PfadnavigationHomePolitikDeutschlandReformSPD stellt Minijob-Ausnahmen für Studenten in AussichtStand: 00:27 UhrLesedauer: 2 MinutenQuelle: Fernando Gutierrez-Juarez/dpaDie SPD zeigt erstmals Bewegung im Minijob-Streit: Abgeordnete Annika Klose stellt Ausnahmen für Studenten und private Haushalte in Aussicht. Für Rentner sollen dagegen keine Sonderregeln gelten.Im Streit über die geplante Abschaffung von Minijobs deutet die SPD mögliche Kompromisslinien an. „Ich wäre bereit, darüber zu reden, neben Schülern auch für Studenten Ausnahmen zu erlauben“, sagte die SPD-Abgeordnete Annika Klose dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir könnten beispielsweise überlegen, die Werkstudentenregelung auszuweiten oder Studenten eine verpflichtende Rentenversicherung zu vergünstigten Tarifen anzubieten.“Klose saß für die SPD in der Rentenkommission, die eine weitgehende Abschaffung der Minijobs empfohlen hat, außer für Schüler. Das Gremium begründete den Vorschlag unter anderem damit, dass viele Minijobber kaum abgesichert sind und deshalb im Alter ein hohes Armutsrisiko hätten. Gegen die Abschaffung gibt es jedoch Widerstand, unter anderem von Arbeitgebern und Teilen der Union – und die Forderung, Minijobs auch Studenten und Rentnern weiterhin zu erlauben.Lesen Sie auchKlose argumentierte, für Studenten seien Minijobs „nur ein Nebenverdienst und kein Ersatz für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“, deshalb lasse sich über Ausnahmen reden. „Minijobs weiterhin für Rentner zu erlauben, hielte ich aber nicht für richtig“, betonte sie. „Denn sie können durch die neue Aktivrente schon jetzt 2000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen und zahlen sowieso keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung.“Arbeitgeber sind vehement gegen eine weitgehende Abschaffung von Minijobs, weil Branchen wie Gastronomie oder Handel darauf angewiesen sind. Auch in der Union gibt es deshalb Bedenken, allen voran von CSU-Chef Markus Söder.Lesen Sie auchEinige Privatleute, die bislang Minijobber als Hilfen im eigenen Haushalt beschäftigen, besorgen die Pläne ebenfalls. Klose signalisierte auch hier Kompromissbereitschaft. Sie betonte, es handele sich nur um eine sehr kleine Gruppe. „Mehr als 96 Prozent der Minijobber arbeiten in Gewerben, nur drei Prozent sind in privaten Haushalten beschäftigt“, sagte sie. „Für diese wenigen Fälle könnten wir bestimmte Vereinfachungen möglicherweise erhalten. Darüber können wir reden.“Lesen Sie auchDie 34-Jährige betonte, bei der Umstellung werde eine Übergangsfrist eingehalten, damit Arbeitgeber und Minijobber Zeit hätten, neu zu planen. „Zwei oder drei Jahre werden wir als Frist zur Umsetzung sicher anpeilen müssen.“Die Bundesregierung hat zugesagt, die Vorschläge der Rentenkommission komplett umzusetzen. Die Koalition will dazu bis Jahresende ein Gesetzespaket verabschieden. CSU-Chef Söder wie auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) machten zuletzt aber klar, dass über die Minijob-Pläne noch zu reden sei.nw