Die Deutsche Bahn hat einen Sinn für feine Ironie. „Willkommen am Bahnhof Zoologischer Garten“ steht auf dem Bauzaun, der die Station in der City West umringt. Doch so richtig willkommen fühlt sich hier wohl kaum jemand. Die Baustelle, die es seit 2015 gibt und noch bis 2032 dauern wird, zwingt Fahrgäste auf Umwege. Dreckecken sind entstanden. Der Bahnhof Zoo ist längst kein Einzelfall mehr. Denn auch anderswo wird gebaut. Nun ist klar: Weitere Stationen kommen dazu. Sechs S-Bahnhöfe östlich vom Zoo entsteht im Bahnhof Alexanderplatz gerade dasselbe Bild. Unter den beiden Bahnsteigen, wo einst viel los war, eingekauft und umgestiegen wurde, herrscht Leere. Vielerorts verwehren Bauzäune den Durchgang. Noch ist kein Bauarbeiter zu sehen und zu hören. Doch es sieht so aus, als könne es bald losgehen. Wie die Bahn bestätigte, sollen auch die S-Bahnhöfe Jannowitzbrücke und Hackescher Markt Baustellen werden. Damit wird es bald kaum eine wichtige Station in der Innenstadt geben, in der nicht gebaut wird. Das bedeutet in vielen Fällen Einschränkungen für den Betrieb und für die Fahrgäste. Und weil bestehende Bauten immer auch unbekanntes Terrain sind, stellen sich solche Projekte oft als Abenteuer heraus.