Passend zum Ende des Schuljahres flammt die Debatte über zu gute Abiturnoten wieder auf. Der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger kritisiert: »Schon jetzt reicht selbst ein bayerisches 1,0-Abitur nicht mehr aus, um über die Leistungsschiene sicher einen Medizinstudienplatz zu ergattern«, sagte er im Interview mit der Mediengruppe Bayern . »Inzwischen haben einzelne Gymnasien mehr 1,0-Abitur-Ergebnisse als vor 20 Jahren ganze Bundesländer.«

Er warnt: »Letztendlich wird dieser Weg zu einer massiven Entwertung des Abiturs und allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen führen.« Es werde zunehmend schwieriger, »in dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen«.Seine Kritik ist nicht neu. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er schon 2014 als damaliger Vorsitzender des Philologenverbands: »Die eigentlich Gelackmeierten der Bestnoten-Inflation sind die Spitzenschüler, weil deren Spitzenleistung in der Einser-Schwemme untergeht.« Auch beispielsweise der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß sprach im vergangenen Jahr von einer »Noteninflation«. Tatsächlich ist der Anteil an Noten mit einer Eins vor dem Komma in den vergangenen knapp 20 Jahren deutlich gestiegen, zuletzt war sie aber eher rückläufig. Es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.