William Wegmann, «Eyewear», 1994Wie Tierliebe entsteht, wann sie überbordet und ob unsere Gefühle erwidert werden: eine Forschungsreise mit Hund.03.07.2026, 05.30 Uhr20 LeseminutenManchmal lässt uns die Liebe seltsame Dinge tun. Zum Beispiel an diesem Dienstagmorgen auf dem Campus der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Ich knie in einem Laborraum, rufe meine Hündin Neve sanft beim Namen, blicke ihr in die Augen und drücke dann demonstrativ meine Nase an einen gelben Punkt an der Wand. Neve schaut mich an. Was sie wohl denkt? Amantes sunt amentes vielleicht, Liebende sind Verrückte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Nase-an-die-Wand-Drücken ist Teil einer Studie im Clever Dog Lab, einer Einrichtung des Messerli-Forschungsinstituts, das die Beziehung zwischen Menschen und Tieren untersucht. Es geht um die sogenannte «Überimitation», die viel mit emotionaler Bindung zu tun hat: Menschen neigen dazu, andere nachzuahmen, auch wenn eine Handlung keinen Sinn ergibt. Etwa beim bekannten Experiment mit der Puzzle-Box: Ein Erwachsener zeigt einem Kind, wie man eine Box öffnet, in der eine Belohnung versteckt ist. Er klopft auf die Box und schiebt einen Riegel zur Seite. Obwohl nur der Riegel eine Funktion hat, klopft das Kind meist ebenfalls auf die Box. Je stärker die Bindung, desto eher imitieren Kinder eine sinnlose Handlung.Überimitation galt lange als rein menschliches Verhalten; Schimpansen etwa lassen das Klopfen weg und betätigen sofort den Riegel. Wir Menschen hingegen vertrauen darauf, dass Rituale von Bezugspersonen Sinn ergeben, wir wollen ihnen ähnlich sein und dazugehören. Überimitation ist ein Zeichen von Nähe und eine Voraussetzung für unsere Kultur. Ob Tischsitten, Begrüssungsformen, Trauerrituale oder Festbräuche – viele Traditionen erfüllen keinen Zweck. Sie wurden weitergegeben, weil Menschen nicht nur kopieren, was nützlich ist, sondern auch, was sie verbindet.Nun zeigt die Forschung, dass auch Hunde Menschen imitieren. Wie oft und wen genau – das untersucht man im Clever Dog Lab.Neve ist der letzte Hund in dieser Studie. Sie gehört zur Kontrollgruppe, bei der nicht die Halterin, sondern eine fremde Person das Ritual vorzeigt: Eine Studentin klopfte auf zwei Punkte an der Wand, berührte sie mit der Nase und legte dann eine Scheibe Wurst in einen Eimer. Neve liess sich nicht beirren. Sie ignorierte die Punkte und ging zielgerichtet zur Wurst. Doch was passiert, wenn ich es ihr vormache? Ist unsere Bindung so stark, dass sie mich imitieren wird? Oder, unwissenschaftlich ausgedrückt: Liebt mich mein Hund?Die Frage, ob Neve mich liebt, ist nicht der Ausgangspunkt dieser Geschichte. Das war ein anderer: Warum liebe ich meine siebenjährige Lagotto-Romagnolo-Hündin so sehr, dass andere darüber erschrecken?Ich begann darüber nachzudenken, als mein Kollege Reto, unser Wissenschaftsredaktor, von einer Studie erzählte. Es ist ein Gedankenexperiment, das auf dem berühmten Trolley-Problem aus der Moralphilosophie basiert: Ein Bus fährt eine Strasse entlang, als plötzlich ein fremder Mensch und das eigene Haustier auf die Fahrbahn rennen. Wen würde man retten?«Und stell dir vor», sagte Reto, «es gibt tatsächlich Menschen, die statt der Person ihren Hund retten würden.» Er war ehrlich empört. Und ich dachte: Ein solcher Mensch bin ich.Wie stark prägt die Kindheit?Als ich in den folgenden Wochen mein Umfeld vor das Dilemma stellte, entdeckte ich einen Graben, der die Gesellschaft teilt. Auf der einen Seite stehen Leute wie Reto, die jederzeit den Menschen vorziehen würden. Auf der anderen Leute wie ich, die ihr Tier nicht opfern würden. Genau dieser Graben tut sich auch in der Studie auf, von der Reto erzählte: Vier von zehn Versuchsteilnehmern entschieden sich für das Leben des Haustiers – selbst wenn sie zum Zeitpunkt der Befragung gar keines besassen, sondern sich nur eines vorstellten.Wie landet man auf der einen oder der anderen Seite? Weshalb würde ich einen Hund retten und Reto zuerst alle acht Milliarden Menschen der Welt? Oder