Ein Wahlkampfvideo der Berliner CDU legt nahe, dass propalästinensische Demonstrierende als „Judenhasser“ gelesen werden können. Online sorgt es für Empörung.
D ramatische Hans-Zimmer-mäßige Musik, marschierende Soldaten, brennende Wälder, behelmte Polizisten mit Schlagstöcken und Schutzschilden. „Die Welt ist aus den Fugen geraten“, ertönt eine Stimme im apokalyptischen Wahlkampfvideo der Berliner CDU. „Und Berlin steckt mittendrin.“ Es gehe darum, ob man Antisemitismus nur beklage, heißt es. Dazu wird das Holocaust-Mahnmal eingeblendet, unmittelbar gefolgt von einem Fahnenmeer palästinensischer Flaggen bei einer palästinasolidarischen Demo, unterlegt mit den Worten: „… oder Judenhassern wirklich die Stirn bieten.“
In den sozialen Medien reagieren Nutzer*innen fassungslos auf den CDU-Clip. „Das muss doch ein schlechter Witz sein“, heißt es oder „Es ist einfach beschämend“. Ein Influencer kritisiert, es würden „Menschen, die gegen Völkermord und Vertreibung sind, mit den Nazis gleichsetzt“. Tatsächlich schert der Spot alle über einen Kamm: Die palästinensische Fahne wird zum Zeichen von Antisemitismus, palästinasolidarische Demonstrant*innen pauschal mit Judenhassern gleichgesetzt und arabische Menschen zum Feindbild stilisiert. Für eine differenzierte Beobachtung bleibt kein Platz, dabei ist die dringend geboten.







