Zum Start einer erneuten Hitzewelle in Frankreich spitzt sich die Waldbrandgefahr im Süden des Landes zu. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales hat am Abend die Evakuierung von 5000 Menschen aus Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan angekündigt, wo Feuerwehrkräfte gegen ein sich ausbreitendes Feuer kämpften. 1650 Hektar Fläche wurden bereits von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen und ein Anwohner und ein Feuerwehrmann wurden lebensgefährlich verletzt, wie der Sender BFMTV berichtete.Der ausufernde Brand führte auch zu einer Anpassung der dritten Etappe der Tour de France, die am Montag durch die betroffene Region führt und nun ohne Zuschauer und Werbekarawane unterwegs sein wird. „Der Waldbrand von außergewöhnlichem Ausmaß, der derzeit in den Pyrénées-Orientales wütet, erfordert einen massiven Einsatz der Mittel zur Waldbrandbekämpfung unserer Feuerwehr, aber auch der inneren Sicherheitskräfte und aller staatlichen Stellen“, sagte Präfekt Regnault de la Mothe. „Die absolute und ganz klare Priorität ist natürlich der Schutz der Bevölkerung, des Eigentums und der Naturräume sowie die Eindämmung des Brandes.“Auch in Griechenland, Portugal und Spanien kämpften Feuerwehren am Wochenende gegen Großbrände. In der Nähe von Thessaloniki im Norden des Landes sind eine Recyclinganlage und eine Textilfabrik in Brand geraten. Aus der Recyclinganlage stieg dichter Rauch auf. Aus Sorge vor giftigen Gasen riefen Behörden die Einwohner auf die Fenster geschlossen zu halten.Am vergangenen Sonntag: Ein Löschflugzeug vom Typ Canadair wirft Wasser über einer brennenden Recyclingfabrik in Oreokastro am Stadtrand von Thessaloniki ab. Alexandros Avramidis/ReutersIm Norden Portugals wurde ein seit Donnerstag wütender Waldbrand bei Vouzela nach Angaben der Behörden weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die Flammen haben dort mindestens 13 000 Hektar Land vernichtet.Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen auf das Dorf Cercosa im Norden Portugals übergreifen. Pedro Rocha/ReutersIn einem Naturschutzgebiet nahe der spanischen Costa Brava zerstörte ein Waldbrand mehr als 2200 Hektar Vegetation. Einsatzkräfte konnten das Feuer größtenteils eindämmen. Die Situation sei aber nach wie vor angespannt.3. Juli: Ein Feuerwehrmann trifft am Ort eines Brandes nahe La Bisbal de l’Empordà im Nordosten Spaniens ein. STRINGER/AFPAuch in Deutschland steigt die Gefahr: In der Nacht zum Dienstag sollen zwar Wolkenfelder durchziehen. Es bleibe aber trocken. Laut den Warnkarten auf der DWD-Homepage steigen die Gefahren für Waldbrände und brennendes Grasland – teils auf die höchste Stufe.