PfadnavigationHomeSportFußballWMAchtelfinale gegen KanadaHätte Marokkos Held bei seinen Toren überhaupt noch auf dem Platz stehen dürfen?Stand: 22:17 UhrLesedauer: 3 MinutenMarokko zieht ins Viertelfinale ein. Co-Gastgeber Kanada ist zwar lange das bessere Team, leistet sich in den entscheidenden Szenen aber fatale Fehler und kassiert letztlich eine deutliche Pleite. Sehen Sie die Highlights der Partie hier im Video.Azzedine Ounahi erzielte im Achtelfinale gegen Kanada zwei Tore. Kurz vor seinem ersten Treffer verursachte er, bereits verwarnt, ein gelbwürdiges Foul. Die Kanadier forderten Platzverweis – vergeblich. Und dennoch lag der Schiedsrichter richtig.Azzedine Ounahi war der gefeierte Held der Marokkaner im ersten Achtelfinale dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Der 26-Jährige schoss beim 3:0 (0:0) gegen Co-Gastgeber Kanada in der 50. und 82. Minute die wichtigen Treffer zum 1:0 und 2:0. Dennoch wurde nach dem Abpfiff vor allem eine Frage diskutiert: Hätte Ounahi zum Zeitpunkt des ersten Tores überhaupt noch auf dem Platz stehen dürfen? Nur eine Minute zuvor hatte sich der Mittelfeldspieler des FC Girona nach einem Ballverlust ein gelbwürdiges Foul geleistet. Er zog Gegenspieler Ali Ahmed am Trikot. Schiedsrichter Michael Oliver nahm das Vergehen wahr – und ließ den bereits in der ersten Halbzeit mit Gelb verwarnten Marokkaner dennoch auf dem Feld. Eine Fehlentscheidung?Bei Magenta TV wurde der knifflige Fall direkt nach Spielende aufgeklärt. „Du hattest davon gesprochen, dass es für den doppelten Torschützen auch vorher schon, bevor er die Tore erzielt hat, vielleicht eine gelb-rote Karte hätte geben können“, sagte Taktik-Experte Jan Henkel zu Rachid Azzouzi, der die Partie an der Seite von Marco Hagemann kommentiert hatte.Magenta TV erklärt Michael Olivers Verhalten„Wir können mal auf die Situation draufschauen und dann vor allen Dingen aufklären, warum er zu Recht keine Gelbe bekommen hat“, nahm Henkel die Beurteilung der Szene vorweg und ging dann bei der Betrachtung der TV-Bilder ins Detail: „Hier sehen wir jetzt gleich den Zweikampf. Also es ist natürlich hier ein klares Halten, ein klares Trikotziehen zu sehen.“Henkel legte die Lupe auf die Szene: Das Ziehen Ounahis war eindeutig und über einen längeren Zeitraum erkennbar. „Und jetzt, Rachid, achten wir gleich auf den Schiedsrichter. Er reagiert nämlich auf diese Geschichte. Und da, das ist das Entscheidende, das ist das Zeichen: Er gibt Vorteil.“Lesen Sie auchEs war das entscheidende Detail: Oliver ließ das Spiel im Rahmen der Vorteilsauslegung weiterlaufen. Kanada brachte die Szene aufgrund einer kurz darauffolgenden Abseitsposition zwar nichts ein, doch aufgrund der Entscheidung pro Vorteil „nimmt er quasi die Strafe von dem Foul weg. Das heißt, er kann danach keine Gelbe Karte mehr dafür zeigen. Es sei denn, es ist grob unsportlich. Und das ist es nicht. Also komplett regelkonform“, erklärte Henkel.Womöglich wusste auch Jesse Marsh um die Umstände. Anders als seine Spieler, die auf dem Feld unmittelbar nach der Situation den Platzverweis für Ounahi forderten, erwähnte Kanadas Coach die Szene mit keinem Wort. „Wir waren die bessere Mannschaft. Sie hatten ein bisschen mehr Qualität im letzten Drittel. Aber bezüglich des Plans, so wie wir Fußball spielen wollten, war das großartig“, lobte Marsh seine Mannschaft. „Wir hatten kein Glück, dass wir nicht in Führung gegangen sind. Eine unglaubliche Leistung. Ich wäre lieber Kanada als Marokko. Ich bin so stolz auf die Jungs.“