PfadnavigationHomeGeldVerbraucherWELT-KaufberaterDie besten Blutdruckmessgeräte im TestVon Janina CarlsenStand: 07:46 UhrLesedauer: 8 MinutenGemeinsam mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart haben wir aktuelle Blutdruckmessgeräte getestet. Unser Test zeigt, welche Modelle präzise und zuverlässig messen und ob Smartwatches eine geeignete Alternative sind.Bluthochdruck zählt zu den Volkskrankheiten. Entgegen einer verbreiteten Annahme betrifft er nicht nur ältere Menschen. Stattdessen kämpfen zunehmend auch Jüngere mit erhöhten Werten. Studien zeigen, dass bereits in der Altersgruppe zwischen 30 und 44 Jahren jede achte Person zu hohen Blutdruck hat, Männer häufiger als Frauen. Insgesamt leiden in Deutschland dadurch rund 20 bis 30 Millionen Menschen daran. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Häufig spielen Stress, Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung oder genetische Faktoren eine Rolle. Rauchen, ein hoher Salzkonsum und Übergewicht erhöhen das Risiko zusätzlich. Das Problem dabei ist, dass Bluthochdruck oft jahrelang keine Beschwerden verursacht, während Gefäße, Herz und andere Organe bereits Schaden nehmen können.Mediziner sprechen deshalb von einem „stillen Killer“. Unbehandelt steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Demenz deutlich an. Das gilt auch für Menschen im mittleren Lebensalter. Daher sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig, wobei Blutdruckmessgeräte helfen. Doch welche Modelle messen präzise und zuverlässig? Und wie gut eignen sich Smartwatches als Alternative zur klassischen Manschette? Gemeinsam mit dem Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart haben wir verschiedene Optionen zur Blutdruckmessung getestet.Testsieger: Omron X7 SmartUnser Testsieger punktet vor allem mit seiner Messgenauigkeit. Das Omron X7 Smart verfügt über eine starre Manschette, die sich besonders leicht korrekt anlegen lässt. Dadurch werden Anwendungsfehler reduziert und die Messwerte fallen sehr präzise aus. Die Abweichungen bei Systole und Diastole lagen im Test nur minimal über den Referenzwerten.Das Oberarmgerät überträgt die Messdaten per Bluetooth direkt auf das Smartphone. Die App-Nutzung ist jedoch optional. Das große Display lässt sich gut ablesen, zudem können die Messungen von bis zu zwei Personen gespeichert werden.Wer Wert auf eine gelungene Kombination aus Zuverlässigkeit, Komfort und Ausstattung legt, findet im Omron X7 Smart AFib den überzeugendsten Allrounder in unserem Test. Preistipp: Omron X2+ ConnectAuch das Omron X2+ überzeugte im Praxistest. Die Manschette ließ sich unkompliziert anlegen und die Messergebnisse erwiesen sich als zuverlässig. Eine App-Verbindung ist möglich, das Gerät kann aber ebenso problemlos ohne Smartphone genutzt werden. Gespeichert werden die Daten einer Person. Einen Gastmodus gibt es nicht.Die durchschnittliche Abweichung lag bei vier mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) für Systole und Diastole und damit auf einem sehr guten Niveau. Dank der Universal-Manschette für Armumfänge von 22 bis 42 Zentimetern eignet sich das Gerät für viele Nutzerinnen und Nutzer. Wenn Sie vor allem zuverlässig messen möchten und auf umfangreiche Zusatzfunktionen verzichten können, erhalten Sie mit dem Omron X2 Smart+ eine günstigere Alternative zum Testsieger. Mit Sprachausgabe: Medisana BU 586 VoiceDas Medisana BU 586 Voice verzichtet auf eine App-Anbindung und setzt stattdessen auf eine praktische Sprachfunktion. Nach jeder Messung werden die ermittelten Werte laut vorgelesen. Das macht das Gerät besonders für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen interessant.Auch die Bedienung gelang im Test unkompliziert. Bei der Genauigkeit konnte das Modell jedoch nicht ganz mit den führenden Geräten mithalten. Die Messwerte wichen etwas stärker von der Referenzmessung ab als