Nach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der geborgenen Toten auf 2954 gestiegen. Die Zahl der registrierten Verletzten belaufe sich ‌nun auf 16.592, teilte das Informationsministerium am Samstag mit. 16.309 Menschen seien durch die Naturkatastrophe obdachlos geworden, erklärte Parlamentspräsident Jorge Rodriguez. Die Suche nach Überlebenden dauere an.

Zur Zahl der noch Vermissten machte die Regierung keine Angaben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl bei bis zu 50.000 liegen. Die beiden Beben der Stärken ​7,2 und 7,5 hatten das südamerikanische Land am 24. Juni erschüttert.Am ⁠schwersten betroffen ⁠ist der nördliche Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste. Dort seien auch fast alle örtlichen Regierungsvertreter ums Leben gekommen, sagte die Interims-Präsidentin Delcy Rodriguez. »Die Lage ist dramatisch.« Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung – mehr dazu hier .

In den vergangenen ​Tagen war ‌massive Kritik an der Übergangsregierung von Rodriguez laut geworden. Überlebende und Hilfsorganisationen warfen den Behörden Schwerfälligkeit und Ineffizienz vor. Unter anderem fehle schweres Gerät zur ‌Trümmerbeseitigung, weshalb die Rettungsarbeiten maßgeblich von Zivilisten und ausländischen Helfern getragen würden.Die Präsidentin, die im Januar nach ‌dem durch die USA forcierten ​Sturz ihres Vorgängers ‌Nicolas Maduro die Macht übernommen hatte, wies ‌die ​Vorwürfe zurück. Die Regierung habe sofort gehandelt. Laut Parlamentspräsident Jorge Rodriguez wurden 30.000 staatliche Einsatzkräfte ​sowie 3281 ⁠internationale Helfer mobilisiert.