Playa de Palma, Baiersdorf, München. Mit Sektglas in der Hand und Zebrahemd am Oberkörper schreitet Peter Wackel durch die Katakomben der Münchener Olympiahalle. Noch eine Stunde bis zu seinem Auftritt bei der „Schlagernacht“, aber er muss jetzt erst mit Anton sprechen, dem Backstage-Caterer, der Schnäpse aus der Tiefkühltruhe fingert.„Die vegane Ente brauche ich im November nicht“, sagt Wackel. „Mir ist das hier auch zu viel Auswahl.“ Die ganze Crew, egal ob Techniker oder Künstler, solle bitte das gleiche Essen bekommen. Dann stoßen sie beide mit Jägermeister an, Prost.Der Caterer, der noch schnell eine Anekdote von Udo Lindenbergs Unfall mit einem Schokobrunnen erzählt, wird auch im Spätherbst in der Kölner Lanxess-Arena hinter der Theke stehen, wenn Wackel sein 30. Bühnenjubiläum feiert. Und der Sänger denkt schon jetzt, an diesem Märzabend, an jedes Detail für seinen großen Tag. Acht Stunden will der 49-Jährige dann die größte Konzerthalle Deutschlands bespielen: mit Mallorca-Hits, Karnevalsongs, Schlager. Mit Liedern wie „Inselfieber“, „Joana, du geile Sau“ und „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“.Es wäre zu einfach, Wackel als schlüpfrigen Barden abzustempeln, der über Jahrzehnte mit Sauf- und Partyliedern Kasse gemacht hat. Zwar steht er noch immer jeden Sommer zweimal die Woche am Ballermann auf der Bühne.Aber seine Singerei ist längst nicht mehr das Hauptgeschäft: Wackel, der mit bürgerlichem Namen Steffen Peter Haas heißt, hat um seine eigene Marke herum ein Business mit mehr als 30 Mitarbeitern aufgebaut. Er ist Reiseveranstalter, Hotelier und Investor, hat in Namibia eine Schule finanziert, betreibt eine Hühnerfarm und will nun ein Gesundheitszentrum aufbauen.Steffen Haas vor seinem „Wackel-Bus“: 30 Jahre im Geschäft. Foto: Christian WermkeWie ist dem gebürtigen Erlanger, der einst durchs Abitur fiel, dieser ungewöhnliche Aufstieg gelungen? Ohne Studium, ohne Kreditfinanzierung, ohne Förderer? Das Handelsblatt hat den Sänger in den vergangenen Monaten mehrfach bei Auftritten begleitet. Dabei hat sich Haas auch erstmals detailliert zu seinen bis dato streng geheimen Gagen geäußert – und seinem mehrfachen Millionenumsatz, den er pro Jahr erreicht.
Vermögen: Wie man mit Après-Ski und Ballermann zum Millionär wird
Steffen Haas alias Peter Wackel ist seit 30 Jahren Partysänger. Doch sein Kerngeschäft ist längst nicht mehr die Malle-Musik. Exklusive Einblicke in das Multimillionen-Business eines Alleinunterhalters.








