Männer verdienen in Deutschland mehr als Frauen. In ganz Deutschland? Nein! Im Osten gibt es tatsächlich Regionen, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Dort steht die Geschlechterwelt gewissermaßen kopf. Ärmere Männer! Schon in der aus statistischen Daten erstellten Karte zeigen sich glasklar die Konturen der DDR, denn die Gehaltslücke West liegt im Durchschnitt bei 17 Prozent, im Osten bei fünf Prozent. Die Volkswirtin Michaela Fuchs hat gemeinsam mit drei Kolleginnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, eine viel beachtete Studie zu den regionalen Unterschieden im Gender-Pay-Gap erarbeitet.
Frau Dr. Fuchs, was tut sich in Sachen Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen?
Es ist insgesamt ein bisschen besser geworden: Der Gender-Pay-Gap hat sich in Deutschland leicht verringert. Die Kreise mit dem geringsten Gender-Pay-Gap liegen natürlich alle in Ostdeutschland – die drei Spitzenreiter sind Dessau-Roßlau, Stendal und Frankfurt (Oder) – dort verdienen Frauen recht stabil mehr als Männer, in Dessau-Roßlau waren es 2024, dem Jahr unserer Studie, 1,6 Prozent mehr. Auch in den Kreisen mit dem größten Gender-Pay-Gap ändert sich wenig – hier führt der Bodenseekreis mit derzeit 37,0 Prozent, im Jahr 2022 waren es noch 38,2 Prozent.






