Beim Brand des Dachstuhls eines Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen gestorben. „Wir haben zwei Tote“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur. Bei den beiden Opfern handelt es sich um Patienten.Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen. Inzwischen heißt es vom Landkreis Ludwigslust-Parchim, dass es nur einen Verletzten mit einer Rauchgasvergiftung gebe.Dass die Zahlen so stark voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen vom Brandort an die Einsatzleitstelle zu tun. Dort wurden zunächst mehrere Dutzend Menschen gemeldet, die medizinisch untersucht werden sollten und dann im Laufe der Untersuchung als unverletzt eingestuft werden konnten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Solche Zahlen seien zum Zeitpunkt der Abfrage durch Pressevertreter stets eine Momentaufnahme und könnten sich auch noch ändern.Feuer war in Patientenzimmer ausgebrochenErsten Erkenntnissen zufolge war es in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie zu dem Feuer gekommen. Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer.Der Dachstuhl des Krankenhauses hatte den Angaben zufolge gegen 4.20 Uhr Feuer gefangen. Die Lage vor Ort sei aktuell höchst dynamisch, hieß es am Morgen. Patienten und Krankenhaus-Beschäftigte wurden aus dem Gebäude evakuiert. Zwischenzeitlich war das gesamte Krankenhaus geräumt worden, wie Klinikleiter Alexander Groß der dpa sagte. Den Angaben zufolge lagen zum Zeitpunkt des Feuers knapp 60 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus.Patienten auf andere Stationen und andere Kliniken verteiltAufgrund des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Dort würden viele Patientinnen und Patienten auch versorgt. Fünf Patienten wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.Die Evakuierung habe sehr gut funktioniert, sagte der Klinikleiter weiter. Es sei alles extrem ruhig und kontrolliert gelaufen. „Alle Patienten sind jetzt versorgt.“ Angehörige müssten sich keine Sorgen machen. Es seien alle Ärzte des Hauses im Dienst, auch die, die keine Schichten haben, sagte Klinikleiter Groß weiter. Den Angaben zufolge gibt es auch eine Angehörigen-Hotline. Sie ist unter +49 3874 433 502 zu erreichen.Am Morgen schlugen Flammen und Rauch aus dem Dach des fünfgeschossigen Hauses. Vor dem Haus der Wiese saßen Menschen, die in Rettungsdecken gewickelt waren. Klinik-Beschäftigte schoben Patienten aus dem Haus über das Krankenhausgelände. Einige Patienten konnten langsam selbst laufen, andere warteten in Rollstühlen und auf Bänken vor der Klinik auf das Ende des Einsatzes. Viele hatten Handtücher um ihre Schultern gelegt.Einsatzkräfte suchen mit Drohnen nach GlutnesternDer Internetseite des Krankenhauses zufolge hat das Krankenhaus 160 Betten. Es ist das einzige Krankenhaus in der Stadt, und es stellt als Akutklinik unter anderem die Grund- und Regelversorgung in der Region sicher.Das Feuer konnte bereits gelöscht werden. Am Vormittag sollten noch Drohnen über das Gebäude fliegen, um zu prüfen, ob es Glutnester gibt, die von außen nicht zu sehen sind. Den Angaben der Landkreis-Sprecherin zufolge haben in der Spitze etwa 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bekämpft. Zudem waren etwa 40 Beamtinnen und Beamte der Polizei im Einsatz.