In Deutschland fehlen Fachkräfte an allen Ecken, mehr als eine Million Stellen sind offen. Und trotzdem arbeiten viele Zugewanderte weit unter ihrer Qualifikation: als Reinigungskraft, in der Küche, als Helfer am Band.Das ist der Kern einer Studie der Bertelsmann Stiftung, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden Daten aus fast 90 Quellen, darunter die der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Ganze Branchen hängen an ausländischen Beschäftigten

Wer aus dem Ausland kommt und in Deutschland arbeitet, verdient im Schnitt 19,6 Prozent weniger als deutsche Beschäftigte. Die Gründe reichen von Sprachhürden über komplizierte Anerkennungsverfahren bis hin zu Diskriminierung.

In manchen Bereichen wäre der Betrieb ohne Zugewanderte kaum noch aufrechtzuerhalten. In Reinigungsberufen hat fast jede zweite beschäftigte Person eine ausländische Staatsangehörigkeit (47,5 Prozent), in der Lebensmittelherstellung sind es knapp 44 Prozent. Tourismus und Gastronomie kommen auf 36 Prozent. Selbst im Engpassberuf Pflege stammt mehr als jede fünfte Arbeitskraft aus dem Ausland.Dieser Trend dürfte sich verschärfen. Jeder vierte deutsche Beschäftigte ist älter als 55 und geht innerhalb der kommenden zehn Jahre in Rente. Bei den ausländischen Beschäftigten liegt der Anteil der Älteren nur bei gut zwölf Prozent.