PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Last für die Menschheit“Israel-Eklat von Türkei-Minister – Bundesregierung schweigt, SPD und Grünen fordern StellungnahmeStand: 00:14 UhrLesedauer: 2 MinutenHakan Fidan, Außenminister der TürkeiQuelle: Christophe Gateau/dpaDer türkische Außenminister bezeichnet Israel unter anderem als „gemeinsames Problem der Menschheit“. Das Auswärtige Amt in Deutschland will sich dazu nicht äußern. Eine Grünen-Politikerin äußert deutliche Kritik. Auch die SPD fordert, dass die Regierung Stellung beziehen muss.Vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei haben SPD und Grüne die Bundesregierung aufgerufen, die israelfeindlichen oder antisemitischen Äußerungen des türkischen Außenministers zu verurteilten. Dass Hakan Fidan Israel als „Last für die Menschheit“ bezeichnet hatte, dürfe die Bundesregierung nicht tolerieren, sagte Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).„So sehr ich das Dilemma der Bundesregierung verstehe, viel zu ertragen, um den Nato-Gipfel in Ankara zum Erfolg zu machen, man kann und darf nicht zu allem schweigen“, so die Grüne. „Bei solchen Aussagen muss eine Bundesregierung klare Haltung zeigen, nicht allein wegen einer besonderen Verbundenheit und Verantwortung aus der deutschen Geschichte für die Sicherheit der Menschen in Israel – sondern einfach, weil man niemals tolerieren darf, wenn staatliche Repräsentanten so über eine Gruppe von Menschen sprechen.“Lesen Sie auchDas Auswärtige Amt wollte sich laut RND auf Anfrage explizit nicht zu dem Eklat äußern.Der türkische Außenminister Hakan Fidan hatte Israel in einem Interview mit CNN Türk am Donnerstag als „gemeinsames Problem der Menschheit“ bezeichnet: „Diese Menschen sind zu einer Last geworden, die die Menschheit nicht länger tragen kann“, erklärte er. Das Transkript des Gesprächs ist auf der Homepage des türkischen Außenministeriums abrufbar. Israels Außenminister Gideon Sa‘ar bezeichnete die Sätze auf X als „Aufruf zum Völkermord“.SPD sieht „rote Linie überschritten“Die SPD im Bundestag verwies auf RND-Anfrage auf ein Statement ihres europapolitischen Sprechers Markus Töns: Außenminister Fidan habe mit seiner Aussage, „eine rote Linie überschritten“, erklärte Töns darin. „Dass ein Außenminister eines Nato-Mitgliedstaates eine derart enthemmte und delegitimierende Sprache verwendet, darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, hierzu unmissverständlich Stellung zu beziehen.“Auch einzelne CDU-Abgeordnete hatten die Äußerungen verurteilt, so sprach Gitta Connemann auf X von einer „einer beispiellosen Entgleisung“, und Johannes Volkmann warf Fidan vor, „auch hierzulande den israelbezogenen Antisemitismus“ anzufeuern.luwi