumpe. Was ist langfristig günstiger? Ein Energieberater rechnet vor:Wadephul kontert Trumps Kritik an deutschen VerteidigungsausgabenBundesaußenminister Johann Wadephul verteidigt vor dem Nato-Gipfel in Ankara die deutschen Verteidigungsausgaben gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump. „Wir schauen auf die Zahlen und die zeigen nach oben“, sagte der CDU-Politiker im „Deutschlandfunk“. Deutschland werde das Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung bis Ende des Jahrzehnts erreichen. „Wir übertreffen bei unseren Ausgaben viele unserer Partner“, sagte Wadephul. „Es wird auch in Washington gesehen, was Deutschland macht.“ Trump hatte am vergangenen Freitag erneut die Höhe der Verteidigungsausgaben großer europäischer Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien kritisiert. Auch Deutschlands Nato-Beitrag nannte er „lächerlich“. Prien will Elterngeld offenbar auf zwölf Monate reduzieren - und nur drei verpflichtende „Vätermonate“Das Elterngeld soll nach einem Gesetzentwurf von Familienministerin Karin Prien künftig nur noch 12 statt 14 Monate gezahlt werden - und auch nur dann, wenn Mütter und Väter jeweils mindestens drei Monate berufliche Auszeit nehmen. Zugleich soll der Mindestbetrag nach dem Vorschlag der Ministerin von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1800 auf 1900 Euro angehoben werden. Eine Sprecherin des Familienministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Informationen des Portals Politico. Der Gesetzentwurf sei aber noch in der Ressortabstimmung, sagte sie.Politico zitierte aus der Vorlage mit Blick auf die Aufteilung der Betreuungsmonate: „Drei Monate sind zukünftig für jeden Elternteil reserviert. Sechs weitere Monate können zwischen den Eltern flexibel aufgeteilt werden.“ Zuletzt hatte es geheißen, Prien plane jeweils vier Monate für jeden Elternteil sowie vier weitere flexibel aufteilbare Monate - der Entwurf nimmt Väter also weniger stark in die Pflicht als angenommen. Weil Mütter meist länger im Beruf pausieren, heißt die Zeit des kürzer Elterngeld beziehenden Partners umgangssprachlich auch „Vätermonate“. Alleinerziehende könnten bis zu zwölf Monate volles Elterngeld erhalten.Elterngeld können Mütter und Väter beantragen, wenn sie nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit nehmen. Bisher gilt: Es wird bis zu 14 Monate gezahlt, wenn jeder Elternteil mindestens zwei Monate Betreuungszeit übernimmt. Die Einkommensgrenze liegt für Geburten ab dem 1. April 2025 bei 175 000 Euro. Im laufenden Jahr plant der Bund rund 7,5 Milliarden Euro für die Leistung ein.Lorenz ZeckRegierung will 25-Euro-Zuschlag für arme Kinder streichenFür von Armut betroffene Kinder und Jugendliche soll ein staatlicher Zuschlag in Höhe von 25 Euro pro Monat gestrichen werden. Das geht aus einem vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Gesetz hervor, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Der Zuschlag kommt als Teil des Kinderzuschlags bisher Millionen Minderjährigen zugute und sollte Chancen der Betroffenen verbessern. Er wird an einkommensschwache Familien für Kinder unter 25 Jahren gezahlt. Die Streichung des Sofortzuschlags wurde mit dem Haushaltsbegleitgesetz auf den Weg gebracht, durch die Abschaffung will der Bund 450 Millionen Euro im Jahr sparen. Klingbeil verteidigt neue SchuldenFinanzminister Lars Klingbeil zielt mit dem Bundeshaushalt 2027 auf Impulse für Wachstum und Arbeitsplätze – aber auch auf die Sicherheit des Landes. „Wir müssen in kürzester Zeit drei Jahrzehnte aufholen, in denen unsere Bundeswehr runtergespart wurde“, sagte der SPD-Vorsitzende nach dem Beschluss des Etat-Entwurfs im Kabinett. Ohne neue Schulden gehe es nicht, dies wäre, wie „ohne Rakete zum Mond“ zu fliegen. „Mit der schwarzen Null können wir uns nicht gegen Putin verteidigen“, betonte Klingbeil mit Blick auf den russischen Präsidenten und die angespannte Sicherheitslage in Europa.„Wir müssen in kürzester Zeit drei Jahrzehnte aufholen, in denen unsere Bundeswehr runtergespart wurde.“Finanzminister Lars KlingbeilDer Minister nannte als Priorität des Haushalts außerdem, das Land wieder auf Wachstumskurs zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem solle der Haushalt auch mit harten Entscheidungen in Ordnung gebracht werden. „Wir können nicht so weitermachen, wie das in den letzten 20 Jahren der Fall war.