Die legendären Videoschnipsel-Abende von Jürgen Kuttner und André Meier haben nun doch eine Zukunft an der Volksbühne. Diese „erfreuliche Nachricht“ verbreitet der Ost-Berliner Kulturwissenschaftler und Vortragskünstler auf seiner Facebook-Seite: „Ich hatte am Dienstag ein längeres Gespräch mit Matthias Lilienthal (Intendant der Volksbühne) mit dem Ergebnis, dass es mit den Schnipseln im November erstmal weitergeht…“ Mit einem Smiley kommentiert Kuttner diesen einen lakonischen Satz.
Matthias Lilienthal bestätigt die Nachricht gegenüber der Berliner Zeitung: „Ich freue mich, dass es nun mit Kuttner an der Volksbühne weitergeht. Wir haben uns geeinigt, dass wir das Format weiterentwickeln.“ Kuttner wird jetzt Gäste an die Seite bekommen, Lilienthal möchte, dass auch eine Perspektive von außen und möglichst von einer jüngeren Generation zum Tragen kommt. Wer das sein wird, wird später verraten.
Der neue Intendant der Volksbühne Matthias Lilienthal
© Paulus Ponizak/Berliner Zeitung
Ob dieses Verfahren den Schnipselvorträgen frische Impulse verleiht oder ob solche Frische überhaupt nötig ist, wird sich zeigen. Im Fall der Fälle quatscht Kuttner jedes Gegenüber an die Wand. Seine geistige Unberechenbarkeit und Angriffslust, die assoziativen Sprünge, sein enzyklopädisches Gedächtnis und sein unverwechselbarer Ost-Berliner Blick haben die Schnipselabende zu einem Unikat im Theaterbetrieb gemacht – in Verwertungszusammenhängen würde man von einem Unique Selling Point sprechen. Kuttner tritt inzwischen landauf, landab damit auf und füllt mit kleinem Aufwand die Häuser.