grundsätzlicher: Warum liebe ich Tiere, während Reto sie «interessant und okay» findet?Vielleicht liegt es an der Kindheit. Wobei: Unsere Haustierbiografien unterscheiden sich anfangs kaum. Reto hatte Meerschweinchen, Springmäuse und einen Hamster («Als wir ihn einschläfern mussten, war das schon schlimm»); zudem hielten er und sein Bruder eine Zeitlang Skorpione in einem Terrarium, die sich irgendwann gegenseitig auffrassen. Ich hatte Meerschweinchen, Zwergkaninchen und einen zugeflogenen Wellensittich, der bald wieder davonflatterte; zudem hielt ich eine Zeitlang Schnecken in einem umfunktionierten Aquarium im Garten, die irgendwann bei einem Gewitterregen ertranken.Und doch gibt es einen Unterschied. Retos Antrieb war eher Neugier als Liebe. Meine Gedanken hingegen waren von Tieren beherrscht. Ich rettete Regenwürmer und gründete in der Primarschule den «Tier-Verein», der zu Glanzzeiten aus drei Mitgliedern bestand. In meinen Träumen bekam ich Ziegen geschenkt, und einmal schmiedete ich monatelang Pläne, wie ich im Garten ein Pony verstecken könnte. Ich hatte die Unterschrift meiner Mutter gefälscht, um an der Verlosung eines Pferdemagazins teilzunehmen. Gewonnen habe ich nicht. Mehr als alles wünschte ich mir aber einen Hund. Ich lernte das «Kynologische Lexikon» auswendig, vom Affenpinscher bis zum Zwergspitz.Irgendwann trennten sich Retos und meine Tierbiografien. Sein Interesse verlagerte sich auf Elektronikbaukästen und Orientierungslauf. Meines vertiefte sich, als Kuno, ein Golden-Retriever-Welpe, bei uns einzog – und mit ihm diese Liebe, die über die eigene Spezies hinausreicht.Doch warum ist dieser Graben zwischen uns aufgeklafft? Wenn das jemand beantworten kann, dann Harold «Hal» Herzog. Der emeritierte Psychologieprofessor ist ein Pionier auf dem Gebiet der Anthrozoologie. Er erforscht seit einem halben Jahrhundert unser Verhältnis zu Tieren und beschrieb die oft widersprüchliche Beziehung im Bestseller «Wir streicheln und wir essen sie».Die Entstehung von Tierliebe sei eine der faszinierendsten Fragen überhaupt, sagt Herzog im Video-Call aus North Carolina. Aber man wisse überraschend wenig darüber. «Dabei geht es bei dieser Frage gar nicht um Tiere. Sondern darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.»Wir neigen dazu, Tiere zu vermenschlichen: Das illustriert der amerikanische Fotograf William Wegman, der seine Weimaraner posieren lässt.William Wegman, «Dog Walker», 1990Hal Herzog, Sie kennen natürlich das Experiment, bei dem man zwischen einem Menschen und seinem Haustier wählen muss. Mein Kollege Reto war fassungslos, dass ich mich für meinen Hund entscheiden würde.Lassen Sie mich zu dieser Studie kurz ausholen. Fragt man Leute allgemein, ob sie einen Hund oder einen Fremden retten würden, antworten fast alle: den Menschen. Der grosse Unterschied entsteht erst, wenn es das eigene Tier ist. Unser Verhältnis zu Haustieren, besonders Hunden, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Wir zählen sie heute zur Familie, betrachten sie beinahe als Person.Harold «Hal» Herzog.PDRetos Antwort bleibt in beiden Fällen gleich. Er bezeichnet sich als Speziesist: Für ihn steht jeder Mensch in jedem Fall vor jedem Tier.Interessant ist, wann diese Haltung entsteht. Es gibt dazu eine Studie mit dem Szenario von zwei sinkenden Booten, und man kann nur die Kreaturen auf einem retten. In den Varianten geht es um einen fremden Menschen gegen einen fremden Hund. Aber auch um einen Menschen gegen zehn, fünfzig oder hundert Hunde.Was kam dabei heraus?Es zeigte sich ein frappanter Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen. Kinder zwischen fünf und neun Jahren würden deutlich häufiger Hunde statt Menschen retten – besonders, wenn es viele Tiere sind. Bei hundert Hundeleben gegen ein Menschenleben entscheiden sich nur 15 Prozent der Erwachsenen für die Hunde, aber 82 Prozent der Kinder. Das ändert sich ab der Pubertät.Wie erklärt man sich das?Die Studienautoren folgern, Kinder seien von Natur aus keine Speziesisten. Die Gesellschaft bringe