Was ist das Spiel des Tages?

Spanien gegen Österreich. Oder wie wir im Fußball-Feuilleton sagen: Das Habsburger-Duell. Im 16. und 17. Jahrhundert regierten die Habsburger Spanien und Österreich, nachdem ihr Sohn Philipp Johanna von Kastilien geheiratet hatte. Es war wohl keine glückliche Ehe, Felipe el Hermoso war einfach zu schön und ging ständig fremd, seine Frau wurde wahnsinnig vor Eifersucht und als Juana la Loca bekannt. Als ihr Mann starb, zog sie monatelang mit dessen Sarg durch das Land.

Die Habsburger regierten Spanien fast 200 Jahre lang, bis die spanische Linie der Familie ausstarb: Zu viele Onkel hatten ihre Nichten geheiratet, zu viele Cousins ihre Cousinen; der letzte von ihnen, ein Karl mit dem Beinamen El Hechizado, der Verhexte, litt unter der sogenannten Habsburger Unterlippe, einem weit vorstehenden Unterkiefer, und starb zeugungsunfähig im Jahre 1700. Die österreichische Linie der Habsburger war deutlich erfolgreicher, dort regierte die Familie bis ins Jahr 1918. Die fußballdynastischen Verhältnisse sind umgekehrt: Das Haus Spanien regiert regelmäßig die Fifa-Weltrangliste, die österreichische Linie steht zwar nicht vor dem Aussterben, ist allerdings wirklich keine Weltmacht. Vielleicht zeigt die Partie Spanien gegen Österreich (21 Uhr, ARD) aber eine ewig gültige Lektion der Geschichte: Irgendwann kommt jede Herrschaft an ihr Ende.