36 Grad, es wird immer heißer. Mag sein. Für Cabriofahrer sind solche Temperaturen kein Vergnügen. Ansonsten aber gibt es kaum etwas Schöneres, als das Stoffdach zurückzuschlagen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen.Problem nur, dass das Angebot für Freunde des Frischluftfahrens überschaubar geworden ist. Erst recht, wenn es bezahlbar sein soll. Offen fahren kostet heute meist Premiumpreise, dagegen bleibt’s im Volumensegment zunehmend schattig.Renault hat etwas dagegen, auch etwas, was hilft, und folgt zugleich konsequent seiner Retrostrategie. Im Zuge der Modellpflege des R4 E-Tech spendieren die Franzosen ihm eine Variante mit großem Stoffdach, die noch mehr esprit français vermitteln soll. Das fängt schon mit dem Namen an: Plein Sud, Richtung Süden.Lass die Sonne rein: 92 Zentimeter in der Länge und 80 Zentimeter in der Breite misst die Dachöffnung.HerstellerEs weckt Erinnerungen. Etwa an den rustikalen R4 Plein Air der späten Sechzigerjahre, der ganz ohne festes Dach, Seitenscheiben und Türen auskam. Oder an den R4 Sixties mit seinem doppelten Aufstellfenstern im Dach.Dass Elektroantrieb und Frischluft gut zusammenpassen könnten, ahnte Renault offenbar schon 2021. Damals entstand auf Basis eines historischen Plein Air ein elektrisches Showcar, das sich heute als Vorbote des R4 Plein Sud lesen lässt, wenngleich sich das Serienmodell von 2026 bedeckter hält.Faires FrischluftvergnügenDer neue freizügige Franzose ist in den Ausstattungslinien Techno und Iconic ab 34.500 Euro erhältlich, das fast einen Quadratmeter große Stoffdach, von Webasto zugeliefert, kostet herausgerechnet ehrliche 1800 Euro. Praktische Nachteile entstehen kaum.Im Zuge der Modellpflege ziehen in der gesamten R4-Reihe unter anderem ein Fahrerüberwachungssystem und ein Notbremsassistent ein.RenaultDas Dach öffnet und schließt in rund zehn Sekunden, sogar bis Tempo 90, per Knopfdruck oder Sprachbefehl. Dann öffnet sich auch für die zweite Sitzreihe der Himmel. Pessimisten sehen darin ein halb geschlossenes Auto, Optimisten ein halb offenes. Beide haben recht.Kaum Nachteile: Gerade mal 19 Kilo Mehrgewicht bringt der Plein Sud auf die Waage, die Normreichweite fällt nur geringfügig kürzer aus.RenaultAn den übrigen Qualitäten des 4,14 Meter langen R4 ändert sich nichts. Die Kopffreiheit bleibt nahezu unverändert, der Kofferraum fasst weiterhin 420 Liter und die Anhängelast wird wie gehabt mit 750 Kilogramm angegeben.Lediglich Dachreling und klassische Antenne weichen dem Faltdach, jene Letzteres wandert in die Heckscheibe. Dank Polymerbauteilen bringt die Konstruktion nur 19 zusätzliche Kilogramm auf die Waage, auch um den Schwerpunkt nicht unnötig nach oben zu verlagern. Die Normreichweite mit 392 Kilometern tangiert das kaum.Stoff zum Schwelgen: Die Kopffreiheit im Plein Sud bleibt mit 906 Millimetern vorn und 813 Millimetern hinten nahezu unverändert.HerstellerSowieso fährt sich der R4, ob mit oder ohne Stoffverdeck, nach der Modellpflege ziemlich unverändert. Jene beschränkt sich vor allem auf neue Assistenten, etwa zur Fahrerüberwachung oder fürs Notbremsen. Wichtiger ist der neue Wasser-Wasser-Wärmetauscher, der die Batterie an besonders kalten Tagen effizienter temperieren und somit die Ladezeiten verkürzen soll.Doch wer denkt dieser Tage schon an Kälte? Vielmehr zählt die Erfrischung. Und die liefert der R4 E-Tech Plein Sud fast so zuverlässig wie ein leckeres Eis.
Renault R4 Plein Sud mit Stoffdach im Fahrbericht: Nicht nur für Sonn-Tage
Um die automobile Freizügigkeit ist es nicht sonderlich gut bestellt. Während Cabrios fast nur noch im Premiumsegment überleben, kontert Renault mit französischer Leichtigkeit und schenkt dem elektrischen R4 ein großes Stoffdach.









