PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegSelenskyj warnt vor massiven Angriffen, kurze Zeit später herrscht fast im ganzen Land LuftalarmStand: 01:58 UhrLesedauer: 4 MinutenWolodymyr Selenskyj, ukrainischer PräsidentQuelle: Niall Carson/PA Wire/dpaVor dem Nato-Gipfel in Ankara rückt der Ukraine-Krieg wieder ins Zentrum. In Kiew sind in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor vor massiven Angriffen Russlands gewarnt.Die vorab befürchtete Welle schwerer Luftangriffe Russlands auf ukrainische Städte hat sich in der Nacht bestätigt. Kurz nach Mitternacht waren in der Hauptstadt Kiew laut Behördenangaben und Medienberichten Alarmsirenen und heftige Explosionen zu hören. Demnach wurde fast in allen Landesregionen Luftalarm ausgelöst. In Kiew sollen mehrere Gebäude beschädigt worden sein.Die örtlichen Behörden vermuten, dass Menschen unter den Trümmern eines Wohnhauses eingeschlossen sein könnten. In dem Gebäude im historischen Stadtteil Podil säßen auch mehrere Bewohner des Hauses im siebten bis neunten Stockwerk fest, teilet Bürgermeister Witali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In anderen Bezirken stürzten Trümmerteile von Drohnen ab. Angaben zu möglichen Opfern gab es zunächst aber nicht.„Der Feind greift mit ballistischen Raketen an“, schrieb der Chef der Militärverwaltung in Kiew, Tymur Tkaschenko, auf Telegram. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Luftabwehr sei im Einsatz. Er rief die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben. Kurz vor dem Angriff hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj noch vor massiven russische Angriffe vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara gewarnt. In einem Facebook-Posting berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. „Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara“, sagte er. Russland wolle schlicht „noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten“. Die Vertreter der Nato kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen.Selenskyj appeliert an ukrainische PartnerZudem appellierte Selenskyj an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen. „Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen“, sagte er. Die Welt verfüge durchaus über die notwendige Menge und Qualität an Flugabwehrsystemen. Nötig sei aber, diese der Ukraine auch zur Verfügung zu stellen. „Und das sind natürlich in erster Linie die Entscheidungen der USA, die Entscheidungen der Mächtigen in Europa und in der Welt.“Lesen Sie auchDer Ukraine sei klar, dass der politische Wille der Vereinigten Staaten von Amerika durchaus ausreichen würde, um den Mangel an Patriot-Systemen zu beheben, führte Selenskyj weiter aus. „Doch bislang fehlt es an einer solchen Unterstützung.“Lesen Sie auchWährend die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands Raketen. Im Frühjahr beklagte Selenskyj, dass sein Land kaum noch Munition dafür habe. Der US-Krieg gegen den Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter. Zuletzt hatte Selenskyj die Möglichkeit einer eigenen Patriot-Produktion ins Spiel gebracht. Möglich sei auch eine europäische Produktion in der Ukraine. Beim Gipfel in Ankara wird Selenskyj die Gelegenheit erhalten, sich mit einer Bitte um weitere Patriots direkt an US-Präsident Donald Trump zu wenden.Treffen mit Trump geplantSelenskyj wird sich am Rande des Gipfels mit Trump treffen. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Regierungssprecherin mit. Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. „Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen.“Man sei zuversichtlich, Fortschritte erzielen zu können, wenn Trump und Selenskyj zusammenkommen – und er sei sich sicher, dass sich Trump auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Verbindung setzen werde.Die USA vermitteln schon länger zwischen Russland und der Ukraine in dem Krieg. Angesichts ihres eigenen Kriegs gegen den Iran rückten die Bemühungen aber zuletzt in den Hintergrund.Beim Nato-Gipfel soll die Ukraine nun auch ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.Lesen Sie auchTrump will sich der Regierungssprecherin zufolge zudem bereits am Dienstagabend nach seiner Ankunft in Ankara mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch treffen. Neben dem Treffen mit Selenskyj am Mittwoch will sich der US-Präsident auch mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed Al-Scharaa besprechen. Weitere bilaterale Unterredungen wurden zunächst nicht öffentlich gemacht. Am Mittwochabend will Trump dann wieder in Richtung Washington abreisen.dpa/doli/luwi
Ukraine-Krieg: Nach Selenskyj-Warnung – Explosionen in Kiew, Luftalarm fast im ganzen Land - WELT
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara rückt der Ukraine-Krieg wieder ins Zentrum. In Kiew sind in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor vor massiven Angriffen Russlands gewarnt.














