Russland fliegt neue LuftangriffeKurz nach Mitternacht waren in der Hauptstadt Kiew laut Behördenangaben und Medienberichten Alarmsirenen und heftige Explosionen zu hören. Demnach wurde fast in allen Landesregionen Luftalarm ausgelöst. In Kiew wurden nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, teilte auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass Raketen und Drohnen Wohnblöcke und andere Gebäude getroffen hätten. Angeblich setzten die Angreifer neben zahlreichen Drohnen auch Dutzende Marschflugkörper und Raketen ein. Marschflugkörper können besser manövriert und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar der Luftabwehr erfasst werden, dafür sind ballistische Raketen aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren. Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos.Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag davor gewarnt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor Beginn des NATO-Gipfels in der Türkei am Dienstag schwere Luftangriffe befehlen dürfte. Dabei berief er sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. Zahl der Opfer steigt nach russischem Angriff auf Kiew Nach dem nächtlichen russischen Angriff auf Kiew steigt die Opferzahl ukrainischen Angaben zufolge weiter. Inzwischen seien neun Tote geborgen worden, teilt der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, mit. Da die Rettungsarbeiten andauerten, könne die Zahl noch weiter steigen.Insgesamt hat Russland bei dem Angriff nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 68 Raketen und 351 Drohnen eingesetzt. Davon habe die Luftabwehr 37 Raketen und 326 Drohnen abgeschossen oder unschädlich gemacht. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, es seien Militär- und Energieanlagen in der ukrainischen Hauptstadt mit Präzisionswaffen sowie Militärflugplätze in anderen Regionen angegriffen worden.Treffen zwischen Trump und Selenskyj in AnkaraUS-Präsident Donald Trump will am Rande des bevorstehenden NATO-Gipfels in der Türkei mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Bei der für Mittwoch geplanten Begegnung solle erörtert werden, wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine beendet werden könne, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Sonntag. Mathias PeerAußenexperte der Union fordert Druck auf ChinaKurz vor Beginn des NATO-Gipfeltreffens in Ankara hat der Unions-Außenexperte Jürgen Hardt (CDU) mit Blick auf den Ukraine-Krieg eine klare Ansage an China gefordert. „China spielt für Russlands Fähigkeit, seinen Angriffskrieg fortzusetzen, eine erhebliche Rolle“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb müsse die NATO hier Klartext sprechen: „Wer Moskaus Rüstungsbasis stützt, trägt Mitverantwortung für die Verlängerung dieses Krieges. Diese Realität offen anzusprechen, ist kein Eskalationsschritt, sondern Ausdruck strategischer Ehrlichkeit“, betonte Hardt. Der CDU-Politiker forderte auch einen härteren Kurs der NATO gegenüber Russland. Der Gipfel müsse vor allem politische Geschlossenheit demonstrieren, sagte er. „Moskau darf keinen Zweifel daran haben, dass die Unterstützung für die Ukraine ungebrochen ist.“Unions-Außenexperte Jürgen HardtMathias PeerHausbewohner sitzen nach Angriff in Gebäude festBei einem russischen Raketenangriff auf Kiew ist Behördenangaben zufolge ein Wohnhaus schwer beschädigt worden. Die örtlichen Behörden vermuten, dass Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten. In dem Gebäude im historischen Stadtteil Podil säßen auch mehrere Bewohner des Hauses im siebten bis neunten Stockwerk fest, teilte Bürgermeister Witali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In anderen Bezirken stürzten Trümmerteile von Drohnen ab.Bericht: Russische Hacker stehlen Log-ins britischer BeamterRussische Hacker sollen einem Medienbericht zufolge die Anmeldedaten britischer Regierungsbeamter gestohlen und sich Zugang zu deren E-Mail-Konten verschafft haben. Laut dem britischen „Telegraph“ nutzten die Angreifer dabei eine Schwachstelle im Sicherheitssystem aus und setzten zuvor gestohlene Daten ein, um Barrieren zum Schutz kritischer Infrastruktur zu umgehen.Der am Sonntagabend noch andauernde Angriff ist demnach als „FortiBleed“ bekannt. Eine staatliche russische Beteiligung an dem Angriff ist nach Einschätzung von Sicherheitsforschern bislang nicht nachgewiesen. Laut einer Liste der kompromittierten Konten, die dem „Telegraph“ vorliegt, wurden