Nach Angaben der Einsatzleitung auf der nur 50 Kilometer entfernten Insel Guam zieht der Sturm mit rund 15 Kilometern pro Stunde weiter in westnordwestlicher Richtung. Die Behörden rechnen mit schweren Gebäudeschäden, umgestürzten Bäumen und großflächigen Stromausfällen. Viele Menschen in der Region leben in einfachen Holz- und Wellblechhäusern. Auch auf Guam brachte der Sturm Schäden mit sich.Der Meteorologe Landon Aydlett vom National Weather Service sagte dem US-Sender NPR : »Das ist ein Supertaifun von enormer Stärke, und für jede Insel, die einen direkten Treffer abbekommt, (...) sieht die Lage sehr düster aus.« Für Rota werde es »wahrscheinlich nahezu katastrophal«. Er appellierte an die Bevölkerung: »Die Menschen müssen dort bleiben, wo sie sind.«Auch für die Inseln Guam, Tinian und Saipan gibt es weiterhin Taifun-Warnungen. Die Behörden warnen vor Sturmfluten, meterhoher Brandung und gefährlichen Überschwemmungen. Die Gouverneurin von Guam, Lou Leon Guerrero, rief die Bevölkerung auf: »Bleiben Sie in Ihren Häusern, fahren Sie nicht auf den Straßen und halten Sie sich vom Wasser fern.«

Besonders angespannt ist die Lage, weil viele Menschen auf den Nördlichen Marianen noch immer unter den Folgen des Supertaifuns »Sinlaku« leiden, der die Region im April verwüstet hatte. Nach Angaben des Wetterdienstes sind Notunterkünfte vielerorts nahezu ausgelastet. Auf Saipan und Tinian mussten Menschen teilweise abgewiesen werden. Bereits vor dem Eintreffen des Sturmzentrums wurden auf Guam Stromausfälle gemeldet, Flüge gestrichen und der Hafenbetrieb eingestellt.