ihnen nach und nach bei, dass manche Tiere Nutztiere seien und ein Menschenleben mehr zähle. Man nennt das «soziales Lernen». Ich sehe noch eine andere Möglichkeit: Vielleicht werden Kinder einfach klüger. Sie erkennen, dass sich Menschen in moralisch bedeutsamer Weise von Hunden unterscheiden.Tierliebe liegt auch in den GenenDie Wissenschaft ging lange davon aus, dass auch Tierliebe ein reines Produkt des sozialen Lernens sei: Wer mit Tieren aufwächst, übernimmt die Haltung der Eltern und des Umfelds. Ebenfalls entscheidend sind die eigenen Erfahrungen. Ob man Hunde als beglückend oder als bedrohlich erlebt, ob die Anwesenheit einer Katze tröstet oder nervt – das alles prägt. Doch Herzog vermutet, dass unsere Zuneigung auch von den Genen beeinflusst wird.Hinweise darauf stammen aus Zwillingsstudien. Sie gelten als Königsweg, um herauszufinden, ob uns unsere Familie oder unsere Biologie prägt. Eine schwedische Studie mit 35 000 Zwillingspaaren hat zum Beispiel die Neigung zur Hundehaltung untersucht. Würde die Liebe zu diesen Tieren ausschliesslich durch Erziehung entstehen, müssten sich eineiige und zweieiige Zwillinge als Erwachsene ähnlich oft einen Hund anschaffen, schliesslich wachsen sie im selben Elternhaus auf. Aber eineiige Zwillinge, die nahezu identische Gene teilen, entscheiden deutlich häufiger gleich. Die Forscher errechneten, dass sich die Unterschiede zwischen Menschen, die sich für oder gegen den Hund entscheiden, zu mehr als 50 Prozent biologisch erklären lassen.Wir schauen uns unsere Einstellung zu Tieren also vielleicht nicht nur von den Eltern ab – wir erben sie auch von ihnen.Dabei geht es nicht um ein einzelnes «Hunde-Gen», sondern um das Zusammenspiel vieler genetischer Faktoren. Doch selbst winzige Nuancen könnten einen Unterschied machen. Ein Team der Universität Edinburgh stiess auf Hinweise, dass eine bestimmte Variante des Oxytocin-Rezeptor-Gens – des Andockpunktes für das berühmte Bindungshormon – unsere Empathie gegenüber Tieren beeinflussen könnte. Wer diese Variante trägt, scheint empfänglicher für ihre Gefühlswelt zu sein und tiefere Bindungen aufzubauen, während Menschen mit anderen Varianten nüchterner auf Tiere reagieren.Das klingt nach Reto und mir.Doch selbst wenn Reto genetisch eher auf Distanz programmiert sein sollte, ist auch er nicht gegen einen Trick der Evolution gefeit: das Kindchenschema. Manchmal, gesteht er, schaue er sich sogar Videos von herzigen Hunden oder Katzen an.Kindliche Züge wie grosse Augen, eine hohe Stirn und eine Stupsnase lösen in uns reflexartig Fürsorge aus – das beschrieb der österreichische Zoologe Konrad Lorenz bereits in den 1940er Jahren. Evolutionsbiologisch ergibt das Sinn: Dank dem Kindchenschema kümmern wir uns um menschlichen Nachwuchs. Nur reagiert unser Gehirn erstaunlich unpräzise. Ein Welpe, ein Kätzchen oder eine Babyrobbe aktivieren ähnliche Mechanismen wie ein Kleinkind.Bei mir scheint allerdings etwas falsch verdrahtet worden zu sein. Ich reagiere auf Tiere nicht ähnlich wie auf Babys, sondern stärker. Ein Baby ist niedlich, ein Labradorwelpe unwiderstehlich.Womöglich hat das mit Prägung zu tun. Wir entwickeln in der Kindheit mentale Modelle für Nähe, und wer diese früh mit Tieren erlebt, verknüpft mit ihnen oft Sicherheit, Trost und Geborgenheit. Die Biografie schreibt an den neuronalen Schaltplänen mit: Der Anblick eines Tieres weckt positive Erinnerungen und wirft das Belohnungssystem an. Weil ich die Nähe zu Tieren über Jahre emotional eingeübt habe, reagiert mein Fürsorgeinstinkt vielleicht stärker, wenn das Wesen vor mir Fell und Pfoten hat.In unserer Gesellschaft betrachtet man Hunde zunehmend als Familienmitglieder.William Wegman, «Aside», 1999Das bringt mich zu einer unangenehmen Frage. Es gibt nämlich noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Reto und mir: Er ist Vater, ich habe keine Kinder. Mein Partner und ich haben uns dagegen entschieden, weil der Kinderwunsch fehlte. Was ich hingegen immer wusste: dass ich irgendwann wieder einen Hund in meinem Leben