Er sollte schon seit Jahren fertig sein. Doch der Bahnhof Berlin Zoologischer Garten ist weiterhin eine Baustelle, und so wird es noch lange bleiben. Am Mittwoch gab die Deutsche Bahn (DB) einen neuen Termin bekannt: Danach soll die Sanierung nun erst 2032 beendet werden, sagte Projektleiter Thorsten Schulz. Gut möglich, dass einige Jahre später ein weiteres großes Bauvorhaben folgen wird.Pro Tag nutzen im Schnitt mehr als 92.000 Menschen den Bahnhof Zoo, in dem außer S-Bahnen und Regionalzügen auch 22 Fernzüge halten. Doch Bauzäune zwingen die Stationsnutzer auf Umwege. Seit Februar 2015 ist das Empfangsgebäude eine Baustelle. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2017 enden. Dann war von 2020, zuletzt von 2027 die Rede.„Doch wir haben böse Überraschungen erlebt“, sagt Thorsten Schulz. Teile des Gebäudes erwiesen sich als maroder als erwartet, immer mehr Arbeit kam dazu. Das Projekt, nach jahrelanger Planung anfangs als simple Erneuerung konzipiert, wuchs sich zu einer Kernsanierung aus.
Station Berlin Zoologischer Garten: Ominöse Kabel
2017 bescherte ein Brand in einem Elektroraum, durch Kurzschluss ausgelöst, neue Komplikationen. Wurden die Gesamtkosten lange mit 100 Millionen Euro beziffert, ist heute von 250 Millionen Euro die Rede.Tote Tauben. Ominöse Kabel, deren Zweck unklar blieb. Ein Schriftzug aus dem Zweiten Weltkrieg, als es im Bahnhof Zoo einen Schutzraum gab: „Achtet auf Euer Gepäck, Kameraden!“ In der S-Bahnhalle erklärte der Projektleiter, auf welche Spuren der Vergangenheit die Bauleute stießen. Im Gebäude am Hardenbergplatz, 1882 in Betrieb genommen und später mehrmals umgestaltet, lassen sich Zeitschichten entdecken.Heute ist in der 60 Meter langen und 20 Meter breiten S-Bahnhalle, die 2022 geschlossen wurde, allerdings kaum noch etwas davon zu spüren. Die Stahlkonstruktion wurde bereits entkernt, der Gebäudeteil erinnert an eine Technodisko aus den frühen 1990er-Jahren. „Echter Vintage-Look“, ulkte der DB-Konzernbevollmächtigte Alexander Kaczmarek.











