Der italienische Werftenkonzern unterzieht sich einer „historischen Transformation“, indem er mehr denn je auf die Unterwasserwelt setzt. So sieht es sein Vorstandsvorsitzender Pierroberto Folgiero, der am Montag die Übernahme von vier Unternehmen bekannt gab. Es handelt sich um die italienischen Unternehmen Next Geosolutions, Wsense, Graal Tech und Defcomm, durch die sich Fincantieri eine führende Stellung unter Wasser erhofft.Dabei geht es um die Themen Verteidigung sowie Sicherung und Instandhaltung von Infrastruktur, vor allem von Energie- und Telekomleitungen, sowie um Unterwasserdrohnen. Fincantieri, ein Hersteller von Kriegs- sowie Kreuzfahrtschiffen, erhofft sich großes Wachstum von Sicherheitsangeboten, die sich militärisch wie zivil nutzen lassen („dual use“).Fincantieri-Aktie legt um elf Prozent zuDie Anleger scheinen überzeugt. Der Kurs der Fincantieri-Aktie stieg am Montag bis zum Mittag um elf Prozent. Seit Jahresbeginn hatte der Wert aus mehreren Gründen ein knappes Drittel verloren. Eine überraschende Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro im Februar gefiel Anlegern nicht, das Gleiche galt für den im ersten Quartal gesunkenen Umsatz. Zudem könnten einige Militäraufträge in Schwierigkeiten geraten, weil die italienische Regierung Budgetkürzungen angekündigt hat. Der Kursrückgang erfolgte von einem hohen Niveau aus, denn im vergangenen Jahr hatte sich der Wert bis Oktober 2025 mehr als vervierfacht.Der Zukauf von Next Geosolutions ist die größte Transaktion, das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr schon mit der Fincantieri-Tochtergesellschaft IDS die Entwicklung unbemannter Überwachungsboote für den Meeresgrund angekündigt. Next Geosolutions hat auch Kunden in Deutschland wie die Netzbetreiber Tennet und 50 Hertz, um zum Beispiel Offshore-Windparks in der Nordsee anzuschließen. Defcomm und Graal Tech sind nach Angaben von Folgiero „Deep Tech“-Unternehmen im Drohnenbau, Wsense ist ein Spezialist für die Telekommunikation. Fincantieri bringt nun nach eigenen Angaben 1500 Spezialisten in Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen.Die Zukäufe kosten Fincantieri rund 600 Millionen Euro, der Großteil davon stammt aus der Kapitalerhöhung im Februar. In diesem Jahr werde das Unterwassergeschäft Einnahmen von rund 1,1 Milliarden Euro erzielen, schätzt Fincantieri. Der Beitrag zum Nettogewinn soll in diesem Jahr mehr als 60 Millionen Euro betragen.
Fincantieri kauft vier Firmen für Unterwassergeschäft
Der italienische Schiffbauer kauft vier Unternehmen, um ein Marktführer im wachsenden Unterwassergeschäft zu werden. Die Aktie reagiert deutlich.










