Die Zahl der Adoptionen in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 gesunken. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3517 Kinder von Familien adoptiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte . Das seien vier Prozent und damit 145 Kinder weniger als 2024. Damit setzte sich der langfristige Rückgang fort.
Im Jahr 1993 hatte die Zahl mit 8687 Adoptionen ihren Höchststand nach der Wiedervereinigung erreicht und sich dann bis zum Jahr 2009 mehr als halbiert. Seitdem bewegten sich die Werte relativ stabil auf niedrigem Niveau, mit zuletzt leicht rückläufiger Tendenz.»Eine Erklärung für die insgesamt sinkenden Fallzahlen ist der anhaltende Rückgang der ›klassischen‹ Fremdadoptionen – also der Adoptionen durch Personen, die weder Stiefeltern noch Verwandte des Kindes sind«, so die Statistikerinnen und Statistiker. Sie führten zudem einen Wandel der Familienformen, den Ausbau staatlicher Hilfen für Familien, strengere Regelungen zum Kinderschutz und Fortschritte in der Reproduktionsmedizin als mögliche Gründe an.
Kaum noch Kinder aus dem Ausland adoptiertMehr als ein Viertel der Kinder sei im vergangenen Jahr bei der Adoption unter einem Jahr alt gewesen. 31 Prozent der Adoptierten seien ein oder zwei Jahre alt gewesen. Im Schnitt lag das Alter laut Statistischem Bundesamt bei 5,1 Jahren.Mit 74 Prozent wuchsen die allermeisten Kinder vor der Adoption bei einem Paar aus einem leiblichen Elternteil und einem Stiefelternteil auf, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zehn Prozent seien aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim und acht Prozent aus einer Pflegefamilie heraus adoptiert worden. Drei Prozent der Fälle sei eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe vorausgegangen.












