Gewöhnliche Amerikaner haben derzeit nicht so viel von Donald Trumps Manövern, die Preise in den USA sind anders als von ihm versprochen horrend gestiegen. Seit dem Beginn seines Krieges in Iran war vor allem der Sprit immer teurer geworden. Für den US-Präsidenten und seine Familie läuft es dagegen offenbar bestens. Laut seiner Finanzerklärung hat Trump im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Dollar eingenommen, allein 1,4 Milliarden Dollar davon mit Kryptowährungen.2024, also vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus, waren es Einnahmen in Höhe von 622 Millionen Dollar gewesen. Er hat seine Einkünfte im Amt somit mehr als verdreifacht, 927 Seiten ist die Aufstellung von Trumps Vermögensentwicklung diesmal lang. Jene von Vizepräsident J. D. Vance kommt mit 17 Seiten aus, er hat 2025 mit Tantiemen für Bücher und mit Investments 7,4 Millionen Dollar verdient.Hunderte Millionen Dollar für den Meme-Coin $TRUMP und digitale TokenVon Reportern auf die gewaltigen Summen angesprochen, behauptete Trump, einen Interessenkonflikt könne es gar nicht geben, weil er sich nicht persönlich um sein Vermögen kümmere, das von einem Fonds verwaltet werde: „Ich spreche nie mit den Leuten, die das Geld verwalten.“ Weiter sagte Trump: „Wissen Sie, warum ich Gewinne mache? Weil der Aktienmarkt steigt. Jeder macht Gewinne.“ Laut den Zahlen machen die Börsenspekulationen allerdings im Vergleich zu Krypto nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Einnahmen aus.Besonders viel Geld floss in die Kasse der Trumps, als Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Teile ihrer Kryptofirma World Liberty Financial erwarben. Gegründet worden war World Liberty Financial unter anderem von Trumps Söhnen Eric und Don Jr., die beiden managen die Firma auch. Zu den weiteren Mitgründern gehören Alex und Zach Witkoff, Söhne von Trumps Vertrautem Steve Witkoff, seinem Verhandler für Israel, Gaza, Iran, die Ukraine und Russland.Hunderte Millionen Dollar sammelte Trump außerdem mit seinem sogenannten Meme-Coin $TRUMP und digitalen Token ein. Ebenfalls ertragreich waren seine Klagen gegen Medienkonzerne, von denen er sich ungerecht behandelt fühlte und die im Rechtsstreit einknickten. Dabei kamen mindestens 86,5 Millionen Dollar zusammen, zum Beispiel 24,5 Millionen Dollar von Facebooks Muttergesellschaft Meta sowie jeweils 16 Millionen Dollar von Paramount und Disney, den Mutterhäusern der Sender ABC und CBS.Letztere Summen gingen offiziell an seine noch zu bauende Präsidenten-Bibliothek, 22 Millionen Dollar von Youtube an seinen Fonds für die National Mall. Acht Millionen Dollar steuerte X, vormals Twitter, von Elon Musk bei, nachdem Trump nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2021 dort wie auf Facebook zwischenzeitlich geblockt worden war. Umgekehrt verweist die New York Times darauf, dass er der Autorin E. Jean Carroll noch 50 Millionen Dollar schuldet, die er ihr wegen sexuellen Missbrauchs und Diffamierung zahlen muss.67 634 Dollar für Trump-Sneakers und Trump-ParfümDie Einnahmen seines Klubs Mar-a-Lago in Palm Beach, in dem er zahlreiche Wochenenden verbringt, sind binnen eines Jahres von 50 auf 77 Millionen gestiegen, jene in seiner Golfanlage Doral am Rande von Miami von 110 auf 122 Millionen Dollar. Auf diesem Gelände des Trump National Doral will Gastgeber Trump den G-20-Gipfel im Dezember stattfinden lassen. Ebenfalls Millionen Dollar brachten Immobilienverträge der Trumps weltweit ein, auch in Nahost, in Vietnam oder Rumänien, wie US-Medien berichten.Der Verkauf von Trump-Fanartikeln läuft auch gut. 4,7 Millionen Dollar brachten demnach Trump-Uhren ein, 1,9 Millionen Dollar sein Buch „Save America“, 208 000 Dollar die Trump-Bibel, 67 634 Dollar die Trump-Sneakers und das Trump-Parfüm. Der Wert von Geschenken wird mit 440 000 Dollar bemessen, CNN verweist etwa auf die Trump-Statue mit erhobener Faust von einem republikanischen Unternehmer. Sie soll 250 000 Dollar gekostet haben und den damaligen Kandidaten nach dem Attentatsversuch in Pennsylvania im Wahlkampf 2024 darstellen.Genannt werden auch Gratis-Tickets für den Super Bowl, das Golfturnier Ryder Cup und das Finale der Klub-WM im Fußball. Nicht genannt wird dem Vernehmen nach die neue Air Force One, ein Präsent aus Katar. Forbes führt Trump in seiner Echtzeitrangliste übrigens mit gegenwärtig sechs Milliarden Dollar Vermögen, deutlich mehr als doppelt so viel wie 2024, für Elon Musk sind dort 1,1 Billionen Dollar verzeichnet. Das Magazin erwähnte kürzlich aber auch einen Großkredit Trumps und unklare Schuldenverhältnisse.Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt.Trump-Sprecherin Anna KellyTrump habe Amerika zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ gemacht, teilt die Sprecherin Anna Kelly aus dem Weißen Haus mit. „Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt – und werden es auch niemals sein. Alle Maßnahmen von Präsident Trump und seiner Regierung werden im besten Interesse des amerikanischen Volkes ergriffen.“Die Interessenkonflikte des Präsidenten im Zusammenhang mit der Krypto-Branche seien beispiellos, zitiert dagegen das Wall Street Journal Kedric Payne, den Direktor für Ethik beim Campaign Legal Center zur Überwachung ethischer Standards. „Wir haben noch nie erlebt, dass ein Präsident direkte Interessenkonflikte zwischen seinen Finanzanlagen und der von ihm unterstützten Politik aufwies; dies ist ein weiteres Beispiel dafür, warum wir jetzt eine umfassende Ethikreform brauchen.“Trump sei „der korrupteste Präsident der amerikanischen Geschichte“, schreibt auf X Gavin Newsom, der scheidende Gouverneur von Kalifornien und mögliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2028. „Trumps Finanzoffenlegungen zeigten genau, wie sein Krypto-Geschäft ablief: Er wurde reicher. Seine Krypto-Anhänger wurden betrogen.“
USA: Die gigantischen Krypto-Gewinne des Donald Trump - Interessenkonflikte sieht er keine
Der US-Präsident hat 2025 über eine Milliarde mit digitalen Währungen verdient. Mögliche Interessenkonflikte lässt Trump dementieren.











