Auch wenn die Pharmabranche gerade ein bisschen schwächelt und große Unternehmen wie Eli Lilly in Alzey und Boehringer in Ingelheim zuletzt Milliardenkürzungen und eine Verringerung der Medikamentenproduktion angekündigt haben, will sich Mainz weiter als bedeutender Forschungsstandort platzieren. Sichtbares Zeichen dafür ist der auf einstigen Ackerflächen am Europakreisel entstehende Biotech-Campus.Die in der Regel dreigeschossigen Büro- und Laborgebäude sollen später einmal möglichst innovative Unternehmen und vor allem Start-ups beherbergen, die sich zum Beispiel mit grundlegenden Fragen der Lebenswissenschaften und der Biotechnologie beschäftigen. Für diesen Zweck wurde von der J.-Molitor- und der G.L.-Kayser-Immobilien-Gesellschaft die Innovationspark Mainz GmbH als regionales Projektentwicklungsunternehmen gegründet.Die Gesellschaft hat nun schon den dritten Bauantrag für ein Labor- und Bürogebäude auf dem einstigen Hochschulerweiterungsgelände eingereicht. Das über fast 5000 Quadratmeter Mietfläche verfügende LAB3 soll in gut zwei Jahren fertig sein. Damit und mit den beiden vorausgegangenen Projekten, dem LAB 1 und dem LAB 2, „leisten wir unseren Beitrag dafür, dass Mainz sein großes Potential als Biotechnologie- und Forschungsstandort entfalten kann“, sagte Tina Badrot, die Geschäftsführerin der zur Ingelheimer Bauunternehmung Karl Gemünden gehörenden Molitor GmbH.Schöne Aussichten: So oder so ähnlich könnte der Campus später einmal aussehen, der Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen soll.Innovationspark MainzWie bei den vorausgegangenen Gebäuden, für die es offenbar genügend Mietinteressenten gab und gibt, soll nach den Plänen des Budenheimer Architekturbüros Ries + Ries auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geachtet werden. So sind der Einsatz von Geothermie, Gründächer, Photovoltaikelemente in der Hausfassade sowie Baumaterialien wie Holz und recycelter Beton vorgesehen. Mit den „InnovationsLabz“ werde an der Saarstraße zwischen Universität, Hochschule, Fußballstadion und Europakreisel derzeit „eines der bedeutendsten Zukunftsprojekte der Region“ realisiert, erklärten Tim Gemünden und Edmund Schmitz, die beiden für das Vorhaben zuständigen Molitor- und Kayser-Geschäftsführer.Mehr als 30.000 Studenten, die in der Universitätsstadt leben und lernen, aber auch das Klinikum sowie etliche wissenschaftliche Institute und Einrichtungen: All das ist aus Sicht der Stadt die Basis, damit sich das durch den Corona-Impfstoffhersteller Biontech SE weltbekannt gewordene Mainz auch künftig als Forschungsstandort behaupten könne.Auf lange Sicht soll mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz möglichst das gesamte Areal zwischen Eugen-Salomon-Straße und Bahngleisen zum Nährboden für biotechnologische Innovationen werden. Weil dafür aber weitere Ackerflächen bebaut werden müssten, wovon wiederum wichtige Kaltluftentstehungszonen betroffen wären, sehen Umwelt- und Naturschutzgruppen die Planung kritisch.
Forschung: Mainz steckt viel Geld in Biotech-Campus
Das Geschäft mit Biotechnologie und Lebenswissenschaften will sich Mainz nicht entgehen lassen. Deshalb wird aktuell am Europakreisel in die Zukunft investiert.