“ Die Konsolidierung sichere die Freiheit von morgen. Für den Etat 2027 sei eine ursprünglich bestehende Lücke von 34 Milliarden Euro geschlossen worden. Lorenz ZeckHaushaltsentwurf 2027: Mehr Ausgaben für Verteidigung, Kürzungen beim KlimaschutzFinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant für 2027 Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro – deutlich mehr als die 524,5 Milliarden in diesem Jahr. Größter Treiber ist die Verteidigung mit rund 109,7 Milliarden Euro (ein Drittel mehr als 2026); für die Ukraine sind 11,6 Milliarden eingeplant. „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen“, sagte der SPD-Chef am Sonntagabend im ARD-„Sommerinterview“ mit Blick auf Bedrohungen durch Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin.Die Neuverschuldung steigt inklusive Sondervermögen auf gut 200 Milliarden Euro – vor allem für Verteidigung und Infrastruktur. Weil zugleich die Steuereinnahmen sinken, muss Klingbeil den laufenden Haushalt unter anderem mit höheren Tabak-, Alkohol- und Sektsteuern und eine neue Plastikabgabe stopfen. Der Vizekanzler muss aber zudem rund 6,8 Milliarden Euro aus einer Rücklage entnehmen.Außerdem sind zusätzliche Einsparungen vorgesehen: Neben Kürzungen in Etats ist ein Abbau von Finanzhilfen im Klima- und Transformationsfonds geplant. Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung sollen zurückgefahren werden.Der Bundesverband der Deutschen Industrie nennt die Schuldenzuwächse „alarmierend“. Für Streit sorgen zudem die Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds. Greenpeace spricht von einem „Raubzug“, die Koalition verteidigt sie mit Effizienzgründen. Nach dem Kabinettsbeschluss geht der Haushalt in die parlamentarischen Beratungen. Der Bundestag soll den Etat Ende November verabschieden. Üblicherweise kommt es noch zu Änderungen am Regierungsentwurf.Wie Klingbeil die Haushaltslöcher stopfen will:CDU-Arbeitnehmerflügel gegen erschwerte Krankmeldungen Die Pläne der schwarz-roten Koalitionsspitzen für erschwerte Krankmeldungen im Job stoßen auch beim CDU-Arbeitnehmerflügel auf Kritik. Der Vize-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, sagte dem Tagesspiegel: „Die Koalition muss dieses völlig unnötige Thema schnell abräumen.“ Die meisten Menschen, mit denen er darüber gesprochen habe, seien entsetzt von der angekündigten Pflicht zu einer Krankschreibung an Tag eins. „Es gibt einen Riesen-Unmut darüber.“ Kanzler Friedrich Merz begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. Er machte deutlich, das heiße nicht, dass man am ersten Tag in die Praxis gehen müsse. Bereits möglich ist, dass Ärzte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit rückdatieren – aber „nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen“, wie eine Richtlinie festlegt. Aus der SPD kamen bereits Mahnungen zu einer praktikablen Umsetzung der Vereinbarungen des Koalitionsausschusses. Bäumler sagte: „Die Koalition sollte sich anderen Themen zuwenden, statt das Signal an die Menschen in Deutschland zu senden, dass sie ihnen misstraut.“ Klingbeil verteidigt schärfere KrankschreibungsregelnDer Vizekanzler und SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil äußert sich im ARD-Sommerinterview zu den schärferen Regeln bei der Krankschreibung. In der vergangenen Woche hatte der Koalitionsausschuss beschlossen, dass kranke Arbeitnehmer künftig ab dem ersten Tag eine Krankschreibung vorlegen müssen. Bislang ist eine ärztliche Bescheinigung erst ab dem vierten Tag Pflicht. Ärztevertreter, Opposition und Gewerkschaften kritisierten die Pläne scharf.Klingbeil sprach von einer „hochemotionalen Debatte“, die die Pläne ausgelöst hätten. Persönlich hege er kein Misstrauen gegenüber den Arbeitnehmern, betonte der SPD-Chef. Die Koalition habe aber „etwas verabredet, dazu stehe ich auch“. Wichtig sei nun eine pragmatische Umsetzung im Parlament. Zwar brauche es künftig eine Bescheinigung für den ersten Krankheitstag, holen müsse man diese aber nicht zwingend gleich am ersten Tag. „Ihr müsst euch nicht krank zum Arzt schleppen und auch nicht krank auf die Arbeit schleppen“, sagte Klingbeil. Am besten sei es zudem, wenn die Tarifpartner oder die Betriebe die Regelung so gestalten könnten, wie sie es für richtig hielten.Klingbeil ordnete die verschärften Regeln als Kompromiss ein: Die Union habe angesichts der hohen Zahl an Krankheitstagen unbezahlte Karenztage vorgeschlagen. „Da haben wir als Sozialdemokraten gesagt, das machen wir nicht mit“, so Klingbeil. Eine Streichung der Lohnfortzahlung habe es in den Siebzigerjahren schon einmal gegeben – und das habe schon damals nicht funktioniert.Zur Kritik, die SPD habe in den Verhandlungen zu viel aufgegeben, sagte Klingbeil grundsätzlich: „Politik lebt von Kompromissen.“ Wer glaube, man könne alle Reformmaßnahmen genau nach eigenen Vorstellungen gestalten, „der versteht nicht, wie Kompromissfindung und Demokratie funktionieren“. In der demokratischen Mitte müsse man sich aufeinander zubewegen.Neue Zuckersteuer soll ins Gesundheitssystem fließenDie Verhandler von SPD und Union haben sich auf einen Kompromiss für das Sparpaket im Gesundheitssystem geeinigt. Das entsprechende Papier liegt der Süddeutschen Zeitung vor. Der Kompromiss kann demnach Ende der Woche im Bundestag beschlossen werden. Eine zentrale Änderung betrifft den Bundeszuschuss aus Steuern. Er deckt beispielsweise einen Teil der Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern ab. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wollte den Zuschuss um rund zwei Milliarden Euro kürzen. Nun lässt er gesetzlich Versicherten doch rund eine halbe Milliarde Euro mehr. Damit sinkt der Bundeszuschuss nur noch um rund eine Milliarde Euro.Möglich machen soll das eine neue Zuckersteuer. Sie ist im Bundeshaushalt, der an diesem Montag beschlossen werden soll, noch nicht eingeplant. Das Geld steht daher zusätzlich zur Verfügung. Die Zuckersteuer soll pro Jahr rund eine halbe Milliarde Euro an Einnahmen bringen, schätzen die Regierungsfraktionen.Klingbeil: „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen“ Bundesfinanzminister Klingbeil rechtfertigt die im kommenden Jahr geplante höhere Neuverschuldung im Bundeshaushalt. „Dass wir Schulden machen, hat damit zu tun, dass wir unsere Bundeswehr aufrüsten, dass wir modernisieren“, sagte der SPD-Vorsitzende im ARD-„Sommerinterview“. Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bedrohungen durch Russland unterstrich er: „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen.“ Das Kabinett will den Regierungsentwurf des Haushalts 2027 am Montag beschließen. Laut Kabinettsvorlage ist 2027 eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro geplant. Klingbeil äußerte sich auch zum Reformpaket der Koalition. Die Vereinbarungen von CDU, CSU und SPD seien „kein Grund, selbstzufrieden sich zurückzulehnen“, sagte er. „Wir haben jetzt ein kleines Stück Weg geschafft, aber noch nicht mehr.“ Er räumte ein, dass die Beschlüsse Belastungen für alle Menschen bringen würden. Aber: „Nichts tun und unser Land einfach in diesem Status quo belassen, und dieser Status quo hat sich ja über 20 Jahre aufgebaut, das wäre das Schlimmste, was man diesem Land gerade antun könnte.“ Die Maßnahmen seien wegen des Reformstaus in Deutschland notwendig.FDP fordert Einsparungen im Etat – Kritik an NeuverschuldungAngesichts der hohen Neuverschuldung im Haushaltsentwurf des Bundes für das kommende Jahr fordert FDP-Generalsekretär Martin Hagen eine konsequente Sparpolitik. „Die Bundesregierung bräuchte endlich Mut zum Sparen und Priorisieren. Stattdessen geht die Verschuldung ungebremst weiter“, sagte Hagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Der Staat muss schlanker werden.“ Die FDP schlage vor, rund 100 der insgesamt 900 Bundesbehörden abzuschaffen. Außerdem müssten die Kosten für Subventionen, Migration und Grundsicherung sinken. Das Bundeskabinett will an diesem Montag den Haushaltsentwurf 2027 von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) beschließen. Er sieht eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro im Kernhaushalt vor – nach 98 Milliarden Euro im laufenden Jahr.Keine Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland erwartet Hagen durch das Reformpaket der schwarz-roten Koalition. „Die Vorschläge erschöpfen sich im Klein-Klein“, kritisierte der FDP-Politiker. „Um echte Wachstumsimpulse zu setzen, bräuchte es einen Befreiungsschlag: Unternehmensteuern runter auf 20 Prozent, Lohnnebenkosten senken, radikaler Abbau von Überregulierung und eine ideologiefreie Energiepolitik, die auch auf Kernkraft und heimische Gasförderung setzt.