Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesUkraine attackiert zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der KrimZahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kiew auf 30 gestiegen Kallas kündigt Reaktion auf neue russische Angriffswelle an Auswärtiges Amt verurteilt russischen Angriff auf KiewRussland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische StädteTote bei Drohnenangriff auf besetzte Stadt In der von russischen Truppen besetzten Stadt Tokmak im Südosten der Ukraine sind bei einem ukrainischen Drohnenangriff nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Weitere 18 seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebietes Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram mit. Die Attacke galt demnach einem Infrastrukturobjekt. Getroffen worden sei ein städtischer Markt, schrieb er. Diese Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.Das ukrainische Militär greift seit mehreren Wochen systematisch russische Nachschubrouten hinter der Front an. Ukrainische Behördenvertreter hatten daher als Vorsichtsmaßnahme Zivilisten zur Flucht aus den russisch kontrollierten Gebieten aufgefordert. Tokmak liegt rund 25 Kilometer von der Frontlinie entfernt.Ukraine attackiert zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der KrimDie Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Ziel seien mindestens sieben Kampfflugzeuge sowie Drohnendepots gewesen, teilte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf Telegram mit. Betroffen waren demnach die ​Stützpunkte Hwardijske und Saki. Letzterer sei in dieser Woche bereits zum zweiten Mal attackiert worden. Die dort stationierten Flugzeuge seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es ⁠vom SBU. Eine russische Stellungnahme lag bisher nicht vor.Russland meldet Tote in GrenzregionenNach Angaben aus Russland wurden in der Nacht bei ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen auf russische Grenzregionen mindestens zwei Menschen getötet. Zudem wurden laut Behörden mehrere Industrieanlagen beschädigt. In der etwa ​40 Kilometer von der Grenze entfernten Stadt Belgorod sei eine Frau in ihrem Auto durch Splitterverletzungen ums Leben gekommen, teilte Bürgermeister ⁠Valentin Demidow mit. Die Wasser- und Stromversorgung sei beeinträchtigt. Der Nachrichtensender Westi berichtet unter Berufung auf Behörden, dass nach Raketenangriffen auf Belgorod und die Umgebung ein Industriebetrieb in Brand geraten ​sei. In ​der Grenzregion Brjansk wurde laut Gouverneur Jegor Kowaltschuk ein Mann ‌bei einem Angriff mit einer Kamikaze-Drohne getötet. In der Region Smolensk ‌geriet nach Angaben der Verwaltung eine Industrieanlage nach einem Drohnenangriff in Brand.Luzia GeierUkraine: Vier Tote bei russischen AngriffenBei neuen russischen ​Luftangriffen auf die Ukraine sind Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet worden. In der nordöstlichen Grenzregion Sumy seien beim Einschlag einer russischen Drohne in ein Wohnhaus ​in der Nacht zwei Frauen, ein älterer Mann und ein Kleinkind im Alter ⁠von unter zwei Jahren ums Leben gekommen, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, auf Telegram ​mit. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. ‌Zudem wurden in der zentralukrainischen Stadt Krywyj ‌Rih laut den Behörden sieben Menschen verletzt. Dort schlug eine russische Rakete in ein dicht besiedeltes Wohngebiet ​ein, wie der ​Chef des örtlichen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul, ​erklärte.Zahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kiew auf 30 gestiegen Nach dem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ​am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Drei ⁠weitere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz mit. Zudem wurden den Behörden zufolge mehr als ​90 ​Menschen verletzt. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, ‌Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den ‌Trümmern weiter nach Vermissten, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte. Russland hatte in den frühen Morgenstunden am Donnerstag ​Hunderte Drohnen und ​Dutzende Raketen auf Kiew abgefeuert. Dabei ​wurden rund 130 Gebäude beschädigt. Es war der folgenschwerste Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in diesem Jahr.Tote und Verletzte im Südosten der Ukraine In der Ukraine sind bei verschiedenen russischen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk im Verlauf des Tages nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Insgesamt seien neun weitere verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleksandr Hanscha, bei Telegram. Russland attackierte demnach die Kreise Dnipro, Nikopol und Synelnykowe und setzte dabei Drohnen, Artillerie Gleitbomben und eine Rakete ein. Am Tag nach einem massiven nächtlichen Angriff mit mindestens 25 Toten allein in der ukrainischen Hauptstadt Kiew setzte Moskau seine Attacken damit fort.In Saporischschja ebenfalls im Südosten der Ukraine wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge sieben Menschen bei einem russischen Drohnenangriff in der zweiten Tageshälfte verletzt. Bei vier davon handele es sich um Minderjährige im Alter von sechs bis 16 Jahren.Russische Besatzungsbehörden meldeten unterdessen in der besetzten Stadt Lyssytschansk im ostukrainischen Gebiet Luhansk Verletzte. Demnach wurden zwölf Menschen bei einem Drohneneinschlag in einen Bus verletzt. Von ukrainischer Seite gab es hierzu bisher keine Informationen. Selenskij will eigene Produktion für „Patriot“-RaketenNach dem massiven russischen Angriff mit mehr als 20 Toten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew drängt Präsident Wolodimir Selenskij auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Um wirklich Leben schützen zu können, brauche die Ukraine eine eigene Produktion, sagte Selenskij in einer abendlichen Videobotschaft. Er sprach von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder mit Partnern gemeinsam und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht. Selenskij hofft darauf, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen in Lizenz erlauben. Der Westen hatte der Ukraine für die Flugabwehr Waffen wie US-amerikanische Patriot-Systeme oder die deutschen Iris-T-Komplexe geliefert. Doch die Raketen für solche Flugabwehrsysteme sind teuer und rar. Durch den von US-Präsident Donald Trump begonnenen Iran-Krieg ist das Defizit an solchen Raketen noch größer geworden. Das ukrainische Verteidigungsministerium bezeichnete die Abwehr ballistischer Raketen in einer Mitteilung aufgrund des Mangels an Raketen für die Patriot-Systeme als zentrale Herausforderung. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow habe sich bereits an fast 40 Partnerländer der Ukraine gewandt, und um die Lieferung von Patriot-Raketen aus deren Beständen noch in diesem Monat im Austausch gegen vereinbarte künftige Lieferungen gebeten.EU geht gegen russische Schattenflotte vor – Kamerun reagiertWegen eines ​härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung teilte mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilt das Vorgehen der EU. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen vor, die sich gegen die Schattenflotte richten. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Russland nutzt für die Transporte eine sogenannte „Schattenflotte“ aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten wie Kamerun fahren, um ihre Herkunft zu verschleiern. Seit Schweden alte Öltanker aus Russland jagt, nehmen diese vermehrt die deutsche Ostsee-Route:Selenskij: Gespräche zwischen Umjerow und Trump-Schwiegersohn KushnerDer ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, haben in den vergangenen zwei Tagen Gespräche geführt. Das erklärt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bei einem Besuch an einem der Schauplätze russischer Angriffe in Kiew. Selenskij hoffe zudem, dass Kushner und der US-Gesandte Steve Witkoff die Ukraine besuchen werden, obwohl die von den USA unterstützten Friedensbemühungen seit Monaten stocken. Er hoffe darüber hinaus auf ein Treffen mit Trump ​am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara in der kommenden Woche, sagt Selenskij weiter. Russland: Drohnenangriff auf belarussischen Bus – Ukraine dementiertBei einem Drohnenangriff sind in einem belarussischen Reisebus im russischen Grenzgebiet zwei Menschen verletzt worden. Russland beschuldigt die Ukraine, diese weist den Vorwurf zurück, hinter dem Angriff zu stecken. Der Vorfall habe sich am Grenzübergang Krasny Kamen in der Region Brjansk ereignet, wie staatliche Medien des Landes unter Berufung auf die Regionalregierung berichten. Bei den Verletzten handele es sich um die beiden Fahrer des Busses, der auf dem Weg von Minsk in den ​Badeort Anapa am Schwarzen Meer war. Der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, spricht von einer Provokation Moskaus und einer Operation unter falscher Flagge.Kallas kündigt Reaktion auf neue russische Angriffswelle an Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte neue Sanktionsvorschläge angekündigt. „Heute werde ich als Reaktion auf die Angriffe vorschlagen, weitere Einrichtungen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen“, teilte sie mit. Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto schärfer müssten die Sanktionen ausfallen.Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Dienst der EU in Brüssel erfuhr, ist geplant, die neuen Sanktionen gegen insgesamt fünf Einrichtungen und eine Einzelperson zu verhängen. Bei ihnen soll es sich um Akteure handeln, die an der Entwicklung und Herstellung von Komponenten beteiligt sind, mit denen die Fähigkeiten russischer Drohnen des Typs Shahed und Geran verbessert werden.Kallas erklärte in ihrer Ankündigung: „Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen. Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen.“ Man werde den Preis für Russland weiter erhöhen, bis Moskau verstehe, dass es diesen Krieg nicht gewinnen könne. Auswärtiges Amt verurteilt russischen Angriff auf KiewDas Auswärtige Amt (AA) hat den schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und weitere Teile des Landes verurteilt. „Menschen wurden im Schlaf getötet oder verletzt, Wohnhäuser zerstört und zivile Infrastruktur wie eine medizinische Einrichtung schwer beschädigt“, sagte ein AA-Sprecher. Die Bilder aus der Nacht seien „erschütternd“ und zeigten einmal mehr: „Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort.“Kremlchef Wladimir Putin zeige keine Verhandlungsbereitschaft. „Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet“, sagte der Sprecher. Deswegen erhöhe Deutschland mit seinen Partnern den Druck auf Moskau. Auf dem Nato-Gipfel in Ankara in der kommenden Woche werde es auch um die Unterstützung für die Ukraine gehen. Bei den russischen Angriffen auf Kiew seien mindestens 13 Menschen getötet worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij in sozialen Netzwerken. Die Deutsche Presse-Agentur und Reuters berichten von mindestens 18 Toten. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko gab es zudem mindestens 86 Verletzte. Die Angriffswelle traf erneut zahlreiche Wohnhäuser und andere zivile Objekte. Derweil suchen Rettungskräfte unter den Trümmern der zerstörten Gebäude nach Überlebenden und weiteren Opfern. Litauen plant Aufhebung von Verfassungsverbot für AtomwaffenLitauens Präsident Gitanas Nauseda zufolge einigen sich die Parlamentsparteien auf einen Plan zur Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots von Atomwaffen auf litauischem Boden. „Die geopolitische Lage verschlechtert sich“, sagt Nauseda. Die Verfassung sei unter völlig ​anderen geopolitischen Umständen geschrieben worden. Es gebe zwar keine unmittelbaren Pläne, Atomwaffen in Litauen zu lagern. Die Aufhebung der Bestimmung solle jedoch sicherstellen, ⁠dass das Land bei einer Änderung der Sicherheitslage handlungsfähig bleibe.Mehr ladenTickarooLive Blog Software