Mit Videos zur Einstimmung auf die anstehenden Landtagswahlen im Osten des Landes hat die ihren AfD-Parteitag in Erfurt fortgesetzt. Die AfD-Delegierten beschäftigen sich am zweiten Tag ihres Treffens mit weiteren Wahlen von Schiedsrichtern des internen Parteigerichts sowie Änderungen an der Bundessatzung und an der Finanz- und Beitragsordnung.Nach Protesten mit zehntausenden Menschen gegen das Treffen will sich die Stadt am Nachmittag zu dem Großeinsatz rund um den Parteitag äußern. Auch das Bündnis «Widersetzen» will Bilanz ziehen. Die Polizei reagierte vereinzelt mit Zwang auf Durchbruchsversuche bei Absperrungen oder Tätlichkeiten.Zehntausende bei Protesten – Zahlen umstrittenBereits am Samstag hatte «Widersetzen» die Demonstrationen als Erfolg gewertet und von den größten Blockaden, die «wir je auf die Beine gestellt haben» gesprochen. Den Angaben zufolge waren rund 50.000 Menschen an Protesten beteiligt - darunter 17.000 an Blockaden. Die Polizei hingegen zählte insgesamt bis zum Nachmittag rund 31.000 Menschen.Viele AfD-Delegierte reisten allerdings so früh am Morgen in von der Polizei eskortierten Bussen an, dass sie ohne Schwierigkeiten zum Messegelände gelangten. Der Parteitag begann pünktlich um 10.00 Uhr. AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnete mit Spott: «Der frühe Vogel fängt den Wurm (...) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.»Die Polizei war in Erfurt und Umgebung mit Tausenden Kräften aus fast allen Bundesländern im Einsatz - unterstützt von der Bundespolizei, die unter anderem Wasserwerfer bereitstellte.Vereinzelt Pfefferspray und Zwang von Polizei eingesetztVereinzelt reagierte die Polizei bei den Protestaktionen mit Zwang auf Durchbruchsversuche bei Absperrungen oder Tätlichkeiten. Die Vorfälle vom Samstag würden analysiert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag auf Anfrage in Erfurt. Bei einer Blockade der Autobahn A 71 bei Erfurt durch Aktivisten habe es einen Schlagstockeinsatz gegeben. Videos dazu lägen vor.Mehrfach sei Pfefferspray eingesetzt worden, wenn Beamte von Demonstranten stark bedrängt worden seien, so der Sprecher. Beim Versuch von Demonstranten, eine Absperrung im Ortsteil Frienstedt zu durchbrechen und Polizisten anzugreifen, hätten Einsatzkräfte körperliche Gewalt einsetzen müssen. Insgesamt seien die Demonstrationen und Protestaktionen gegen den AfD-Bundesparteitag jedoch weitgehend friedlich verlaufen, bekräftigte der Polizeisprecher.Übergriffe auf JournalistenBei den Protesten kam es auch zu mehreren Angriffen auf Medienschaffende, die Polizei nahm die Ermittlungen auf. «Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten werden von uns konsequent verfolgt», teilte die Polizei mit. Es sei während des Einsatzes zu Übergriffen gekommen, «insbesondere auf Livestreamer.» Zwei Streamer seien aus einer Gruppe von Demonstranten heraus verfolgt und angegriffen worden, ein Dritter sei bei der Kundgebung vor dem Tagungsort der AfD bedrängt, aber nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Für welches Medium die betroffenen Reporter im Einsatz waren, sagte die Polizei mit Hinweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht.
AfD-Parteitag endet - Protestbündnis und Stadt ziehen Bilanz - WELT
Zehntausende Demonstranten und massives Polizeiaufgebot - doch der AfD-Parteitag verlief am ersten Tag recht reibungslos. Die Proteste waren weitgehend friedlich, vereinzelt blieb es nicht gewaltfrei.