“Den größten Korrekturbedarf sieht der FDP-Generalsekretär bei der Einkommensteuer. „Es braucht dringend eine echte steuerliche Entlastung der arbeitenden Bevölkerung. Die angeblichen Steuersenkungen der Bundesregierung sind eine Mogelpackung, sie gleichen gerade mal die Inflation aus.“ Für Minijobber und Spitzenverdiener würden die Steuern sogar steigen. „Die Union bricht damit ein weiteres Wahlversprechen.“ Die Freien Demokraten schlügen einen Vier-Stufen-Tarif vor, der die Mitte wirklich entlaste.AfD-Parteitag endet – Protestbündnis zieht positive BilanzDie AfD beendet mit Beratungen über Änderungen an der Parteisatzung und anderen internen Regularien in Erfurt ihren Parteitag. Nach Protesten mit zehntausenden Menschen gegen das Treffen will sich die Stadt am Nachmittag zu dem Großeinsatz rund um den Parteitag äußern. Auch das Bündnis „Widersetzen“ will Bilanz ziehen. Ob es am zweiten Tag des AfD-Delegiertentreffens in der Messe Erfurt erneut zu Protesten kommt, ist unklar. Ankündigungen für größere Aktionen sind nicht bekannt. Bereits am Samstag hatte „Widersetzen“ die Demonstrationen als Erfolg gewertet und von den größten Blockaden, die „wir je auf die Beine gestellt haben“, gesprochen. Den Angaben zufolge waren etwa 50 000 Menschen an Protesten beteiligt – darunter 17 000 an Blockaden. Die Polizei hingegen zählte insgesamt bis zum Nachmittag etwa 31 000 Menschen.Viele AfD-Delegierte reisten allerdings so früh am Morgen in von der Polizei eskortierten Bussen an, dass sie ohne Schwierigkeiten zum Messegelände gelangten. Der Parteitag begann pünktlich um 10 Uhr. AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnete mit Spott: „Der frühe Vogel fängt den Wurm (…), die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“ Die Polizei war in Erfurt und Umgebung mit Tausenden Kräften aus fast allen Bundesländern im Einsatz – unterstützt von der Bundespolizei, die unter anderem Wasserwerfer bereitstellte. Die AfD-Delegierten beschäftigen sich am zweiten Tag ihres Treffens mit Änderungen an der Bundessatzung und an der Finanz- und Beitragsordnung. Dabei geht es etwa um die Gestaltung von Gesprächen bei der Aufnahme neuer Parteimitglieder, um Mitgliedsbeiträge und die Ausführung von Parteitagen.Pistorius will „unter 1000“ Soldaten zum Dienst in Litauen verpflichtenFür die Stationierung einer Bundeswehrbrigade in Litauen muss nach Einschätzung von Verteidigungsminister Boris Pistorius eine nennenswerte Soldatenzahl verpflichtet werden. „Ich rede von unter 1000“, sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag. „Wir haben eine Herausforderung bei den Mannschaftsdienstgraden und bei Spezialisten. In den Fällen kann es am Ende zu einer Verpflichtung kommen.“ Bislang habe die Bundeswehr die Mehrzahl der Dienstposten mühelos mit Freiwilligen besetzen können. Der Aufbau der Bundeswehrbrigade mit etwa 4800 Soldaten und 200 zivilen Beschäftigten soll nach früheren Angaben 2027 abgeschlossen sein. Dies soll Litauen Sicherheit vor einer russischen Bedrohung geben.Pistorius: Keine geheimen Infos an AfD wegen Nähe zu PutinBundesverteidigungsminister Boris Pistorius will verhindern, dass die AfD im Fall einer Regierungsbeteiligung an geheim eingestufte Informationen kommt – und begründet das mit der Nähe der Partei zu Russland. „Die Nähe zu Putin ist nicht zu übersehen. Die Vermutung, dass es Geld aus Russland gibt, steht ebenfalls im Raum“, sagte er der Bild am Sonntag. Sensible Informationen dürften nicht in die falschen Hände geraten, betonte der SPD-Politiker. „Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang zu geheim eingestuften Informationen geben können. Das tun wir schon jetzt. Dazu sind wir verpflichtet, weil es um die Sicherheit unseres Landes geht.“Zum Szenario, dass die AfD im September in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal die absolute Mehrheit holen könnte, sagte der Minister: „Ich mache mir als Demokrat über einen solchen möglichen Wahlausgang allergrößte Sorgen. Die AfD lässt keinen Zweifel daran, was sie mit unserer Demokratie vorhat. Von daher wäre das ein sehr, sehr schlechtes Zeichen.“ In mehreren Bundesländern sind die Landesverbände der Partei vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.Gefragt, was er einem Soldaten sagen würde, der die AfD unterstützt, antwortete er: „Ich würde ihm sagen: Überlegen Sie sich das gut im Sinne unserer Demokratie. Aber es ist am Ende Ihre Entscheidung, wen Sie wählen.“Mehr ladenTickarooLive Blog Software