Die Wahrheit: Unfreiwillige Passagiere
Die Gastfreundschaft ist heilig in Irland, jedenfalls bis zu dem Punkt, an dem staatliche Abschiebungen durchgeführt werden.
D ie irische Gastfreundschaft ist berüchtigt. Früher war sie sogar gesetzlich verankert. Die „Brehon Laws“, eine erstaunlich fortschrittliche Rechtsform, legten vor 1.500 Jahren fest, dass Reisenden Gastfreundschaft zu gewähren war. Die Verweigerung war illegal und konnte mit einer Geldstrafe belegt werden.
Auch wenn die Engländer diesen Gesetzen nach der Invasion Irlands den Garaus gemacht haben, ist die Gastfreundschaft erhalten geblieben. Davon schwärmen Generationen ausländischer Besucher, die nach durchzechter Nacht mit Einheimischen aus einem Pub hinaus gewankt sind.
Manche lieben Irland so sehr, dass sie gar nicht gehen wollen. Aber so weit geht die Gastfreundschaft denn doch nicht. Im November vorigen Jahres komplementierte man 52 Menschen aus Georgien geradezu hinaus. Um der Sache Nachdruck zu verleihen, wurden sie auf dem Flug von 113 Polizisten begleitet. Die hielten einen der Männer am Boden fest und fesselten ihn mit Handschellen, bevor sie ihn auf eine „weiche Matte mit dem Gesicht nach oben“ legen und ins Flugzeug tragen konnten. Der Mann war offenbar aufgebracht, weil sein Handy im Frachtraum des Flugzeugs verstaut worden war. Klarer Fall von digitalem Trennungstrauma diagnostizierten die Beamten.








