Papst Leo XIV. hat auf Lampedusa der im Mittelmeer ertrunkenen Bootsmigranten gedacht. Zum Auftakt seines Besuchs auf der südlichsten Insel Europas legte er am Samstag auf dem Friedhof Blumen an den Gräbern verstorbener Migranten nieder und verharrte im stillen Gebet.

Damit tritt Leo XIV. in die Fußstapfen des verstorbenen Papstes Franziskus, der die Notlage von Flüchtlingen zu einer Priorität seines Pontifikats gemacht hatte. Seine erste Reise als Papst führte Franziskus nach Lampedusa, wo er eine »Globalisierung der Gleichgültigkeit« anprangerte.Leo schlug bei seinem Auftritt in dieselbe Kerbe: »Diejenigen, die in diesem Meer ihr Leben verloren haben, sind sowohl Opfer von Entscheidungen, die getroffen wurden, als auch von Entscheidungen, die nicht getroffen wurden«, sagte er mit Blick auf eine fehlgeschlagene paneuropäische Flüchtlingspolitik.

Der Pontifex segnete am Samstag eine Gedenktafel für Franziskus, nach dem nun der Ankunftsort von Migranten in Lampedusa benannt wird. Der bisher Molo Favaloro genannte Pier wird künftig Molo Papa Francesco heißen.

»Ein Ort der Hoffnung und der Menschlichkeit«Der Landungssteg ist einer der symbolträchtigsten Orte für Migranten im zentralen Mittelmeer. An dem rund 150 Meter langen Pier gehen seit Jahren Menschen an Land, die die gefährliche Überfahrt überlebt haben. Entweder erreichen die Boote die Anlegestelle aus eigener Kraft oder Hilfsschiffe bringen die Menschen dorthin.