Der Initiative »Wissenschaft gegen Faschismus« haben sich knapp 600 Forschende angeschlossen. Am Wochenende, wenn sich die AfD in Erfurt zum Bundesparteitag trifft, treffen sich auch Professorinnen und Professoren dieser Initiative in der Stadt zu einer Tagung. Unter der Überschrift »Bevor es zu spät ist« diskutieren sie »wissenschaftliche Perspektiven auf die faschistische Gefahr«. Mit dabei: die in Jena lehrende Soziologin Silke van Dyk und die Philosophin Rahel Jaeggi von der Berliner Humboldt-Universität. Beide wollen in Erfurt nicht nur über Gefahren sprechen – sondern auch gegen die AfD auf die Straße gehen.

DIE ZEIT: Frau van Dyk, einen derart großen Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die sich öffentlich gegen die AfD positionieren, hat es bislang nicht gegeben. Warum jetzt?

Silke van Dyk: Das ist nicht einfach ein normaler Parteitag einer gewöhnlichen Partei. Hier versammeln sich Mitglieder einer explizit demokratiefeindlichen, in Teilen gesichert rechtsextremen Partei. Natürlich mobilisieren uns auch die anstehenden Landtagswahlen und die Möglichkeit einer AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt. Wir – als Soziologen, als Historikerinnen, als Philosophen – forschen zu den Hintergründen, wie es zu dieser fundamentalen Rechtsverschiebung kommen konnte. Dieses Wissen wollen wir unter die Leute bringen.