Die meisten Liefer-Plattformen schneiden im aktuellen „Fairwork“-Rating miserabel ab. Projektleiter Patrick Feuerstein erklärt, warum das so ist.
taz: Herr Feuerstein, im aktuellen Fairwork-Bericht haben Sie die Arbeitsbedingungen bei Berliner Plattformunternehmen bewertet. Die Ergebnisse wirken desaströs: Fünf von sieben bewerteten Unternehmen, darunter die Essenslieferanten Lieferando, Wolt und UberEats erhielten 0 von 10 Punkten. Kann ich mir noch guten Gewissens Essen nach Hause bestellen?
Patrick Feuerstein: Das ist eine schwierige Frage. Die Idee von Fairwork ist natürlich schon, durch die Bewertungen und Ranglisten zu zeigen, dass es Unterschiede gibt, und damit die Konsument:innenverantwortung anzusprechen. Sprich: Wenn ihr was bestellen wollt, dann wählt doch die beste Plattform, und wir geben euch das Handwerkszeug dazu. Das ist natürlich schwierig, wenn bei allen Plattformen weitgehend dieselben Missstände herrschen. Für die mit 0 Punkten bewerteten Plattformen konnten wir zum Beispiel nicht nachweisen, dass alle Beschäftigten den Mindestlohn verdienen oder Zugang zu ihren Arbeitsverträgen haben, dass es diese Arbeitsverträge immer gibt, dass Schutzausrüstung bereitgestellt wird oder dass Versicherungsschutz besteht.