beim Testsieger.So testen wir die BlutdruckmessgeräteEin ansprechendes Design und eine unkomplizierte Bedienung sind wichtig. Entscheidend ist bei einem Blutdruckmessgerät jedoch die Messgenauigkeit. Nur präzise Werte liefern eine verlässliche Orientierung und unterstützen bei der Kontrolle des Blutdrucks. Deshalb floss die Genauigkeit besonders stark in unsere Bewertung ein. Daneben berücksichtigten wir Bedienung, Verarbeitungsqualität und die Eigenschaften der jeweiligen Hersteller-App.Messgenauigkeit: Um die Messwerte zu überprüfen, schickten wir die getesteten Blutdruckmanschetten an das Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart. Dort prüften Chefarzt Professor Dr. med. Jörg Latus und sein Team sämtliche Modelle zu verschiedenen Tageszeiten und an unterschiedlichen Patientinnen und Patienten, darunter auch Menschen mit Bluthochdruck. Als Referenz diente die mechanische Manschette, die im Klinikalltag verwendet wird. Die Geräte geben die Werte für Systole und Diastole in Millimeter-Quecksilbersäule an. Abweichungen von bis zu fünf mmHg gelten als akzeptabel. Liegen sie bei zehn mmHg oder mehr, nimmt die Aussagekraft deutlich ab.Handhabung: Ebenso wichtig ist die Handhabung. Nur wenn sich eine Manschette korrekt anlegen lässt, entstehen im Alltag verlässliche Messergebnisse. Deshalb bewerteten die Tester auch, wie einfach die Geräte anzulegen sind.Bedienung und Qualität im Alltag: In der Redaktion prüften wir die Nutzung der Geräte ohne App. Dabei spielten unter anderem die Lesbarkeit des Displays, die Dauer einer Messung und die Datenübertragung eine Rolle.Verarbeitung: Auch die Material- und Verarbeitungsqualität floss in die Bewertung ein. Neben dem Gesamteindruck untersuchten wir zudem die Kratzfestigkeit der verwendeten Materialien.Apps: Die zugehörigen Apps wurden hinsichtlich Datenerfassung und Aufbereitung der Messwerte bewertet. Zusätzlich ließ eine Anwaltskanzlei die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Datenschutzbestimmungen prüfen. (Wichtig: Die Hersteller können ihre Apps seit dem Testzeitpunkt verändert oder aktualisiert haben.)Die Testergebnisse im ÜberblickEin Blutdruckmessgerät bringt wenig, wenn die angezeigten Werte nicht stimmen. Unser Test zeigt deshalb klar, dass klassische Oberarmgeräte weiterhin die zuverlässigsten Ergebnisse liefern. Für die Messung zu Hause bleiben sie die beste Wahl.Wearables können interessant sein, vor allem für technikaffine Nutzerinnen und Nutzer. Allerdings hängt die Messqualität hier noch stärker von einer korrekten Anwendung, einer regelmäßigen Kalibrierung und einer konsequenten Nutzung ab.Die höchste Genauigkeit erzielte das Omron X7 Smart AFib. Die durchschnittliche Abweichung betrug lediglich drei mmHg bei der Systole und zwei mmHg bei der Diastole. Auch das günstigere Omron X2+ Smart überzeugte mit präzisen Ergebnissen und sicherte sich damit verdient den Titel als Preistipp.Deutliche Unterschiede gab es bei der Messdauer. Während das Modell von CheckMe im Durchschnitt etwas mehr als 20 Sekunden benötigte, dauerte eine Messung beim Gerät von Weinberger im Mittel 53 Sekunden.Beim CheckMe fiel darüber hinaus auf, dass simulierte Messfehler nicht zuverlässig erkannt wurden. Selbst bei Bewegungen der Nutzerin lief die Messung weiter. In einzelnen Fällen führte dies zu Schmerzen und sichtbaren Druckstellen auf der Haut. Generell zeigte sich, dass viele Geräte auch bei einer locker sitzenden Manschette zunächst versuchen, dennoch eine Messung durchzuführen.Bei Gesundheits-Apps spielt der Datenschutz eine zentrale Rolle. Zum Testzeitpunkt fanden die beauftragten Anwälte bei allen Herstellern Schwächen in den Datenschutz- und Nutzungsbedingungen. Besonders auffällig war CheckMe. Die Regelungen orientierten sich nach Einschätzung der Experten stärker an chinesischen oder US-amerikanischen Vorgaben als an europäischem Recht. Hier