Auf dem Notenbankertreffen im portugiesischen Sintra machten Äußerungen die Runde, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Mindestreserve für Banken von ein auf zwei Prozent verdoppeln. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Insider zuerst darüber. Die EZB wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.Nach allem, was man hört, sind solche Überlegungen noch recht spekulativ. Die EZB nutzt den Mindestreservesatz derzeit nicht aktiv als geldpolitisches Instrument. Wenn, könnte der Satz im Zuge der Überprüfung des „operational framework“, also des Arbeitsrahmens, geändert werden. Diese Prüfung hat die EZB für 2026 angekündigt, das hieße also in der zweiten Jahreshälfte. Ein solcher Schritt würde die Zinsaufwendungen der EZB reduzieren; im Gegenzug würden die Zinserträge der Banken sinken, wenn sie höhere Beträge unverzinst halten müssen.Der Bundesverband deutscher Banken ist davon nicht begeistert. Hauptgeschäftsführer Heiner Herkenhoff sagte: „Die EZB hat schon im Sommer 2023 mit der Abschaffung der Verzinsung der Mindestreserve eine Art Zusatzsteuer für die Banken im Euroraum eingeführt. Falls sie die unverzinste Mindestreserve weiter erhöht, verschärft sie diese Situation.“Nach Berechnungen des Bankenverbands würde eine Verdoppelung des Mindestreservesatzes von ein auf zwei Prozent die Banken im Euroraum jährlich mit rund vier Milliarden Euro zusätzlich belasten. Für die deutschen Banken beliefe sich die Zusatzbelastung auf rund 1,1 Milliarden Euro je Jahr.
EZB: Höhere Mindestreserve für Banken im Gespräch
Beim Notenbankertreffen in Sintra machen Andeutungen über eine Verdoppelung der Mindestreserve der EZB für Banken die Runde. Das scheint aber noch recht spekulativ zu sein.