will.Ist Neve schlicht unser Kinderersatz?Von «Hundeeltern» und «Fellkindern»Psychologisch wäre das nicht überraschend. Unser Gehirn nutzt bei Haustieren teilweise dieselben Muster, die für Eltern-Kind-Beziehungen vorgesehen sind. Und Neve ist gewissermassen ein ewiges Kleinkind: abhängig und zugewandt. Sie wird sich immer freuen, wenn wir heimkommen, sie wird nie ausziehen wollen und uns später nicht vorwerfen, wir hätten ihr Leben ruiniert.Was für Neve und mich gilt, spiegelt sich in der Demografie. Wo weniger Kinder geboren werden, steigt die Zahl der Haustiere. Das wirkt sich sogar auf die Sprache aus. Viele Halter nennen sich heute «Hundeeltern» und reden von ihrem «Fellkind». So weit geht es bei uns nicht. Doch meine Gefühle für Neve erstaunen mich manchmal selbst, genauso, wie wenig es mir ausmacht, unser Leben zu grossen Teilen nach ihr auszurichten. Und ja: Wir feiern ihren Geburtstag, sie bekommt jeweils ein Gipfeli. Wir streiten hin und wieder über Erziehungsfragen, und wenn es um die Organisation eines Sitters geht, lastet die «mental load» öfter auf mir.Das fühlt sich tatsächlich ein bisschen an wie mit einem Kind.Psychologie, Genetik und Kindchenschema können aber nicht alles erklären. Ein Teil der Tierliebe bleibe ein Mysterium, sagt Hal Herzog. Er beobachtet das bei seinen vier Enkeln, die in derselben Familie und ohne Haustiere aufwachsen. Während sich drei kaum für Tiere interessierten, habe der vierte eine geradezu magische Verbindung zu ihnen.Um das Rätsel solch geborener Tiermenschen zu entschlüsseln, interviewte Herzog eine Reihe von Trainern, die mit Löwen, Elefanten oder Bären arbeiten. Er wollte herausfinden, was sie begnadet im Umgang mit Tieren macht. Doch er fand keine gemeinsame Formel. «Ich konnte nie dazu publizieren.»Es ist verführerisch, Tierliebe zur Tugend zu erklären, zum Zeichen einer besonders empathischen Seele. Doch Tierliebe, das zeigt Herzogs Forschung, ist meist selektiv und widersprüchlich. Auch bei mir: Ich verfüttere meinem geliebten Hund das Fleisch anderer Tiere und esse es auch selbst.Gerade die Vermenschlichung – oder Verkindlichung – kippt rasch in Tierquälerei. Möpse, französische Bulldoggen oder Perserkatzen wurden mit immer kürzeren Nasen und riesigen Augen gezüchtet, damit sie dem Kindchenschema noch stärker entsprechen. Die Tatsache, dass diese Tiere oft ihr Leben lang unter einer Vielzahl von Beschwerden wie Atemnot, Augenproblemen und juckender Haut leiden, wird von ihren Liebhabern ausgeblendet.Wie gut wir solche Widersprüche verdrängen, erlebte Herzog bei seiner Feldforschung in der illegalen Szene der Hahnenkämpfe. Dort treten Hähne gegeneinander an, oft mit messerscharfen Sporen aus Metall oder Knochen, die man an ihren Beinen angebracht hat. Der Kampf endet tödlich oder mit schweren Verletzungen.Man würde erwarten, dass Menschen in diesem Milieu gleichgültig gegenüber den Tieren sind. Doch Herzog traf auf Männer, die ihre Hähne zwei Jahre lang beinahe zärtlich aufzogen und auch angaben, sie zu lieben. Gleichzeitig argumentierten sie ihre Zweifel weg: Das Kämpfen liege eben in der Natur dieser Vögel, ausserdem hätten ihre Hähne ein längeres und schöneres Leben als jedes Masthuhn.Hal Herzog, ich ahne die Antwort, aber trotzdem: Macht Tierliebe mich zum besseren Menschen?Man kann nicht pauschal sagen, dass Tierliebhaber besser oder schlechter sind. Sicher: Menschen, die Tiere mutwillig quälen, sind mit grösserer Wahrscheinlichkeit schlechte Menschen. Tierquälerei gilt als Warnsignal für manche Persönlichkeitsstörungen. