Die Gewitter in der vergangenen Woche haben nur kurzfristig für Entspannung gesorgt. Zunehmend mangelt es Böden, Gewässern und Grundwasservorkommen an Wasser. Die Waldbrandgefahr steigt. Eine Momentaufnahme.07.07.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenIllustration Joana Kelén, SOPA Images / NZZEs ist trocken. Die Gewitter in der vergangenen Woche haben nur vorübergehende Linderung gebracht. In der Schweiz und in Teilen Deutschlands mangelt es zunehmend an Wasser. Mehrere Gemeinden, etwa im Aargau, haben bereits dazu aufgerufen, Wasser zu sparen. München hat damit begonnen, Brunnen abzustellen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In den kommenden Tagen und Wochen dürfte sich die Situation weiter zuspitzen. Dabei sind die Böden vielerorts schon jetzt sehr trocken. Im Laufe des Sommers kann dies für viele Gebiete eine hohe Waldbrandgefahr bedeuten.Wie sehr es an Wasser mangelt, zeigt sich vor allem, wenn man über mehrere Monate zurückblickt. In den vergangenen 90 Tagen sind auf der Alpennordseite und im Wallis nur etwa halb so viele Niederschläge heruntergekommen wie im klimatologischen Durchschnitt, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilte.Am Wochenende hat eine neue Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von knapp über 30 Grad Celsius begonnen. Laut Vorhersagen soll sie bis in die kommende Woche hinein anhalten. Sie wird zwar laut Vorhersagen längst nicht so stark ausfallen wie die vorige. Dennoch droht sich die Trockenheit weiter zu verschärfen. Denn Regen bleibt vorerst rar. Ob und wann es wieder zu Schauern oder Gewittern kommen wird, ist noch nicht klar.Die Böden sind schon trocken und werden noch trockenerDas Bundesamt für Umwelt (Bafu) rechnet auch längerfristig mit Dürrebedingungen in der Schweiz. Das Hochdruckgebiet, das die neue Hitzewelle bringt, kann sich zwar Ende Juli abschwächen, und dann könnte es wieder regnen. In grossen Teilen der Schweiz sind die Böden aber schon jetzt deutlich zu trocken. Die einzige Ausnahme sind Teile der Alpen und der Ostschweiz, wo es in letzter Zeit etwas häufiger geregnet hat.Seit Mai 2025 warnt der Bund vor Dürre in der Schweiz mithilfe eines Trockenheitsindexes, der vier Warnstufen aufweist. Dieser Index berücksichtigt, wie viel Regen und Schnee in den vergangenen zwei Jahren gefallen sind. Ausserdem werden die Bodenfeuchte sowie der Abfluss und der Pegelstand von Gewässern einbezogen. Die meisten Gebiete werden derzeit als trocken, sehr trocken oder extrem trocken eingestuft.Etliche Flüsse führen wegen der Trockenheit gegenwärtig weniger Wasser als sonst; dies gilt laut dem Bafu vor allem für den Jura sowie das zentrale und das westliche Mittelland. Auch die Pegelstände mehrerer Seen sind ungewöhnlich niedrig. Im Bodensee steht das Wasser so tief wie noch nie zuvor in dieser Jahreszeit.Im Walensee, im Zugersee, im Sempachersee und im Hallwilersee mangelt es ebenfalls an Wasser. Dass die Pegel von Gewässern schon Anfang Juli so stark fallen – nicht erst gegen Ende des Sommers, wie es viel häufiger vorkommt –, liegt auch daran, dass es im Winter sehr wenig geschneit hat. Dadurch war die Schneeschmelze in den Alpen früher als sonst vorbei. Nur im Hochgebirge liegt noch ein wenig Schnee. Das meiste Schmelzwasser, das jetzt aus den Alpen kommt, stammt von den Gletschern, die in diesem Sommer wieder rasant schrumpfen dürften.Die Grundwasserstände liegen teilweise noch im normalen Bereich, teilweise sind aber auch diese tiefer als sonst. Dies gilt vor allem für Grundwasservorkommen, die sich nah an der Oberfläche und in der Nähe von Flüssen befinden, denn diese reagieren besonders rasch auf ausbleibenden Regen.Dürre und Waldbrände auch in Deutschland und FrankreichSehr trockene Bedingungen herrschen gegenwärtig auch in Teilen Deutschlands, vor allem im Süden und im Osten des Landes. Mancherorts ist die Erde mehr als einen Meter tief ausgedorrt. Noch trockener als in der Schweiz und in Deutschland ist es gegenwärtig allerdings in Teilen Frankreichs.In Départements im Zentrum des Landes wie Creuse und Haute-Vienne ist es bereits verboten, Gärten oder Golfplätze zu bewässern. Zwei Hitzewellen im Mai und im Juni haben Böden und Vegetation stark ausgetrocknet. Das schafft in manchen Regionen ideale Bedingungen für Waldbrände. Gegenwärtig lodern die Flammen vor allem am Fusse der Pyrenäen. Aber auch in anderen Gebieten ist die Waldbrandgefahr gross.In der Schweiz wächst die Waldbrandgefahr ebenfalls. Noch gilt die höchste Warnstufe nur für niedrig gelegene Teile des Wallis. Doch auch für die Wälder des Landes gilt: Die gravierendsten Folgen der Trockenheit werden in diesem Sommer voraussichtlich erst später zu sehen sein.Passend zum Artikel
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