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Geheimdienstbericht: Russischer Bankenbranche droht Krise wegen Krieg Ein als vertraulich eingestufter Geheimdienstbericht warnt vor dem Ernst der Lage im russischen Bankensektor. Die EU plant gerade jetzt neue Sanktionen gegen Russland. Wie reagiert Moskau?

06.07.2026 - 15:58 Uhr Artikel anhörenDas Gebäude der russischen Bank in Moskau: In Russland droht wohl eine Bankenkrise Foto: BloombergBerlin. Ein europäischer Geheimdienstbericht warnt vor einer drohenden Bankenkrise in Russland. „Die Lage erweckt den Anschein einer dynamischen Wirtschaft“, heißt es in dem der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorliegenden zweiseitigen Bericht, der europäische Regierungsvertreter über den Zustand der russischen Banken informieren soll.Verschleiert werde aber in Wirklichkeit eine „explosive Situation“, die etwa durch einen wirtschaftlichen Schock wie ein umfassendes Sanktionspaket gegen die Banken ausgelöst werden könnte. Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der die Europäische Union ein 21. Sanktionspaket vorbereitet. Dieses soll sich einem Insider zufolge auch gegen Banken und Kryptowährungs-Netzwerke richten und noch im Juli fertiggestellt werden.Dem Bericht mit dem Titel „Vermerk über die Wahrscheinlichkeit einer Bankenkrise in Russland im Jahr 2026“ zufolge wurden die Banken gedrängt, subventionierte Kredite an Rüstungsunternehmen und Immobilienkäufer zu vergeben. Die Autoren schätzen, dass zehn Prozent der Unternehmenskredite ausfallgefährdet sind.Zudem hätten einige Großbanken im vergangenen Jahr eine Quote notleidender Privatkredite von bis zu 15 Prozent gemeldet. Der Bericht verweist zudem darauf, dass 2025 mehr als 500.000 Russen Privatinsolvenz angemeldet hätten – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Staatliche Programme hätten darüber hinaus mehr als 13 Millionen Menschen dazu ermutigt, mindestens drei Kredite gleichzeitig aufzunehmen.Die russische Zentralbank, die eine Stellungnahme ablehnte, hatte die Risiken zuletzt heruntergespielt. Die „Schwachstellen im Finanzsektor sind nicht kritisch“, sagte der stellvertretende Zentralbankchef Filipp Gabunija im Juni. Er betonte, das Kapitalpolster der Banken sei auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.Auch Experten sehen keine unmittelbare Krise heraufziehen. „Russlands Wirtschaft stagniert, aber aufgrund der staatlichen Dominanz und der hohen Verteidigungsausgaben gibt es keine unmittelbare Finanzkrise“, sagte Chris Weafer, Russland-Experte bei der Beratungsfirma Macro Advisory. Die Vorstellung, dass eine neue Sanktionsrunde Russland in eine Krise stürzen werde, sei Wunschdenken, da Asien die Sanktionen ignoriere.Taras Skworzow, Finanzvorstand der größten russischen Bank Sberbank, sagte Reuters, inzwischen hätten sich alle an die Sanktionen gewöhnt. Die EU hat seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 weitreichende Sanktionen verhängt. Die USA unter Präsident Donald Trump haben jedoch einige davon gelockert. rtr Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt