Der Austritt von Mali, Burkina Faso und Niger aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) markiert einen Wendepunkt für die internationale Strafjustiz. Was formal als einjähriges Austrittsverfahren beginnt, ist politisch weit mehr als ein Verwaltungsakt: Die drei von Militärregierungen geführten Staaten stellen die Legitimität des Gerichts und damit zentrale Pfeiler der westlich geprägten Weltordnung infrage. Zwischen dem 18. und 24. Juni 2026 hinterlegten sie ihre Austrittserklärungen bei den Vereinten Nationen; der Austritt wird jeweils ein Jahr später wirksam.
Mali, Burkina Faso und Niger verlassen den Internationalen Strafgerichtshof
Die drei Staaten hatten ihren Austritt bereits im September 2025 angekündigt. Nun läuft offiziell die einjährige Frist nach Artikel 127 des Römischen Statuts. In ihren Erklärungen werfen sie dem IStGH vor, ein politisiertes Instrument mit doppelten Standards zu sein und neokoloniale Interessen zu vertreten.
Warum der IStGH in Afrika seit Jahren umstritten ist
Der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte. Als das Römische Statut 1998 verabschiedet wurde, gehörten afrikanische Staaten zu den größten Unterstützern des neuen Gerichts. Mit 34 Vertragsstaaten stellt Afrika bis heute die größte regionale Gruppe innerhalb des IStGH.