Zugangsdaten von Mitarbeitern des Außenministeriums im Ausland sowie von Kommunalbeamten in ganz Großbritannien abgegriffen. Dazu gehörten etwas Konten von IT-Mitarbeitern britischer Botschaften in Thailand und auf Mauritius sowie von Mitarbeitern der zentralenglischen Grafschaft Derbyshire und des Londoner Stadtbezirks Waltham Forest.Der Angriff umfasste demnach E-Mail-Adressen und die dazugehörigen Passwörter. In Dark-Web-Foren würden die Zugangsdaten zum Verkauf angeboten. Unter den zum Verkauf stehenden Zugangsdaten befinden sich laut dem Bericht etwa Anmeldedaten für den nationalen Gesundheitsdienst NHS, Energieversorger sowie wichtige Arzneimittellieferanten im ganzen Land. Ben MenglerSelenskyj rechnet mit massiven russischen Attacken vor NATO-Gipfel Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem NATO-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. „Das entspricht ganz (Kremlchef Wladimir) Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem NATO-Gipfel in Ankara“, sagte er. Russland wolle schlicht „noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten“. Die Vertreter der NATO kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen.In diesem Rahmen soll auch ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten stattfinden. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Sprecherin der US-Regierung mit.Selenskyj appelliert derweil an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen. „Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen“, sagte er. Die Welt verfüge durchaus über die notwendige Menge und Qualität an Flugabwehrsystemen. Nötig sei aber, diese der Ukraine auch zur Verfügung zu stellen. „Und das sind natürlich in erster Linie die Entscheidungen der USA, die Entscheidungen der Mächtigen in Europa und in der Welt.“Ukrainischer UN-Botschafter fordert „betonharte" europäische Linie gegenüber MoskauDer UN-Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, hat die europäischen Partner seines Landes zu einer harten gemeinsamen Linie in möglichen Friedensverhandlungen mit Russland aufgefordert. „Europa muss aus der Position der Stärke und ohne Rücksicht gegenüber Moskau auftreten“, sagte Melnyk den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in einem am Sonntag veröffentlichten Interview. „Nur ein solcher harter Kurs wird Putin beeindrucken. Nur dann gibt es Hoffnung, dass er bei seinem Krieg einlenkt“, fügte er mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin hinzu.Entscheidend sei, dass Europa mit einer Stimme spreche, sagte Melnyk weiter. Die Russen nutzten aus, dass es in Europa weiterhin viele unterschiedliche Herangehensweisen gebe. „Diese Kakophonie muss aufhören“, sagte Melnyk. Die Europäer müssten eine „betonharte Verhandlungsposition“ festlegen, die mit der Ukraine „voll und ganz abgestimmt“ werde.Melnyk zeigte sich zugleich skeptisch, dass Europa als Vermittler auftreten könne. Dafür fehle „Gott sei Dank“ eine Äquidistanz. Ihm schwebe eher die Rolle eines „Facilitators“ vor, der den Verhandlungsprozess begleite und beeinflusse. Europa solle „mit allen verfügbaren Mitteln“ dazu beitragen, Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Frage, wer diese Funktion auf europäischer Seite persönlich übernehme, sei „eher zweitrangig“.Opfer und Schäden bei gegenseitigen AngriffenGegenseitige Angriffe Russlands und der Ukraine haben wieder für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt. Wie der Generalstab in Kiew auf Telegram mitteilte, sei in der Nacht der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als der wichtigste Stützpunkt auf der Krim. Daneben griffen ukrainische Militärs auch wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.Russische Militärs nahmen am Nachmittag verschiedene Ziele in der ostukrainischen Großstadt Charkiw ins Visier. Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen seien mindestens ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Polnischer Streit wegen Patriot-Raketen für die UkraineIn Polen entspinnt sich innenpolitischer Streit wegen einer mutmaßlichen Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine im Frühjahr. Die nationalkonservative PiS und andere rechte Oppositionsparteien kritisierten, die Entscheidung sei an Parlament und Präsident vorbei erfolgt. Polen brauche die PAC-3-Munition für das US-Flugabwehrsystem selbst.