Für die Forschung und Ausstellungen in Museen sind Tierskelette von herausragender Bedeutung. Die Knochen müssen sauber – also von allen organischen Weichteilen wie Knorpel, Fleisch oder Sehnen befreit – und unbeschädigt sein. Herkömmliche Methoden zur Reinigung bergen jedoch Tücken. Ein Team der Universität im iranischen Mesched und des Naturkundemuseums Stuttgart hat nun »Superwürmer« als schnellere, umweltfreundlichere, risikoärmere und günstige Alternative erprobt.Dabei handelt es sich um Mehlwurm-artige Larven des Großen Schwarzkäfers (Zophobas morio), wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Fachzeitschrift »PLOS One « erläutern. Die bis zu sechs Zentimeter langen Tiere fressen den Angaben nach innerhalb weniger Stunden oder Tage Skelette blitzeblank – je nachdem, ob man ihnen eine kleine Hausmaus oder einen großen Wolf zum Fraß vorwirft.Um den Larven die Arbeit zu erleichtern, wurden die zu skelettierenden Tiere zuvor enthäutet, von inneren Organen befreit und 20 bis 45 Minuten lang in 80 Grad heißem Wasser aufgeweicht.

Knochen-schonender EinsatzDer konventionelle Einsatz von Enzymen oder Chemikalien dauert den Angaben nach oft lange und ist mit Gefahren etwa durch Giftstoffe verbunden. Zudem könnten besonders fragile Knochen wie Schädel kleiner Vögel beschädigt werden.Eine schonendere und beliebte Methode zur Reinigung der Skelette seien Speckkäfer. Doch hier bestehe eine andere Gefahr: Wenn die Tiere innerhalb der Museumsgebäude entwischen, könnten selbst wenige entflohene Käfer wissenschaftliche Sammlungen und Ausstellungen gefährden, unbemerkt Eier ablegen und die dort aufbewahrten Präparate zerstören.