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die Tiere misshandeln, aber von sich behaupten, die grössten Tierliebhaber zu sein, etwa die «Animal Hoarders». Sie sammeln Dutzende oder gar Hunderte Hunde oder Katzen, bis diese verwahrlosen und verhungern. Trotzdem sagen sie: «Ich liebe Tiere so sehr, ich kann nicht aufhören, sie zu adoptieren.» Das ist eine pathologische Bindung und extrem schwer zu behandeln. Nimmt man solchen Leuten die Tiere weg, haben sie kurze Zeit später neue.Es gibt aber auch Tierfreunde, die keine Menschen mögen. Gerade in Haustierforen begegnet man viel Hass. Oft wird behauptet, Tiere seien die besseren Wesen.Ich verfolge diese Gruppen ebenfalls. Ein Grund, warum ich Mensch-Tier-Beziehungen so gern erforsche, ist, dass sie in Menschen pure Leidenschaft hervorbringen. Aber man sieht eben auch extreme Passionen. Ich habe in meinem Blog gerade über eine Metastudie geschrieben, die den Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und der Bindung zu Haustieren untersucht. Man würde ja denken: je enger die Bindung, desto glücklicher und weniger depressiv der Mensch. Aber das kam nicht heraus. Die meisten Studien fanden entweder keinen Zusammenhang, oder sie zeigten, dass Menschen mit einer extremen Bindung zu ihrem Haustier eher psychische Probleme hatten.Kommen wir nochmals auf den Graben bei dem Gedankenexperiment zurück. Sie hatten selbst Haustiere, zuletzt die Katze Tilly. Würden Sie Tilly oder den Menschen retten?Den Menschen. Ich glaube, ein Menschenleben ist in gewisser Weise wertvoller und reicher als das einer Katze – selbst als das meiner Katze. Aber ich habe meine Tochter Katie einmal vor das Dilemma gestellt, die ihren Hund Moose über alles liebt. Ich versuchte, ihr die Entscheidung schwer zu machen, und fragte: Wen würdest du retten – deinen 80-jährigen Vater, also mich, oder deinen Hund? Und sie antwortete: Natürlich den Hund, Dad.Dann blickt Herzog direkt in die Kamera und gibt die Frage zurück: «Schauen Sie mir in die Augen und stellen Sie sich vor: Der Bus rast auf Ihren Hund Neve und ein fünfjähriges Kind zu. Was würden Sie dann wirklich tun?»Ich bin tierlieb, kein Unmensch. Auf einem Fragebogen würde ich das Kind ankreuzen. Aber wenn die Situation kein Gedankenexperiment wäre und ich in Sekundenbruchteilen entscheiden müsste – ich weiss es nicht.An meiner Liebe zu Neve gibt es keinen Zweifel. Aber: Liebt sie mich denn auch zurück?Ein zielgerichteter Schimpanse auf PfotenAn jenem Dienstagmorgen in Wien knie ich also im Clever Dog Lab, rufe «Neve» und drücke die Nase an den gelben Punkt an der Wand. Die Studienleiterin hält meine Hündin am Geschirr. Ich gehe zum Eimer und versenke ein Stück Wurst darin. Dieser Teil gehört nicht mehr zum wissenschaftlichen Experiment, aber ich wollte trotzdem wissen: Wird Neve diesmal mit der Nase am Punkt schnuppern, bevor sie zum Eimer geht? Ist unsere Bindung stärker als jede Wurst?Neve läuft los. Und steuert direkt auf den Eimer zu. Sie verhält sich kein bisschen wie ein überimitierendes Fellkind, das mir ähnlich sein will, sondern eher wie ein zielgerichteter Schimpanse auf Pfoten. Reto würde jetzt lachen.Womöglich ist ja die These falsch, und Hunde imitieren doch nicht? Um Ergebnisse zu verkünden, ist es zu früh, das Projekt läuft noch. Aus früheren Experimenten weiss man aber, dass rund die Hälfte der Hunde sinnlose Handlungen kopiert, und zwar viel häufiger, wenn die Bezugsperson sie vormacht.Es könnte natürlich sein, dass Reto recht hat und mein Hund in mir vor allem die Futterlieferantin sieht. Aber zum Glück fällt mir eine tröstlichere Erklärung ein: Neve ist einfach zu schlau, um sinnlos zu imitieren, sozusagen hochbegabt – ein kleiner, pelziger Einstein.Leider wird sich auch diese Illusion in einem weiteren Experiment zerschlagen.Doch zunächst möchte ich von Ludwig Huber erfahren, was es mit der Liebe auf sich hat. Ludwig Huber ist eine Art Gegenstück zu Hal Herzog. Während Herzog als Psychologe auf unsere Perspektive schaut, geht Huber als Biologe vom Tier aus. Er leitet am Messerli-Forschungsinstitut die Abteilung für Kognition und Angewandte Ethologie, zu der das Clever Dog Lab gehört, und hat 2021 das Buch «Das rationale Tier» veröffentlicht. Bevor wir mit dem Interview beginnen, streichelt er Neve und zeigt ein Handyfoto von seinem Hund Arco, einem Collie.Herr Huber, Neve hat mein Verhalten in der Studie nicht kopiert. Muss ich daraus schliessen, dass unsere Bindung weniger stark ist, als ich dachte?So weit würde ich nicht gehen. Wie sagen wir bei einem