Sie greifen an, sie spitzen zu, sie sind Partei pur. Generalsekretäre sind in der deutschen Parteipolitik diejenigen, die Debatten qua Amt beleben; man denke an Franz Müntefering oder Franz Josef Strauß, die jeweils Ersten in diesem Amt in SPD und CSU. Bei den Grünen ist das nun Pegah Edalatian.Hintergrund ist eine erfolgreiche Urabstimmung über Satzungsänderungen, die seit Mittwoch gelten. Eine davon: Die bisherige politische Geschäftsführerin wird automatisch zur Generalsekretärin. „Die Aufgaben passen jetzt besser zum Namen“, sagt Edalatian im Gespräch mit der F.A.Z.Geboren wurde sie 1980 in Kassel, ihre Familie stammt aus Iran. Edalatian studierte in Düsseldorf Sozialwissenschaften und internationale Beziehungen. Danach arbeitete sie in der Entwicklungszusammenarbeit. Erst mit 31 Jahren trat sie in die Partei ein, wurde dann aber schnell bekannt, von 2013 an als Referentin der Düsseldorfer Ratsfraktion für Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig engagierte sie sich in der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft „Globale Entwicklung“ – einem Gremium, in dem man typischerweise den eigenen Parteiaufstieg vorantreibt.Edalatian beschreibt sich als Teil des linken Parteiflügels, von Dogmatismus aber halte sie nichts. Das klingt nach der Sorte Parteilinken, mit der Realos gern arbeiten.Sie soll die Grünen diverser machenEdalatian wechselte 2014 als Referentin zur grünen Landtagsfraktion in NRW, später wurde sie in den Parteirat gewählt. Als sich die Partei 2022 mit Ricarda Lang und Omid Nouripour neu strukturierte, hatte sich Edalatian intern einen derart großen Namen gemacht, dass sie als stellvertretende Bundesvorsitzende in den Parteivorstand gewählt wurde.Ihre Aufgabe besteht seither darin, die Partei diverser zu machen. Das bedeutet bei den Grünen auch, endlich mehr Nichtakademiker in wichtige Positionen zu bringen. „Unsere Bundestagsfraktion besteht zu etwa einem Prozent aus Nichtakademikern, das ist viel zu wenig“, sagt Edalatian. Nicht nur Musteraufstiege wie ihrer sollen künftig an die Spitze der Partei führen.Nach empfindlichen Wahlniederlagen erklärte der gesamte Parteivorstand im Herbst 2024 seinen Rücktritt, wobei Edalatian kurz darauf ankündigte, abermals zu kandidieren. Das tat sie mit Erfolg und stieg sogar zur politischen Geschäftsführerin auf.Dass sie in dieser Rolle recht wenig nach außen wirkte, hatte auch damit zu tun, dass Andreas Audretsch als Wahlkampfmanager vor der Bundestagswahl 2025 eine exponierte Rolle einnahm.Ob Edalatian mit ihrem neuen Titel auch höhere Ansprüche verbindet? Und überhaupt: Ob sie beim Parteitag im Dezember antreten will, um weiter als Generalsekretärin zu arbeiten? Festlegen will sie sich in diesen Fragen noch nicht. Den Titel der ersten Generalsekretärin in der grünen Parteigeschichte kann ihr jedenfalls niemand mehr nehmen.
Generalsekretärin: Pegah Edalatian vertritt jetzt grün pur
Eine Urabstimmung macht Pegah Edalatian zur ersten Generalsekretärin der Grünen. Sie gehört dem linken Flügel der Partei an, hält von Dogmatismus aber nichts.











