Auf dem deutschen Automarkt gab es im Juni eine spürbare Belebung, vor allem durch private Nachfrage für Elektroautos, gestützt von der nun offiziell in allen Details veröffentlichten staatlichen Prämie. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Juni verglichen mit dem Vorjahr um 15,7 Prozent auf mehr als 296.000. Die Neuzulassungen von privat gehaltenen Autos wuchsen überdurchschnittlich um 28,6 Prozent.Demgegenüber war bei gewerblichen Pkw-Zulassungen nur ein Plus von 9,6 Prozent zu verzeichnen – auch deshalb verständlich, weil es für gewerblich gehaltene Autos keine Elektroprämie gibt. Daher schrumpfte im Juni auch der Anteil der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen auf 63,4 Prozent. Zu diesem Marktsegment gehören neben Fahrzeugflotten von Unternehmen etwa für Vertrieb und Wartung auch die Händlerzulassungen von Vorführwagen, Mietwagen und daneben noch die Dienstwagen von Angestellten und Unternehmern, die sich Autos nach ihren Wünschen bestellen und dann für die Privatnutzung Steuern zahlen.Chinesische Konzerne mit 68 Prozent PlusDer Anteil der rein batterieelektrischen Autos (BEV) an den Neuzulassungen stieg im Juni auf 28,4 Prozent. Die Zahl der im Juni 2026 zugelassenen BEV lag mit 84.000 mehr als 78 Prozent höher als im Vorjahr. Die E-Auto-Prämie habe zugleich zu „unbeabsichtigten Marktanteilsverschiebungen“ zugunsten chinesischer Automarken geführt, kritisiert Constantin Gall, der in der Unternehmensberatung EY unter anderem für den Automarkt verantwortlich ist. „Von der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland profitieren ausländische Hersteller überproportional stark – allen voran chinesische Marken.“Der Absatz chinesischer Autokonzerne lag im Juni dieses Jahres um 68 Prozent höher als im Juni 2025. Der Marktanteil chinesischer Autokonzerne wuchs in einem Jahr von 4,9 Prozent auf 7,2 Prozent. Größter chinesischer Anbieter ist nun BYD mit 6259 Neuzulassungen im Juni 2026 und einem Marktanteil von 2,1 Prozent, vor MG mit knapp 4000 Neuzulassungen und 1,3 Prozent Marktanteil.Noch keine E-Autos unter 25.000 Euro ausgeliefertDie Kalkulation von EY bezieht in ihre Berechnung chinesischer Marktanteile allerdings auch europäische Marken im Besitz chinesischer Konzerne wie Volvo (1,8 Prozent Anteil) und Polestar (0,2 Prozent) sowie das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen Smart (0,3 Prozent) mit ein. Jenseits von BYD, MG, Volvo und Smart teilten sich 15 Marken zusammen einen Marktanteil von 1,7 Prozent, ein Zeichen dafür, dass viele chinesische Marken mit ihren Bemühungen um einen Markteintritt in Deutschland noch am Anfang stehen.„Wir finanzieren gerade mit Steuergeldern das Wachstum ausländischer E-Auto-Marken auf dem deutschen Absatzmarkt“, kritisiert Constantin Gall von EY. Zu den Gründen für das Vordringen chinesischer Marken gehöre auch der Umstand, dass die E-Auto-Förderung vor allem für Familien mit niedrigeren Einkommen beim Autokauf gerade die Nachfrage nach günstigeren Elektroautos verstärke, und dort seien chinesische Hersteller besonders präsent. Die Angebote von Elektroautos mit Einstiegspreisen unter 25.000 Euro wurden zwar schon präsentiert, doch sind diese Modelle noch nicht ausgeliefert worden.Auch die amerikanische Automarke Tesla erlebte eine Erholung ihrer Absatzzahlen. Diese verdreifachten sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund 8000. Dazu beigetragen hat auch die Einführung eines billigeren Einstiegsmodells des bei Berlin produzierten Model Y. Der Marktanteil deutscher Konzerne auf dem deutschen Automarkt schrumpfte von Juni 2025 bis Juni 2026 von 58 auf 57,4 Prozent.
E-Auto-Förderung in Deutschland: Wer profitiert wirklich?
Die Nachfrage nach E-Autos belebt den Automarkt in Deutschland. Preisgünstige Modelle bieten vor allem die Chinesen, denn die gerade präsentierten günstigen E-Autos von Volkswagen müssen erst gebaut werden.
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