negativen Ergebnis in der Wissenschaft gern: Die Abwesenheit eines Beweises ist nicht der Beweis der Abwesenheit.Weshalb imitieren Hunde uns überhaupt?Die Tatsache, dass Hunde ihre Bezugsperson viel öfter nachahmen als eine fremde Person, ist für mich ein Hinweis auf einen sozialen Effekt. Der Hund tut eigentlich das Gleiche wie ein Kind, das den weissen Kittel des Vaters anzieht und Arzt spielt. Das Nachmachen dient keinem praktischen Zweck, es ist ein soziales Spiel, das zeigt: Ich bin so wie du.Lassen Sie mich die grosse Frage gleich stellen: Lieben uns unsere Hunde?Liebe ist natürlich ein grosses Wort. Es gibt ja nicht die eine Liebe, sondern Abstufungen, zum Kind, zum Partner, zu den Eltern. Haustiere, die von uns gefüttert, gepflegt und bespasst werden, bauen auf jeden Fall eine sehr positive Beziehung zu uns auf. Aus der Kinderpsychologie kennen wir den Attachment-Effekt, ein angeborenes Bedürfnis, eine enge emotionale Beziehung zu einer primären Bezugsperson aufzubauen. Die Tests dafür hat man auf Hunde angewandt.Mit welchem Ergebnis?Auch Hunde erkunden eine unbekannte Umgebung eher, wenn der Halter oder die Halterin in der Nähe ist, und sie suchen bei Gefahr dort instinktiv Schutz. Sowohl bei Kindern als auch bei Hunden wirkt die Bezugsperson also als sicherer Hafen. Und wenn man diese hochqualitative Bindung nun als Liebe bezeichnen will, dann würde ich sagen: Ja, Ihr Hund liebt Sie.Tabubrüche in der WissenschaftDas Wort «Liebe» war in der Forschung zu Tieren lange Zeit geächtet. Zu gross war die Furcht vor einer unzulässigen Vermenschlichung, dem sogenannten Anthropomorphismus. Denn die Debatte über tierische Gefühle war über weite Teile des 20. Jahrhunderts vom Behaviorismus geprägt. Sein Fundament bildet die «klassische Konditionierung» des russischen Pioniers Iwan Pawlow. Er hatte Laborhunde auf den Ton einer Glocke abgerichtet. Weil auf den Ton stets Futter folgte, reagierten die Tiere bald auf den reinen Klang mit Speichelfluss, gesteuert von einem automatischen biologischen Reflex.Diese Sichtweise reduzierte das Tier auf eine mechanische Kette aus Reiz und Reaktion. Der Hund wäre demnach einfach ein hochoptimierter Überlebenskünstler, der im Laufe der Domestikation gelernt hat, unsere Nähe zu suchen, weil er sie mit Vorteilen verknüpft. Jedes Schwanzwedeln, jeder treue Blick ist dann nichts als erlernte Erwartung. Der Hund liebt nicht uns, sondern das Futter, das wir seiner Erfahrung nach in der Hand halten.Zu Beginn des neuen Jahrtausends bekam diese Sichtweise Risse. Verhaltensbiologen fanden Hinweise, dass die Beziehung mehr sein könnte als Konditionierung; plötzlich war von hündischer Empathie und einer besonderen sozialen Intelligenz die Rede. Eine der interessantesten Figuren in diesem Kulturkampf ist der britische Forscher Clive Wynne. Er führte über Jahre eine Art Kreuzzug gegen die neuen, in seinen Augen sentimentalen Thesen. Um sie zu widerlegen, reiste er um die Welt und testete Hunde, Wölfe und Kojoten.Doch die Wirklichkeit verweigerte sich Wynnes Theorie. Ausgerechnet seine eigenen Experimente brachten seine Haltung ins Wanken. Je genauer er und sein Team hinsahen, desto deutlicher wurde: Hunde taten Dinge für ihre Menschen, die sich nicht allein mit der Aussicht auf Futter erklären liessen.Wynne vollzog eine spektakuläre Kehrtwende. Der Kern des Hundes, schrieb er später, sei nicht seine Intelligenz, sondern seine enorme Fähigkeit zur Bindung, die offenbar tief in der Biologie verankert ist. Man fand genetische Veränderungen, die jenen ähneln, die beim Menschen mit dem Williams-Beuren-Syndrom in Verbindung stehen – einer seltenen Veranlagung, die mit aussergewöhnlicher Freundlichkeit, geringer sozialer Distanz und einem starken Bedürfnis nach Nähe einhergeht. Hunde scheinen genetisch geradezu darauf ausgerichtet zu sein, Beziehungen einzugehen.In der Wissenschaft war das Wort «Liebe» lange verpönt, wenn es um die Gefühle von Tieren ging. Das hat sich geändert.William Wegman, «Casual», 2002In seinem Buch von 2019 bezeichnet der ehemals