besteht weiterhin Nachbesserungsbedarf.Bei der Interpretation der Messwerte bleiben viele Geräte zurückhaltend. Immerhin liefern alle getesteten Modelle eine grundlegende Einschätzung dazu, ob die Werte im Normalbereich liegen oder auf Bluthochdruck hindeuten. Die umfangreichsten Auswertungen bieten Geräte mit App-Anbindung. Ohne App beschränken sich die Informationen meist auf die Anzeige am Gerät.Blutdruck per Smartwatch oder Fitnessband messen?Wer seinen Blutdruck regelmäßig kontrolliert, wünscht sich eine möglichst einfache Lösung. Die Idee, die Messung direkt am Handgelenk per Smartwatch durchführen zu lassen, klingt deshalb verlockend. Einige Hersteller arbeiten bereits an entsprechenden Systemen. Huawei hat inzwischen sogar die zweite Generation seiner Blutdruckuhr auf den Markt gebracht.Lieber mit einem guten, validierten Oberarmgerät regelmäßig und korrekt messen als mit einem smarten Gadget ungenau und unregelmäßig.Huawei setzt auf bewährte TechnikDie Huawei Watch D2, die 2024 vorgestellt wurde, arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie klassische Blutdruckmanschetten. Im Armband befindet sich ein Luftpolster, das sich während der Messung aufpumpt.Besonders interessant ist die Möglichkeit, den Blutdruck auf Wunsch über 24 Stunden hinweg zu überwachen. Im Test zeigte die Uhr jedoch größere Abweichungen als die getesteten Oberarmgeräte. Die Technologie ist innovativ, erreicht derzeit aber noch nicht deren Genauigkeit. Ohne regelmäßige Kontrollmessungen ist sie daher nicht zu empfehlen.Hilo Band zur LangzeitbeobachtungEinen anderen Ansatz verfolgt das Hilo-Band. Der Hersteller verspricht ein medizinisch zertifiziertes Gerät, das nach einer vier Tage langen Kalibrierung Blutdruckmessungen direkt am Handgelenk ermöglicht. Das Band kommt dabei komplett ohne Display aus.Im Test von Professor Dr. med. Jörg Latus erzielte das System vergleichsweise gute Ergebnisse. Es misst automatisch mehrmals pro Stunde, sofern sich die Nutzerin oder der Nutzer in Ruhe befindet. So sind bis zu 60 Messungen pro Tag möglich. Zusätzlich können Berichte im PDF-Format exportiert werden, etwa für Gespräche in der Arztpraxis.Besonders interessant ist das für Menschen, die ihren Blutdruckverlauf über den gesamten Tag hinweg beobachten möchten. Ganz ohne Oberarmmanschette funktioniert das System allerdings nicht. Für die regelmäßige Kalibrierung wird die mitgelieferte Manschette weiterhin benötigt. Zudem setzt der vollständige Funktionsumfang ein kostenpflichtiges Abonnement voraus.Unser Fazit: Am Oberarm messen Sie Ihren Blutdruck am zuverlässigstenKlassische Oberarmgeräte bleiben die beste Wahl. Sie lassen sich einfach anlegen, befinden sich während der Messung auf Herzhöhe und lieferten im Test die präzisesten Ergebnisse. Besonders überzeugend war das Omron X7 Smart, das sich dank seiner starren Manschette den Testsieg sicherte.Auch unser Preis-Tipp stammt von Omron. Das X2+ Smart bietet zwar etwas weniger Zusatzfunktionen, überzeugt aber ebenfalls mit einer hohen Messgenauigkeit.Sollten Sie Ihren Blutdruckverlauf möglichst engmaschig verfolgen wollen, könnte sich auch das Hilo Band als das interessanteste Wearable aus unserem Tests lohnen. Im direkten Vergleich arbeitete es genauer als die Huawei Watch D2. Die klassische Blutdruckmessung mit einer Oberarmmanschette kann jedoch auch dieses System nicht vollständig ersetzen.Warum Sie dem WELT-Kaufberater vertrauen können: Der WELT-Kaufberater steht für aufwendige Tests und unabhängige Produktempfehlungen, die wirklich helfen. Dafür sorgt das Kompetenzcenter Tech & Mobility (gehört wie WELT zu Axel Springer) mit einer erfahrenen Fachredaktion und eigenem Testlabor. Seit Jahrzehnten stehen diese Experten mit ihren Tests unter anderem bei COMPUTER BILD und AUTO BILD für höchste Qualitätsstandards.Lesen Sie auch
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