AfD erreicht höchsten je gemessenen Wert in einem Bundesland – alle Umfragen zur Wahl in Sachsen-AnhaltWie schneiden die Parteien vor der Wahl am 6. September in Umfragen ab, welche Koalitionen sind möglich – und was treibt die Menschen in Sachsen-Anhalt um? Hier gibt es die aktuellen Zahlen.04.07.2026, 10.43 Uhr3 LeseminutenAktualisiertEine neue Erhebung von Insa sieht die AfD in Sachsen-Anhalt erneut bei mehr als 40 Prozent – nur knapp unter dem höchsten Wert, der je in einem deutschen Bundesland für die Partei ausgewiesen wurde. Auch im NZZ-Wahltrend hat sie einen deutlichen Vorsprung auf die CDU.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Lange waren die Christlichdemokraten in Sachsen-Anhalt die stärkste Kraft. Im Spätsommer 2025 hat sich das Bild gedreht: Seither führt die AfD im NZZ-Wahltrend. Dass der populäre frühere Ministerpräsident Reiner Haseloff nicht noch einmal kandidiert, erschwert die Ausgangslage für die CDU.Die AfD zieht in dem ostdeutschen Bundesland, in dem die CDU seit 2002 durchgehend den Regierungschef stellt, mit Ulrich Siegmund als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf und hat erstmals in Deutschland realistische Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten. SPD, BSW, Grüne und FDP könnten hingegen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.Für den Wahltrend bündelt die NZZ die Umfragen mehrerer Institute; neuere Erhebungen werden stärker gewichtet als ältere. Die folgende Übersicht zeigt die Zahlen der einzelnen Institute.Entscheidend ist in Sachsen-Anhalt, ob die AfD am Ende in die Nähe einer absoluten Mehrheit kommt – und ob die übrigen Parteien noch eine Mehrheit gegen sie zustande bringen. Die CDU hat nicht nur eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, sondern hält bisher auch an ihrem Verbot der Kooperation mit der Linken fest.Nach derzeitigem Stand könnte es für die AfD selbst mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht knapp werden, eine absolute Mehrheit der Sitze im Magdeburger Landtag zu erreichen. Das BSW schliesst eine Koalition mit der AfD bisher aus, lehnt eine strikte Brandmauer aber ebenfalls ab. Denkbar wäre daher eine AfD-geführte Minderheitsregierung, die vom BSW toleriert wird.Für eine stabile Mehrheit ohne AfD wäre nach heutigem Stand wohl mindestens die Linke nötig, die damit für eine Anti-AfD-Mehrheit zum Zünglein an der Waage werden könnte. Eine Koalition mit der Linken ist für die CDU jedoch durch einen Unvereinbarkeitsbeschluss ausgeschlossen. Denkbar wäre allenfalls eine CDU-geführte Minderheitsregierung, die von der Linken toleriert wird – ähnlich wie in Sachsen.Eine solche Regierung müsste vor allem bei Migration, Bildung und Wirtschaft liefern. In einer repräsentativen Umfrage nennen die Befragten diese drei Themenfelder am häufigsten als die «wichtigsten Probleme». Auch Arbeitslosigkeit spielt eine grössere Rolle als in vielen westdeutschen Ländern.Auffällig ist zugleich: Migration steht weiterhin an erster Stelle, hat im Vergleich zur vorigen Erhebung aber stark an Bedeutung verloren. Die wirtschaftliche Lage wird dagegen häufiger genannt. Unter AfD-Anhängern bleibt Migration mit 26 Prozent jedoch mit Abstand das wichtigste Problem.Fest steht: Die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt dürfte nach dem 6. September schwierig werden.So berechnet die NZZ den WahltrendFür die Schätzung der jüngsten Umfragewerte wertet die NZZ die auf wahlrecht.de veröffentlichten Umfragen aus und führt sie für jede Partei zu einem gewichteten Durchschnitt zusammen; neuere Erhebungen zählen stärker als ältere. Die statistische Fehlermarge liegt in der Regel bei höchstens ±3 Prozentpunkten. Auch der NZZ-Wahltrend ist eine Momentaufnahme – keine Prognose.Für die Koalitionsoptionen rechnet die NZZ die prozentualen Stimmenanteile aus den Umfragen nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren in Sitze um – ohne Berücksichtigung von Überhang- und Ausgleichsmandaten sowie einer möglichen Grundmandatsklausel. Zusätzlich wird anhand einer Modellrechnung für Parteien nahe der Fünf-Prozent-Hürde ausgewiesen, ob eine Koalition eine «stabile», «wackelige» oder «keine» Mehrheit hat.Bei den wichtigen Problemen beziehen sich die ausgewiesenen Themen auf solche, die wahlberechtigte Befragte im Land als besonders drängend empfinden. Sie sind nicht mit den am Wahlabend oft genannten «wahlentscheidenden Themen» gleichzusetzen, also mit den Gründen, die für die persönliche Wahlentscheidung ausschlaggebend waren. Beides kann auseinanderfallen, etwa wenn Wähler ein Problem zwar als wichtig ansehen, ihre Stimme aber dennoch einer anderen Partei geben, weil sie deren Positionen insgesamt näherstehen oder ihr stärker vertrauen.Passend zum Artikel