erbitterte Skeptiker Wynne diese Eigenschaft als «Hypersozialität» und schreibt, er sehe «absolut keinen Grund, das nicht einfach Liebe zu nennen».Das Tabu, von Liebe zu sprechen, hatte der amerikanische Neurowissenschafter Gregory Berns bereits sechs Jahre zuvor gebrochen, als er sein Buch «How Dogs Love Us» veröffentlichte. Berns war der Erste, der Hunde darauf trainierte, wach und bei vollem Bewusstsein in einem Hirnscanner still zu liegen. So gelang es ihm, ihre Gehirne zu kartografieren und die neuronale Basis ihrer Gefühle sichtbar zu machen.Was er dort beobachtete, überraschte selbst Zweifler: Sobald die Hunde den Geruch eines vertrauten Menschen wahrnehmen, aktiviert sich ihr Belohnungszentrum, also jene Hirnregion, die auch bei uns mit positiven Gefühlen und sozialer Bindung verbunden ist. In weiteren Versuchen zeigte sich, dass viele Hunde auf Lob und Zuwendung ihrer Halter mindestens so stark reagieren wie auf ein Würstchen.Die Verbindung, so weiss man inzwischen, reicht bis tief in die Physiologie. Blicken wir Menschen unseren Hunden in die Augen, steigt bei beiden der Oxytocin-Spiegel. Entspannen wir gemeinsam, synchronisiert sich der Herzschlag. Das sind ähnliche körperliche Reaktionen, die die Wissenschaft bei Müttern und Babys gemessen hat – und bei frisch verliebten Paaren.Der Verhaltensbiologe Wynne und der Neurowissenschafter Berns widersprechen sich in manchen Punkten. Doch in einem sind sie sich einig: Die Frage ist heute nicht mehr, ob Hunde uns lieben – sondern nur noch, auf welche Weise sie das tun.Herr Huber, bei Ihnen legen sich ebenfalls Hunde nach langem Training in den Hirnscanner. Dabei haben Sie ein anderes Gefühl untersucht: Eifersucht.Vorsicht, ich habe allen im Labor verboten, das Wort auszusprechen, um nicht in die Falle der Vermenschlichung zu tappen. Aber ja, wir wollten herausfinden, was im Kopf der Hunde passiert, wenn sich die Halterin mit einem anderen Hund beschäftigt. Dafür haben wir sechs Situationen gefilmt: die Halterin beim Streicheln eines anderen Hundes, bei einer neutralen Interaktion mit dem anderen Hund und beim Streicheln eines Stoffhunds. Und eine fremde Person, die jeweils das Gleiche tut. Diese Videos spielten wir den Hunden im Hirnscanner vor.Was passierte?Die stärkste Aktivität im limbischen System trat eindeutig auf, wenn die Halterin einen anderen Hund streichelte, also bei der – und das sage ich jetzt in Anführungszeichen – «Eifersuchtssituation». Was es bei Hunden ist, können wir nicht wissen. Eifersucht ist ja keine Basisemotion wie Freude oder Furcht, sondern etwas Höherwertiges. Und da muss man aufpassen, nicht anthropomorphisch zu interpretieren, also nicht aus einer menschlichen Sicht heraus.Projizieren wir oft menschliche Gefühle in unsere Hunde?Ja. Das beste Beispiel ist Schuldgefühl. Fast alle Halter sind felsenfest überzeugt, ihr Hund habe manchmal ein schlechtes Gewissen.Und das stimmt nicht?Es gibt dazu eine schöne Studie aus New York mit Hundehalterinnen, die das behaupteten. Die Forscher liessen diese Halterinnen ihrem Tier ein Würstchen verbieten und schickten sie aus dem Raum. Anschliessend stahlen die Wissenschafter das Futter heimlich vom Teller. Als die Halterinnen zurückkamen, blickten sie ihren vermeintlich diebischen Hund streng an, der prompt dieses typische Verhalten zeigte: Er duckte sich, wich zurück. Und die Halterinnen sagten: «Sehen Sie, so schaut er aus, wenn er etwas angestellt hat.» Dabei hatte der Hund gar nichts gemacht. Und er hatte natürlich auch kein schlechtes Gewissen, weil er ja unschuldig war.Woran könnte sein Verhalten dann liegen?Vermutlich an der Körpersprache oder am Gesichtsausdruck der Halterin. Wir haben in einer Studie nachgewiesen, dass Hunde Zorn und Freude unterscheiden können, sogar dann, wenn sie nur den unteren oder oberen Teil eines Gesichts sehen. Interessant war: Eine Gruppe der Hunde musste lernen, auf einem Touchscreen das freudige Gesicht anzustupsen, die andere das zornige. Beim zornigen Gesicht brauchten die Hunde ein dreimal so langes Training. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Hunde die Emotionen verstehen und sich zornigen Menschen ungern nähern.Was glauben Sie: Überschätzen wir unsere Hunde, oder unterschätzen wir sie?Beides. Wir überschätzen sie, wenn wir komplexe moralische Gefühle wie Schuld, Scham oder Schadenfreude in sie hineinprojizieren. Und wir unterschätzen, wie sehr sie uns verstehen. Nicht nur unsere Bewegungen, auch unsere Absichten. Wir konnten in Experimenten zeigen, dass Hunde begreifen, ob wir ihnen ein Stück Wurst nicht geben können oder ob wir es ihnen nicht geben wollen – dann wurden sie rascher ungeduldig, und ihre Körpersprache signalisierte Frust oder Desinteresse. Faszinierend ist aber auch, wie viel Hunde latent lernen, indem sie uns den ganzen Tag beobachten. Das habe ich bei meiner früheren Hündin Ally, einem Spitz, beobachtet.Was genau?Sie konnte anhand des Geräusches meiner Gürtelschnalle voraussagen, was ich vorhabe. Ich habe zu Hause ja Hosen für die Uni und solche für die Freizeit, und ich benutze zwei verschiedene Gürtel dafür. Wenn ich mich im Obergeschoss umzog, merkte Ally unten am Klang der Schnalle, wie der Tag weitergeht. Zog ich eine Berufshose an, blieb sie ruhig, war es eine Freizeithose, bellte sie aufgeregt. Weil sie wusste: Jetzt gehen wir zusammen raus.Sie beschäftigen sich nicht nur mit Hunden. Lieben uns andere Tiere auch?Ich kann das nur umgekehrt beantworten: Meine frühere Assistentin hatte eine Schildkröte, die ihr Ein und Alles war. Aber wie sollte diese Schildkröte Liebe so ausdrücken, dass wir sie verstehen? Wie soll ein Fisch ohne Gliedmassen und Gesichtsmuskeln seine Gefühle zeigen? Je näher ein Ausdrucksverhalten an unserem ist, desto eher machen wir Zuneigung daran fest. Insofern sollten wir die Vorstellung von Gefühlen anderer Tiere zumindest nicht voreilig abwehren.Hundehalter überschätzen ihre TiereFest steht: Interaktion festigt das Band zwischen Mensch und Tier. Deshalb nehmen Neve und ich in Wien noch an zwei weiteren Studien im Clever Dog Lab teil. Die erste erforscht, ob bereits zusammen fernsehen verbindet. Kleinkinder erleben das als gemeinsame Erfahrung und bauen dadurch soziale Nähe auf.Bei diesem Versuch bin ich allerdings nur Zuschauerin. Zwei Experimentatorinnen setzen sich nacheinander mit Neve vor einen Bildschirm, auf dem Videos von spielenden Hunden zu sehen sind. Die erste schaut aktiv mit Neve mit, sucht Augenkontakt und signalisiert Interesse. Die zweite blickt teilnahmslos auf eine Zeitung. Nach jeweils 90 Sekunden ziehen sich beide wortlos in eine Ecke zurück. Nun wird gemessen, ob und wie schnell Neve Kontakt sucht. Und tatsächlich: Sie läuft deutlich rascher zu jener Forscherin, mit der sie zuvor das Fernseherlebnis geteilt hat.Beim letzten Experiment soll Neve dann beweisen, ob ein guter Detektiv in ihr steckt. Es wird getestet, ob sie mich anhand von Indizien hinter einer von zwei Sichtschutzwänden aufspüren kann – und wie sie reagiert, wenn sich die Spuren ändern. Dafür muss sie allerdings erst begreifen, worin der Clou besteht: Eine Leine auf dem Boden ist der Hinweis auf mein Versteck. Doch Neve kapiert das auch beim sechsten Versuch nicht – so wie etwa die Hälfte aller Hunde im Test. Wir fliegen aus der Studie.Die Forscherinnen betonen, dass ihr Experiment nicht Intelligenz misst. Trotzdem: Neve ist vielleicht halt doch kein Einstein im Pelz. Reto wird sich jedenfalls bestätigt fühlen. Während der Recherche leitete er mir einen Artikel mit dem Titel «Your Dog Is Dumb» weiter: Menschen mit einer engen Bindung zu ihrem Tier halten Hunde insgesamt für klüger, als sie sind. Zudem sind zwei Drittel der Halter überzeugt, ihr Hund sei intelligenter als der Durchschnitt, was schon mathematisch nicht aufgeht.Ich nenne Neve jetzt manchmal liebevoll «Keinstein».Die Bilder in diesem Text stammen vom amerikanischen Fotografen William Wegman. Er inszeniert seit 50 Jahren seine Weimaraner in surrealistischen Posen und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet.Ein Artikel aus dem «NZZ Folio»