Ein Schritt über die Schwelle genügt, um zu verstehen, wo diesem Viertel der Schuh drückt. Im Entree des „Bunten Hauses“ stapeln sich Kisten voller geretteter Lebensmittel. Die Begrüßung hier ist familiär, man kennt sich beim Vornamen. Während in der einen Ecke zwei Mütter bei einer Tasse Kaffee die Ferienplanung jonglieren und das Spielzimmer nebenan bebt, herrscht in den Beratungsräumen noch Ruhe vor dem Sturm. Gleich wird der erste Besucher mit einem Stoß Wohngeld-Anträgen unter dem Arm anklopfen; ein anderer sucht passende Kleidung. Das „Bunte Haus“ ist Auffangbecken und Zufluchtsort zugleich – für alle, die im behördlichen Dschungel sonst durchs Raster fallen.
Wer beim „Bunten Haus“ in Berlin Marzahn-Hellersdorf an ein alternatives Wohnprojekt denkt, in dem Oma und Enkel unter einem Dach leben, irrt. Gewohnt wird hier nicht – gelebt umso mehr. Das Haus ist Teil des Bundesprogramms „Miteinander – Füreinander“ und eines von rund 530 Mehrgenerationenhäusern bundesweit. Das Konzept? Ein lebendiger Open Space für den Kiez. Ob Kleinkind, Teenager, alleinerziehender Papa oder Seniorin: Hier kreuzen sich die Lebenswege aller Generationen. Und das Beste: Jedes Angebot ist komplett kostenlos.










