Scherben, Knochen, ein Steinbeil: Ein Kellerfund aus Spandau entpuppt sich als verschollene Sammlung, nach der Forscher 120 Jahre lang suchten.
Zwanzig Jahre lang standen die Kisten unbeachtet in einem Spandauer Keller. Ihr Besitzer hatte sie 2006 aus einem Haus in Berlin-Kladow gerettet, dann gerieten sie in Vergessenheit. Erst beim Aufräumen des eigenen Kellers tauchten sie wieder auf. Was der Mann daraufhin ins Stadtgeschichtliche Museum Spandau trug, elektrisiert inzwischen Archäologen bis nach Sachsen-Anhalt. Die ältesten Stücke stammen aus einer Zeit, in der die Pyramiden von Gizeh noch gar nicht standen.
Alte Aufkleber führen Forscher nach Naumburg
Anfang des Jahres wandte sich der Spandauer an Carmen Mann, die Sammlungsleiterin des Stadtgeschichtlichen Museums. Friederike Klose, Provenienzforscherin am Haus, nahm sich der Objekte zum Ende ihrer Tätigkeit an und begann mit der Detektivarbeit. Alte Beschriftungen, vergilbte Aufkleber und Fundnotizen verrieten ihr, woher die Stücke ursprünglich kamen. Die Spur führte nach Sachsen-Anhalt, vor allem in die Gegend um Naumburg.Gemeinsam mit Dr. Torsten Schunke und Elisabeth Pawlak vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt gelang schließlich die Zuordnung. Die Objekte gehören zur ehemaligen Sammlung Hagemann aus Naumburg. Arnold Hagemann grub dort bis 1910 als Archäologiestudent. Teile seiner Sammlung landeten schon damals im Provinzialmuseum in Halle. Der Rest galt seither als verschollen. Wie die Kisten in den Kladower Keller gelangten, bleibt offen.








