PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSechs Tote in StadeSchwiegermutter von SPD-Migrationsbeauftragten fuhr FluchtwagenStand: 07:43 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Fluchtwagenfahrerin des mutmaßlichen Täters von Stade ist die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Abgeordneten Deniz Kurku. Kurku ist zudem Landesbeauftragter für Migration. Der Politiker drückte in einer Stellungnahme seine Anteilnahme aus.Die Patentante im Fall Stade ist die Schwiegermutter von SPD-Politiker Deniz Kurku. Kurku legt die Verbindung selbst offen. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) stellt sich hinter Kurku und seine Familie.Bei der 65 Jahre alten Fahrerin des Fluchtwagens nach der Gewalttat von Stade handelt es sich um die Schwiegermutter des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku. Das ließ der SPD-Politiker in einer Stellungnahme über einen Rechtsanwalt mitteilen. „Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt“, heißt es in der persönlichen Stellungnahme. Zuerst hatten mehrere Medien darüber berichtet, darunter der NDR und der „Spiegel“.Kurku drückte in der Stellungnahme auch seine Anteilnahme aus. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen, den ihnen nahestehenden Personen und all jenen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten.“ Der Anwalt wies laut NDR noch darauf hin, dass sein Mandant „selbstverständlich keine Erkenntnisse vor der Tat von der möglichen Tat“ hatte.Staatsanwaltschaft ermittelt zum TathergangNach der Gewalttat in der Jugendeinrichtung in Stade, bei der sechs Menschen erschossen wurden, flüchtete der mutmaßliche Schütze nach Ermittlerangaben in einem Auto, das die 65 Jahre alte Frau fuhr. Beamte schossen auf die Reifen des Wagens und nahmen die Insassen fest. Früheren Angaben der Ermittler zufolge soll die Frau eine enge Verbindung zur Familie des Tatverdächtigen haben, in diversen Medienberichten wird sie auch als Patentante bezeichnet. Lesen Sie auchDer genaue Tatablauf und welche Rolle dabei die Frau spielte, sind bislang unklar. Die 65-Jährige soll den mutmaßlichen Täter zu dem Termin und nach der Tat das Fluchtauto gefahren haben. Sie hatte sich zudem drei Tage vor der Tat in einem Schreiben an den NDR und weitere Medienhäuser gewandt, um ihre Sichtweise in dem Sorgerechtsstreit darzulegen.Lesen Sie auchDie Polizei befragte die Frau nach der Tat. Ihre genaue Tatbeteiligung sei weiter Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Staatsanwaltschaft Stade mit. Nach Recherchen von WELT und „HAZ“ arbeitet sie für eine Lobbyorganisation, die Ehepaare mit verschiedenen Nationalitäten berät und die sich als „Schnittstelle von Familien-, Bildungs- und Migrationspolitik“ versteht.Wie die SPD-Fraktion reagiertEin Sprecher der niedersächsischen Landesregierung teilte dem NDR auf Nachfrage mit, die familiäre Verbindung habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die ehrenamtliche Tätigkeit von Deniz Kurku als Landesbeauftragter. Kurku sei hoch anerkannt und führe seine Aufgabe „mit größtem, persönlichen Engagement aus“. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) wünsche Deniz Kurku und seiner Familie die notwendige Kraft für die Bewältigung dieser äußerst schweren Situation.Lesen Sie auchAuch die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag stellte sich hinter ihren Abgeordneten. Deniz Kurku stehe in keinem Zusammenhang mit der Tat, sagte Fraktionsvorsitzender Stefan Politze in einer Mitteilung. „Er hat deutlich gemacht, dass er keinerlei Kenntnis davon hatte.“ Die familiäre Verbindung habe er offengelegt. „Daraus erwächst weder eine politische noch eine persönliche Verantwortung für Handlungen anderer“, sagte Politze. Kurku sei ein „höchst angesehener“ und „außerordentlich engagierter“ Abgeordneter.„Spekulationen und pauschale Schuldzuweisungen gegenüber unbeteiligten Angehörigen sind unangemessen und werden der Schwere der Tat nicht gerecht“, sagte der Fraktionsvorsitzende.Der Tatverdächtige, ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit, sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das Motiv für die tödlichen Schüsse ein Sorgerechtsstreit ist.dpa/krott
Sechs Tote in Stade: Schwiegermutter von SPD-Migrationsbeauftragten fuhr Fluchtwagen - WELT
Die Patentante im Fall Stade ist die Schwiegermutter von SPD-Politiker Deniz Kurku. Kurku legt die Verbindung selbst offen. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) stellt sich hinter Kurku und seine Familie.












