Der Kursrutsch von Samsung verwundert nur auf den ersten Blick: Der Speicherchipriese aus Südkorea hat seinen operativen Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal fast verzwanzigfacht. Der Rekordgewinn von umgerechnet 51 Milliarden Euro (88 Billionen Won) schien noch vor Jahresfrist unvorstellbar. Die Aktie gab am Dienstag dennoch zeitweise um rund 10 Prozent nach, auf die Rekordmeldung folgte der Abverkauf.
Zeit für die BranchenrotationDie Kursrallye wirft auch in den USA die Frage auf, ob angesichts der extrem hohen Bewertung des Chipsektors die Zeit für eine Branchenrotation gekommen ist. Das bedeutet, Anleger nehmen Gewinne aus den heiß gelaufenen Sektoren mit und schichten sie in andere Branchen, zum Beispiel Energie, Infrastruktur oder Healthcare, um, die aus Sicht vieler Anleger noch Nachholbedarf haben.
Der KI-Boom und die rasant steigende Zahl riesiger KI-Rechenzentren haben die Nachfrage nach Speicherchips sprunghaft steigen lassen. Für Konzerne wie Meta, Amazon, Oracle oder Microsoft ist der Preis der Chips inzwischen Nebensache – Hauptsache, die Hersteller können liefern. Das lässt die Gewinne der Chiphersteller explodieren: Samsung verbuchte im abgelaufenen Geschäftsquartal bereits das dritte Mal in Folge den höchsten operativen Gewinn der Unternehmensgeschichte. Zum Vergleich: Der operative Gewinn für das gesamte Jahr 2025 betrug lediglich knapp 44 Billionen Won, also weniger als die Hälfte des Ergebnisses im zweiten Quartal. Der Umsatz habe sich auf 171 Billionen Won mehr als verdoppelt.