„Diese Raketen sind ein Schlüsselelement der Verteidigung des polnischen Luftraums gegen ballistische Raketen und andere hochentwickelte Bedrohungen“, schrieb der frühere Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak, jetzt PiS-Fraktionschef, auf X. Die Regierung müsse die Sache sofort aufklären. Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk entgegnete der Nachrichtenagentur PAP zufolge, die Liste der Militärhilfen für die Ukraine sei geheim.Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. Im Frühjahr beklagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sein Land kaum noch Munition habe. Der US-Krieg gegen Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter. Im März versuchte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), mit anderen europäischen Ländern etwas mehr als 30 der gefragten Geschosse aufzutreiben. Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ließ damals offen, ob Polen Raketen aus eigenen Beständen abgetreten oder der Ukraine den Vortritt bei Bestellungen in den USA gelassen hatte.Mathias PeerTrump bietet nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj Vermittlung anUS-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Hilfe bei der Beendigung des Ukrainekriegs angeboten. In einem fast 90-minütigen Telefonat mit Putin habe Trump seine Bereitschaft bekräftigt, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen, teilte der Kreml-Berater Juri Uschakow mit. Trump habe das Angebot im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am NATO-Gipfel in der Türkei in der kommenden Woche gemacht.Selenskyj teilte seinerseits mit, er habe am US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein „sehr gutes Gespräch“ mit Trump geführt und an die „amerikanische Entschlossenheit“ appelliert, den Krieg zu beenden. „Es gibt eine echte Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die amerikanische Entschlossenheit wird entscheidend sein“, sagte er. Beide hätten vereinbart, ihre Gespräche beim NATO-Gipfel fortzusetzen. Als Geste wurde das 62 Meter hohe Mutterlanddenkmal in Kiew nachts in den Farben der US-Flagge angestrahlt.Uschakow zufolge strebt Russland eine politisch-diplomatische Lösung an, die die grundlegenden russischen Positionen berücksichtige. Er warf der Regierung in Kiew und ihren Verbündeten vor, auf eine Eskalation des Konflikts zu setzen. Selenskyj weist russische Einnahme von strategisch wichtiger Stadt zurück Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Angaben aus Moskau zurückgewiesen, wonach russische Einheiten die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka eingenommen haben. Selenskyj erklärte am Samstag, die Stadt im Osten des Landes sei weiter unter ukrainischer Kontrolle. Das russische Militär hatte Präsident Wladimir Putin am Freitag die Einnahme der Stadt in der Industrieregion Donezk gemeldet – ein seit langem verfolgtes Ziel der russischen Führung. „Das ist natürlich nicht wahr. Es ist nur eine weitere russische Lüge“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. „Wenn Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle wäre, hätte Putin vielleicht kein Problem, mich dort zu treffen, um einen diplomatischen Weg zu finden, diesen Krieg endlich zu beenden.“ Auch der ukrainische Generalstab teilte mit, Kostjantyniwka sei weiter unter der Kontrolle der eigenen Streitkräfte.Kostjantyniwka ist die südlichste von vier wichtigen Ortschaften, die eine Verteidigungslinie bilden. Diese Linie ist für die Ukraine für die Abwehr russischer Vorstöße in die Region Donezk wichtig. Experten zufolge würde die Einnahme von Kostjantyniwka den russischen Streitkräften eine Basis verschaffen, von der aus sie nach Norden vorrücken könnten. Die russischen Streitkräfte berichten seit einiger Zeit, Teile von Kostjantyniwka zu kontrollieren. Betrieb in ukrainischer Gasförderanlage nach russischem Angriff eingestelltEin russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage hat nach ukrainischen Angaben ein Feuer ausgelöst. Der Betrieb der Anlage in der zentralukrainischen Region Poltawa sei eingestellt worden, teilte der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. „Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren“, hieß es in der Mitteilung weiter. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Luftalarm in fast der gesamten Ukraine – Russland fliegt neue Angriffe | FAZ
Opferzahl in Kiew steigt +++ Weißes Haus: Treffen mit Selenskyj am Mittwoch, Trump telefoniert 90 Minuten lang mit Putin +++ alle Neuigkeiten im Liveblog













